Schweinegrippe löst Panikwelle im Internet aus
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Obwohl bislang noch nicht einschätzbar ist, wie akut die Bedrohung des Virus tatsächlich ist, hat sich die Schweinegrippe innerhalb kürzester Zeit zum Top-Thema auf Web-2.0-Plattformen und sozialen Netzwerken entwickelt. Der Begriff «Swine Flu» rangiert derzeit auf Platz eins der Top-Themen im Microblogging-Dienst Twitter. Google Maps wird regelrecht gestürmt, um nachzusehen, an welchen Punkten auf der Welt bestätigte Ansteckungen oder Verdachtsfälle der Krankheit eingetragen wurden. So lässt sich für besorgte Nutzer rund um den Erdball auf einen Blick die Ausbreitung der Schweinegrippe mitverfolgen.
Weniger Knowhow, mehr Halbwissen
Allerdings dienen die Online-Plattformen nicht einfach der Information, sondern fördern die Entstehung von Massenhysterie und Panik. Auch in den Medien ist die Schweinegrippe derzeit Schlagzeilenthema Nummer eins. «Die Panikmache bei nutzergenerierten Inhalten funktioniert zunächst einmal ähnlich wie über herkömmliche Massenmedien und der Austausch über diverse Internetportale trägt natürlich zur Hysterie bei», sagt Kai-Uwe Weidlich, Medienexperte und Geschäftsführer des Medien Institut in Ludwigshafen im Gespräch mit der Agentur Pressetext. Der Unterschied zu journalistisch aufbereiteten Berichten sei jedoch, dass bei «User-generated-Content» weniger Knowhow und sehr viel Halbwissen im Spiel sei. «Damit ist die Gefahr, dass der Informationsfluss aus den Fugen gerät weit höher, weil die journalistische Recherche und damit valide Fakten fehlen», erklärt Weidlich.
Auf Twitter posten alarmierte Menschen auf der ganzen Welt aktuell fast im Sekundentakt Links zu neuen Beiträgen rund um das Virus, stellen Fragen oder verbreiten Gerüchte über neue Fälle. Auch in den Google Trends kletterte der Begriff innerhalb von nur zwei Tagen schlagartig in die Liste der Top-Suchworte. Auf Facebook gibt es mittlerweile knapp 70 verschiedene Gruppen rund um das Thema und in diversen Blogs wird bereits eifrig an Verschwörungstheorien gebastelt.
Online-Plattformen nicht nur negativ sehen
Die Web-2.0-Dienste können neben der Begünstigung von Massenpanik aber durchaus auch einen sinnvollen Zweck erfüllen. «Was die Geschwindigkeit der Informationsverbreitung betrifft, sehe ich zwar keinen Vorteil gegenüber den Medien. Allerdings können die Plattformen einen interaktiven, individuellen Austausch bieten, mit dem die journalistische Information nicht dienen kann», meint Weidlich. So würden über Twitter und Co zum Beispiel lokal relevante Informationen getauscht, die in klassischen Medienberichten fehlten. (rek/pte)
Erstellt: 27.04.2009, 17:12 Uhr
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