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Polizisten kämpfen auf Facebook für die Pädophilenjagd

Von Anatol Heib. Aktualisiert am 02.04.2009 7 Kommentare

Der Schweizer Polizei-Informatik-Kongress und Politiker machen auf dem sozialen Netzwerk Stimmung gegen die neue Strafprozessordnung. Sie verbiete die präventive Pädophilensuche in Chats.

Die Facebook-Gruppe Ja zum effizienten Kinderschutz im Chat.

Die Facebook-Gruppe Ja zum effizienten Kinderschutz im Chat.

CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer.

CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer.

Mark Saxer bekämpft in seiner Facebook-Gruppe «Ja zum effizienten Kinderschutz im Chat» gegen die neue, einheitliche Schweizer Strafprozessordnung, die im Januar 2011 in Kraft treten soll. Saxer ist Ko-Leiter des Schweizer Polizei-Informatik-Kongresses (SPIK). Heute dürfen Polizisten in Chats mit entsprechenden Genehmigungen verdeckt nach Pädophilen ermitteln und sich als Minderjährige ausgeben. Die neue Strafprozessordnung sehe solche Recherchen nicht mehr vor, sagt Saxer: «Präventives Pädophilensuchen ist dann im Chat verboten.»

«Das Problem wird momentan einfach zwischen Bund und Kantonen hin- und hergeschoben. Es darf aber nicht sein, dass man die Arbeit der Polizei in diesem Bereich derart erschwert», sagt Saxer gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Bundesrat oder Kantone müssten «gezwungen werden, aktiv zu werden und die Strafprozessordnung zu überdenken». Die Parlamente sollten ensprechend Druck machen.

Unter den über 200 Mitgliedern der Facebook-Gruppe befinden sich auch Politiker verschiedener Parteien - zum Beispiel die CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer. Sie trat im November 2008 am zweiten Schweizer Polizei-Informatik-Kongress auf. «Gerade als Mutter mache ich mir Sorgen, wenn ich sehe, was alles in diesen Chats abläuft. Ich habe es selber ausprobiert und mich als 13-Jährige eingewählt. Nach nicht mal einer Minute kontaktierte mich ein 20 Jahre älterer Mann und wollte Sex mit mir», sagt Schmid-Federer gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Sie fordert, dass auch bei einem schweren Verdacht verdeckte Ermittlungen in Chats möglich sind – «und nicht erst dann, wenn etwas passiert ist.» In diesen virtuellen Räumen müsse die Polizei schnell handeln und in der Lage sein, sich anonym einzuloggen. «Das Ganze spielt sich nicht nur im virtuellen Raum ab. Bringen die Pädophilen die Minderjährigen erst einmal zu einem Treffen, kann es zu realen Übergriffen kommen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.04.2009, 14:51 Uhr

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7 Kommentare

Alexandra Hamilton

02.04.2009, 14:05 Uhr
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Die Suche ist nicht verboten sondern wird lediglich eingeschränkt, weil es sich bei solche Aktionen, obwohl man sie durchaus begrüssen könnte, um verdeckte Ermittlungen handelt. Bei begründetem Verdacht erhält die Polizei vom Richter ohne Problem die Bewilligung. Das überwachen aller, weil vielleicht einer erwischt werden könnte, geht nicht. Das Netz ist genau so gefährlich, wie das reale Leben. Antworten


Markus Weber

02.04.2009, 14:50 Uhr
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@Alexandra; sofern Du tatsächlich so heisst., wer weiss das schon. Vor was hast Du Angst? Bei einer automatischen Verkehrskontrolle, werden auch alle überwacht, die daran vorbeifahren. Selbstverständlich gehört es dazu, dass man seine Kinder vor den Gefahren in den Chatrooms warnt. Es gehört aber auch dazu, dass man diese überwacht, nicht erst auf einen Verdacht hin. Antworten



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