Sicherheitstipps vom Virenjäger
Von Roman Weber. Aktualisiert am 10.10.2009
«Erstens: Kopf einschalten»: Candid Wüest.
Artikel zum Thema
Herr Wüest, wie hat sich die Bedrohungslage aus dem Netz im letzten Jahr entwickelt?
Die Lage hat sich verschärft, die Angreifer handeln zunehmend profitorientiert und suchen nach Passwörtern, Kredikartennummern und Onlinebanking-Accounts. Früher standen die Angriffe noch für Ruhm und Ehre. Einzelne Hacker verschanzten sich mit Pizza und Cola um einen Nasa-Computer zu knacken und zu zeigen, was sie drauf hatten. Heute geht es den Angreifern um den Profit, und sie verdienen tatsächlich Millionen mit geklauten Daten.
Welches sind die grössten Risiken für den Heimanwender?
Das grösste Problem ist, das er sich auf einer Webseite einen Trojaner oder ein Virus einfängt. Und zwar nicht auf irgendwelchen Schmuddelseiten sondern auf ganz normalen Webseiten, beispielsweise beim Lesen von Online-News. 13'000 User werden jeden Tag infisziert und nach Daten ausspioniert.
Wie sehen die Szenarien für die nahe Zukunft aus?
Die Communities des Web 2.0 werden immer mehr benutzt, um an sensible Daten zu gelangen. Mit diesen Daten werden die Benutzer personalisiert mit ihrem Namen und etwa ihrem Hobby angeschrieben. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, das der Benutzer auf einen Link einer gefälschten Webseite klickt und sich somit infiziert.
Kommt es auf die Plattform an, auf der gesurft wird?
Heute kann fast jede Webseite infiziert sein. In der Schweiz waren dies bisher beispielsweise Seiten von politischen Parteien, von Gemeinden bis hin zu Homepages von Polizeistationen.
Bislang konnten sich die Mac-User vor Angriffen noch sicherer fühlen als auf einem Windows-Rechner. Gilt dies heute noch?
Das Hauptangriffsziel sind immer noch die Windows-Computer, aber Trojaner und Viren für Macintosh mehren sich langsam aber sicher, da die Angreifer hier ein gutes Potenzial sehen. Auch Mac-Nutzer sollten beim surfen den Kopf einschalten und sich schützen.
Wie sieht es bei den mobilen Geräten aus?
Auch für Smartphones gibt es unterdessen einige Hundert Schädlinge, die es sowohl auf persönliche Daten wie auch auf das Verschicken von SMS an Mehrwert-Dienste abgesehen haben. Letzteres bedeutet einen unmittelbaren Geldverlust.
Online-Shopping ist aus dem modernen Leben kaum mehr wegzudenken. Wie soll man sich denn nun verhalten?
Auch ich kaufe gerne per Kreditkarte im Internet ein. Man sollte vor Allem den Kopf einschalten und darauf achten, wo man die Nummer eintippt. Die Seite sollte unbedingt verschlüsselt sein, ein kleines Schloss als Zeichen der sicheren SSL-Verbindung sichtbar sein. Und es empfiehlt sich der Einsatz einer Sicherheitssoftware wie etwa Norton. Die stellt im Hintergrund sicher, dass man sensible Daten nur auf normalen, offiziellen Seiten eintippt.
Welches sind die 3 wichtigsten Tipps, die Sie weitergeben möchten?
Erstens: Kopf einschalten und nicht jeden Link anklicken. Passwörter wählen die schwieriger herauszufinden sind als den Namen der Freundin. Zweitens: Das Betriebssystem sowie alle Browser und Plugins immer auf dem aktuellsten Stand halten. Drittens: Sicherheitssoftware einsetzen, denn viele Betrüger-Methoden kann man als Normalbenutzer eigentlich gar nicht aufdecken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.10.2009, 09:18 Uhr
Digital
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


