Ein Nerd mit Vorliebe für Asiatinnen
Von Céline Raval. Aktualisiert am 30.04.2010 11 Kommentare
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«Mark Zuckerberg war schon vom Äusseren her offensichtlich anders. Vielleicht war er einfach zu intelligent, jedenfalls fand er keinen Anschluss, nicht einmal unter Gleichgesinnten. […] Seine Art zu sprechen hatte etwas stark computerhaftes.»
So wird Mark Zuckerberg im Enthüllungsbuch «Milliardär per Zufall» von Ben Mezrich beschrieben. Der Gründer von Facebook war und ist nach Mezrich ein waschechter Nerd: Er liebt die Mathematik und bei den Frauen hatte er als unbekannter Student alles andere als gute Chancen. Er kümmerte sich wenig um sein Aussehen und hatte Mühe, Freunde zu finden. Ein sozialer Autist eben. Mark Zuckerbergs kauzige und undurchschaubare Art wird im Werk Mezrichs immer wieder thematisiert.
Asiatinnen bevorzugt
Auch mit Informationen über Zuckerbergs Vorlieben bei der Damenwelt geizt der Verfasser des Buches nicht. Besonders von Asiatinnen soll Zuckerberg angetan sein. Als sich Facebook zum Dauerrenner entwickelte, stiegen auch seine Chancen bei den Frauen. Immer wieder lässt er sich auf Abenteuer ein, egal ob mit Victorias-Secret-Models oder irgendwelchen Groupies. Sowieso soll Facebook nur zustande gekommen sein, weil Zuckerberg endlich mehr «Kontakt» zum weiblichen Geschlecht haben wollte.
Den Wunsch nach sexuellen Abenteuern und das Projekt Facebook verbanden ihn mit seinen paar wenigen Freunden. Eduardo Saverin war einer von ihnen, ein gänzlich unbekannter Name. Er war ein Studienkollege von Zuckerberg und lange Miteigner von Facebook. Ohne sein Startkapital gäbe es das Netzwerk heute nicht. So betrachtet, erscheint es schon ein wenig seltsam, dass im Zusammenhang mit Facebook immer nur von Wunderkind Zuckerberg gesprochen wird.
Als harmloser Nerd getarnt?
Von Saverin hört man heute kaum etwas, genau gleich wie von Sean Parker, Dustin Moskovitz und Chris Hughes. Doch diese Jungs waren allesamt am Aufbau von Facebook beteiligt. Laut Ben Mezrich wurden sie irgendwann, gelinde gesagt, aus dem Weg geräumt – von Firmenoberhaupt Mark Zuckerberg. Ist der junge Milliardär womöglich doch etwas gerissener und hinterlistiger, als er sich selbst gibt? Ist sein Auftreten als harmloser Nerd eine blosse Maske für sein wahres Ich?
Gefühlsausbrüche und emotionale Momente häufen sich in Ben Mezrichs Buch zwar ein wenig zu sehr und Sex- und Partyszenen werden sehr ausführlich geschildert. Ein leises Misstrauen gegenüber dem Autor weckt auch die Tatsache, dass er nie selbst mit Zuckerberg gesprochen hat – mit Eduardo Saverin hingegen schon. Trotzdem wird das Bild, das wir bisher von Mark Zuckerberg hatten – bodenständig, freundlich, eben einer von uns – durchaus getrübt beim Lesen des Bestsellers.
Dass alles nur aus der Luft gegriffen ist, was Mezrich schreibt, kann man sich kaum vorstellen. Dass er zu Ausschmückungen und leichten Übertreibungen neigt, hingegen eher. Klar wird, dass Marc Zuckerberg immer wieder Probleme mit seinem Umfeld hatte, sei es nun wegen seiner undurchschaubaren Fassade oder der Art, wie er mit seinen ehemaligen Verbündeten umgegangen ist. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.04.2010, 17:54 Uhr
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11 Kommentare
Zuviel Geld verdirbt bekanntlich bei vielen den Charakter. Bei Zuckerberg war es das zulange vor dem PC sitzen und das Geld. In einem Zeitpunkt wo sich ein normaler Mensch zum charaktergefestigten Erwachsenen entwickeln sollte. Jetzt ist Zuckerberg ein infantiler, skrupelloser und gieriger Unternehmer, der sich ständig auf irgendwelche Art und Weise befriedigen muss. Mit oder ohne Asiatinnen. Antworten
@Karlfrieder Vortisch Das ist kein unnötiger Gebrauch! Für das Wort Nerd gibt es keine passende Übersetzungen..dazu bräuchte man zig deutsche Wörter..Ausserdem tut das hier nichts zur Sache..Starten sie eine Initiative gegen Amerikanismen, falls Sie das als wirkliches Problem in der Schweiz betrachten..Als gäbe es nichts wichtigeres..!! Antworten
Naja, Herr Vortisch, "Nerd" ist ein durchaus prägnantes neudeutsches Wort. So sehr ich Ihre Abneigung gegen die dumme Übernahme von englischen Wörtern teile, hier ist sie nicht sehr angebracht, in meiner Meinung. Ein Nerd ist schon ein Eigenbrötler, allerdings eher ein computeraffiner. Und "Computeraffiner Eigenbrötler" ist schon etwas uneleganter als "Nerd", nicht? Und Herr Thürig: ganz genau. Antworten
Mit ärgert diese Art von Journalismus. Ein reisserischer Titel, ein Artikel der zahlreiche Klischees bedient, aber letztlich bietet der Artikel kaum eine Information, die man nicht schon mehrfach gelesen hat. Der Artikel würde bestens in eine Pendlerzeitungen passen, aber bitte nicht im TA. Antworten
Hmm mir scheinen diese Aussagen sehr suspekt, was dieser Zuckerberg in seinem kurzen Leben schon alles getan oder nicht getan haben soll. Und wenn wir ehrlich sind, welcher normale Mensch hat NICHT manchmal Probleme mit seinem Umfeld?? Auch ob es wirklich Zuckerbergs bösswilligem treiben zu verdanken ist, dass die anderen Mitgründer eher nicht in Erscheinung treten ist mehr als fraglich. Antworten
ich habe ihn nie als bodenständig und freundlich empfunden. eher ein intelligenter beobachter, der sah, dass sich viel leute freunde wuenschen und im virtuellen ist es halt einfacher. es gibt unter jugendlichen fast wettbewerbe, wer mehr freunde hat, ob man die leute nun kennt oder nicht. was diese leute publizieren zeugt oft von einsamkeit und langeweile. banker/immobilienhändler sind besser? Antworten
Zuckerbergs-Fassaden gibs zu Hauf auch in unserer Umgebung.Man lernt diese Typen eigentlich erst "richtig" in Krisensituationen.Zum Beispiel bei Massenentlassungen,wenn unsozial handelnde Alleininhaber es fertig bringen,langjährige Mitarbeitende ohne Sozialplan auf die Strasse zu stellen.Um sich der Verantwortung zu entziehen,überlässt man diese "Drecksarbeit" den HRMs und spielt lieber Golf. Antworten
"bodenständig, freundlich, eben einer von uns"? Ich bitte Sie, Frau Raval, wo bekommen Sie denn ihre Informationen her? Dass Zuckerberg ganz schön hinterhältig sein soll, liest man seit Jahren. Und für den Betrug an den ausgebooteten Mitbegründern wurde er schon letztes Jahr gerichtlich verurteilt. Über 60 Milionen musste er zahlen. Antworten



Stefan Zueger
Grosser Ueberfluss an Reichtum kann von niemandem erworben oder gehalten werden ohne Suende. (Erasmus von Rotterdam vor rund 500 Jahren). Antworten