Neue Betrügerei im Internet
Von Angela Barandun. Aktualisiert am 01.02.2010 10 Kommentare
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Das Angebot tönt verlockend: Unter dem Titel «Firma sucht Handelsmanager» kursieren derzeit Stellenangebote, die ein Einkommen von bis zu 3000 Franken pro Monat versprechen. Der «Handelsmanager» muss Päckli in Empfang nehmen und diese weiterleiten, meist nach Russland. Pro Paket winken bis zu 50 Franken. Das Angebot scheint auf den ersten Blick seriös: Die Website macht einen professionellen Eindruck; die Angestellten erhalten einen Vertrag, und es gibt sogar einen einleuchtenden Grund für den Päcklivertrieb. Die Firma ist im Internetversand tätig. Wenn Onlineshops oder Auktionshändler nicht ins Ausland liefern, übernimmt das der Mittelsmann.
Die Rechtschreibfehler und die eigenartige Grammatik fallen erst bei genauerem Hinsehen auf. Die Inserate, die im Dezember in diversen Tageszeitungen und Onlineportalen erschienen sind und bis heute im Internet kursieren, sind Teil einer neuen Masche von Internetbetrügern. Mit gestohlenen Kreditkartendaten kaufen sie im Internet wertvolle Elektronikartikel ein – derzeit bevorzugt teure digitale Spiegelreflexkameras von Canon – und verwischen ihre Spuren via Mittelsmänner.
Die Masche ist perfid
Betrugsfälle mithilfe des Internets kommen immer häufiger vor, Variationen gibt es viele. Ungewöhnlich sei, wie viel Erfolg die neue Masche habe, sagt Martin Boess, Geschäftsleiter der Schweizerischen Kriminalprävention: «Normalerweise fallen drei oder vier Leute auf so einen Trick herein. Dieses Mal sind es deutlich mehr.» Der Kantonspolizei Zürich etwa gingen allein in den letzten zwei Wochen 30 solcher Päckli ins Netz, wie Sprecher Werner Benz sagt. Und die Kreditkartenherausgeberin Viseca stösst derzeit täglich auf neue Handelsmanager, die sich auf das Inserat gemeldet haben.
Das Perfide an der Masche: «Wer auf die Inserate hereinfällt, macht sich möglicherweise der Hehlerei schuldig», sagt Boess. Die Kantonspolizei Zürich rät deshalb: «Lassen Sie bloss die Finger von den Päckli!» Betroffene sollen die Sendungen laut Sprecher Benz zurückweisen und an den Absender retournieren lassen. Noch ist offenbar kein Mittelsmann angezeigt worden, aber laut Sprecherin Bettina Freihofer schreibt Viseca die Handelsmanager an und empfiehlt ihnen, sich bei der Polizei zu melden.
Tipps für Konsumenten
Für die Käufe werden Schweizer Kreditkartendaten genutzt. Laut Viseca-Sprecherin Bettina Freihofer sind alle Schweizer Kartenherausgeber betroffen. «Der finanzielle Schaden hält sich in Grenzen, aber unser Aufwand ist enorm», sagt Freihofer. Den Kreditkartenkunden rät sie zu den üblichen Vorsichtsmassnahmen: «Kontrollieren Sie Ihre Monatsabrechnungen regelmässig und melden Sie Beanstandungen innert 30 Tagen.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 01.02.2010, 08:06 Uhr
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10 Kommentare
P.Sulzberger. Jobs schaffen, dagegen ist nichts einzuwenden.Dies nützt aber nur,wenn KEIN Betrug dahintersteckt.Somit sind dies surreale Stellen, die geschaffen werden u.wo möglich zuerst mal KOSTEN!Und wem das etwas bringen soll (v.a. den Arbeitssuchenden), das weiss der Geier! Antworten
solange der Päckliweiterleiter nicht merkt, dass er bei einem Betrug mithilft, macht er sich überhaupt nicht strafbar und verdient gutes Geld. Wer jedoch diesen Artikel liest, und dann Päckli-Weiterleiter wird, macht sich der Hehlerei strafbar und kommt ins Gefängnis. Antworten
Interessant an dem ganzen Beitrag ist nur, dass die Internetseite immer noch aufgeschaltet ist und aktiv läuft - habe nämlich soeben schnell nachgeschaut. Ich lebe in Fernost, wo dies und das zensuriert wird und übers Internet gar nicht aufrufbar ist. Vielleicht sollten sich die IT-Boys in Bern, Berlin, London oder Paris einmal dazu Gedanken machen. Antworten
@rene klingler: Herr Klingler! Sie leben in einer globalen Marktwirtschaft, falls Ihnen dies entgangen sein sollte, Herr Klingler! Wenn jemand also Jobs schafft, dann sollten Sie dankbar dafür sein, dass jemand Risiko einzugehen bereit ist, und nicht den Kopf in den Sand stecken, gell? Antworten
Nein Herr Wächter, da liegen Sie leider falsch. Bei einem Kreditkartenbetrug liegt die Beweislast und somit das Risiko beim Kreditkartenherausgeber und nicht bei Ihnen. D.h sie können Einspruch einlegen und müssen nichts bezahlen. Wenn aber jemand Ihre EC-Karte kopiert wird das Geld direkt von Ihrem Konto abgebucht und sie warten unter Umständen ziemlich lange bis sie das Geld wieder haben. Antworten




Reto Lippold
Viel zu lange hat die Politik diese Betrügereien nicht wahrhaben wollen. Alle wollten den Internet-Boom und alle wollten mitverdienen. Dabei sind weder die Ideen noch die Methoden wirklich neu. Neu müssen sie jenen meist unerfahrenen und schlecht bezahlten Mitarbeitern vorkommen, die man heute in Alibi-Institutionen einsetzt. Vielleicht ist China mit seinen Restriktionen gar nicht so dumm.... Antworten