So gut kennt Google die Schweiz auch wieder nicht

Google Maps ist eine tolle Sache. Es gibt jedoch alternative Dienste – viele aus der Schweiz –, die bessere Orientierung bieten.

Wie man sich beim Babyspaziergang nicht verirrt.
Video: Matthias Schüssler

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Google Maps ersetzt heute für viele Anwender das Navigationsgerät, gemäss Statista haben sich die Verkäufe in den letzten Jahren annähernd halbiert. Das heisst aber nicht, dass alle anderen ähnlichen Dienste überflüssig werden würden – im Gegenteil.

Es gibt auch abseits der bekannten Dienste, zu denen auch Apple Maps zu zählen wäre, nützliche Geo-Angebote. Drei davon stellen wir vor. Es sind solche mit Schweizer Fokus. Sie zeigen unser Land besonders detailgenau, bieten spannende Erkundungs- und Visualisierungsmögichkeiten – oder sogar die Möglichkeit zu virtuellen Zeitreisen.

Google Maps links, Open Street Map rechts: Wo findet man sich wohl besser zurecht?

Open Street Map ist ein freies Projekt, das man die Wikipedia der Kartografie nennen könnte. Eine Gemeinschaft erfasst und pflegt die Daten, die von jedermann verwendet werden dürfen. Viele tolle Apps, die Navigation, Tracking von Wander- oder Fahrradtouren und viele Möglichkeiten mehr anbieten, wären ohne Open Street Map nicht denkbar.

Berge, die aus dem Bildschirm wachsen

Eine der beiden Apps, die stellvertretend für die grosse Vielfalt stehen, ist Map Out (5 Franken). Diese fürs iPhone und iPad erhältliche App zeigt eine Darstellung, die sich an den klassischen Landeskarten orientiert. Das Material wird aufs Gerät geladen und steht auch in Gegenden zur Verfügung, wo es keine Handymasten gibt. Und ein Hingucker ist auch die 3-D-Ansicht, bei der die Berge quasi plastisch hervortreten.

Map Out erinnert optisch an die klassischen Schweizer Landkarten.

Die App kennt auch Velorouten und Wanderwege, Sehenswürdigkeiten, Skipisten sowie Bus- und Bahnhaltestellen. OSM And ist eine App für Android und das iPhone. Sie zeichnet sich ebenfalls durch ihre Offline-Nutzungsmöglichkeit aus. Die Karte unterstützt vielfältige Darstellungsmöglichkeiten, und der Funktionsumfang ist durch Zusatzmodule erweiterbar.

Die Karten von Open Street Map sind über Openstreetmap.org zugänglich. Das Schweizer Portal ist unter Osm.ch erreichbar.

Auf maps.geo.admin.ch gibt es die Schweizer Karten des Bundes. Es gibt viele Zusatzfunktionen: Man kann individuelle Strecken ausmessen und deren Höhenprofil anzeigen lassen oder sich die Topografie in der 3-D-Ansicht vergegenwärtigen.

Wo gibt es ein Velo zu mieten?

Durch Überlagerungen lassen sich im Kartenbild diverse Informationen visualisieren. Man lässt sich die Bevölkerungs- oder Beschäftigungsdichte anzeigen oder bringt die Standorte von Car- oder Bikesharing-Stationen, Handymasten oder Kraftwerken in Erfahrung. Eindrücklich ist auch die Darstellung der Verkehrsunfälle, die zeigt, wo es überall gekracht hat.

Wie sah es hier vor hundert Jahren aus? Die Zeitreisefunktion verrät es.

Einen unmittelbaren Praxisnutzen hat die Rubrik «Dargestellte Karten». In ihr lassen sich Wanderwege und ÖV-Haltestellen anzeigen. Via «Zeitreise» erhält man Zugriff auf historisches Kartenmaterial.

Die SBB betreiben unter map.sbb.ch eine interaktive Schweizer Karte zum öffentlichen Verkehr. Man sieht auf einen Blick, wo die meisten Pendler unterwegs sind, welche Tarifverbunde es gibt und wo Bus- und Bahnlinien entlanglaufen. Natürlich sind auch die Bahnhöfe eingezeichnet, und wer mag, kann den Zügen auf ihrer Fahrt zusehen. Das grösste Highlight ist nämlich die Ansicht des öffentlichen Verkehrs in Echtzeit. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.02.2017, 14:48 Uhr

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