Rätselhafter E-Banking-Ansturm legt den Server lahm
Von Bruno Schletti. Aktualisiert am 01.09.2011 12 Kommentare
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Sunrise: Webmail-Zugriff unmöglich
Am Montagmorgen um acht Uhr publizierte Sunrise auf ihrer Status-Info-Seite die Meldung: Wegen technischer Probleme ist der Zugriff auf das Webmail zurzeit nicht möglich. Am Dienstag machten mehrere TA-Leser die Redaktion darauf aufmerksam. Am Mittwochnachmittag war das Problem noch nicht behoben – und Sunrise-Mail weiterhin nicht verfügbar. Sunrise-Sprecher Tobias Kistner bestätigte dies, wies jedoch darauf hin, dass die Störung von Anfang an nur einen «begrenzten» Teil der Kunden betroffen habe. Der Zugriff über Mailprogramme wie MS Outlook (Express) sei nicht beeinträchtigt und weiterhin möglich. Sprich, die Maildienste an sich laufen weiterhin. Keine Probleme hatte also, wer via Outlook oder andere Mailprogramme auf sein Sunrise-Mailkonto zugriff.
Konkrete Angaben zu den technischen Ursachen machte Kistner nicht. Er sagte nur, am Mittwoch sei ein Durchbruch gelungen. «Wir gehen davon aus, dass das Problem in den nächsten Stunden gelöst wird, sodass spätestens am Donnerstag alles wieder normal funktionieren sollte.» Die Zahl der vom technischen Problem betroffenen Kunden sinke laufend, so Kistner. Den Warnhinweis auf der Status-Seite entferne man jedoch erst, wenn niemand mehr betroffen sei. (meo)
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Wenn Bankkunden sich an ihren Computer setzen, um Rechnungen zu begleichen. Oder sie Aktien kaufen wollen – in diesem Moment, weil die Titel unter den Wert gefallen sind, den sie sich als Limite gesetzt haben. Und das System funktioniert nicht, dann macht das die Kunden wirklich grantig. Das ist der Raiffeisen-Gruppe passiert. Ein genervter Raiffeisen-Kunde erkundigte sich beim «Tages-Anzeiger» sogar nach einer Bank, «bei der Service public und Spesenabrechnung stimmen».
Raiffeisen-Sprecher Franz Würth bestätigte gestern, dass die Bankengruppe zwei Tage lang Probleme mit dem E-Banking gehabt habe. Gleichzeitig gab er Entwarnung. Das Problem sei gelöst. Als Ursache gab Würth «einen noch nie da gewesenen Ansturm auf das System» an. Das habe den Server überfordert. Die Spezialisten der Bank haben die Kapazität des Servers mittlerweile ausgebaut. Eine weitere – ohnehin vorgesehene – Anpassung ist für Mitte September geplant.
Rätseln über Ursache
Wie es zu diesem Ansturm und damit zur Überlastung des Systems kommen konnte, vermag man bei der Raiffeisen-Gruppe noch nicht zu erklären. Eine Spekulation geht in Richtung Ferienende und Vermutung, dass viele Rückkehrer liegen gebliebene Geschäfte erledigen wollten.
Wäre das der Grund für die Panne, müsste das gleiche Phänomen eigentlich auch bei anderen Banken festgestellt worden sein. Das ist nicht der Fall. UBS, Migros-Bank und Zürcher Kantonalbank erklären übereinstimmend, in den vergangenen Tagen keine ausserordentlichen Schwankungen bei den Zugriffen auf die Onlinebank festgestellt zu haben. Wohl seien die Aktivitäten in den letzten Tagen leicht erhöht gewesen, heisst es bei der ZKB. Das sei zu Monatsende aber normal. Das Gleiche sagt auch Migros-Bank-Sprecher Albert Steck. Vom 24. des Monats bis zu Beginn des Folgemonats würden die Zugriffe immer zunehmen.Am deutlichsten sind nach Steck die Schwankungen zwischen den Werktagen und den Wochenenden. An Samstagen und Sonntagen würden die Kunden viel weniger auf die Onlinebank zugreifen, «obwohl sie am Wochenende Zeit dafür hätten». Normal ist nach Steck auch eine erhöhte Aktivität am Jahresanfang. Und viele Zugriffe gebe es auch immer dann, wenn an der Börse etwas los sei. Bei sinkenden Aktienmärkten wollen viele Verkaufsaufträge auslösen.
Bei der UBS heisst es, dass man aufgrund der hohen Nutzerzahlen keine wesentlichen saisonalen Schwankungen feststelle. Die drei angefragten Banken beteuern alle, dass ihre Systeme durch ausserordentliche Spitzen bisher nicht an Kapazitätsgrenzen gestossen seien.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 01.09.2011, 11:09 Uhr
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12 Kommentare
Ein zweitägiger teilweiser Ausfall des Raiffeisen-E-Banking-Systems ist hier eine Berichterstattung wert? Dieses System war heuer schon wochenweise komplett ausser Betrieb. Und beileibe nicht zum ersten mal. Überhaupt E-Banking, wenn ich das nur schon höre: Da macht man als Kunde die Arbeit der Bank, bezahlt dafür und hat dann noch nicht mal immer Zugriff. Das ist Kapitalismus zu Ende gedacht. Antworten
Die Nationalbank hatte in ihrem Bericht Besorgnis über die Raiffeisenbank geäussert.
Das Fernsehen DRS berichtete darüber.
Der Leiter der Raiffeisenbank äusserte sich freimütig in den Medien darüber: Letztendlich spekuliert die Bank über das für die SNB übliche Mass auf weiterhin tiefe Zinsen. Sie verletzt dabei wohl die Bankenregel der Fristenkongruenz.
Da würde ich mein Konto auch überprüfen....
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