Wie aus Google ein soziales Netzwerk wird
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20.30 Uhr: Google (GOOG 609.76 -0.40%) Buzz soll in den nächsten Tagen für alle Gmail-Nutzer funktionieren. Der Dienst läuft übrigens auch mobil, auf dem Handy. Dabei wird auch der jeweilige Standort einer Buzz-Mitteilung übermittelt und in einer Karte angezeigt. Wie und mit welchen Mobiltelefonen das funktioniert, zeigt die Site Google.com/intl/de/mobile/buzz/ – mit diesen News schliessen wir für heute die Berichterstattung.
Google springt also auf den Trend der boomenden Internet-Kurzmitteilungen auf - und will Ordnung in die Informationsflut bringen. Der neue Dienst Google Buzz soll nicht nur die Nachrichten von Bekannten eines Nutzers verfolgen, sondern sie auch nach Relevanz auswählen.
Google Buzz baut gemäss diesen Ausführungen auf die Mail-Dienste des führenden Suchmaschinen-Betreibers auf. Dies zeigt auch das folgende Video:
Damit ist Google Buzz ein direkter Vorstoss ins Geschäft des populären Kurzmitteilungsdienstes Twitter und des weltgrössten Online-Netzwerks Facebook. Um gegen die etablierten Konkurrenten zu Punkten, will Google mehr Komfort bieten. So sollen Bilder und Videos, die sich normalerweise hinter Link-Verweisen verstecken, automatisch geöffnet werden. Nachrichten, die viele Nutzer für interessant befanden, sollen in der Liste automatisch höher auftauchen als belanglose Informationen.
Mitteilungen aus Twitter sollen auch bei Google Buzz einfliessen, hiess es. Aus dem Google-Dienst Informationen bei Twitter reinstellen dürfte man aber erst in späteren Versionen können. Integriert sind auch Foto-Dienste wie Flickr und Picasa. Facebook fehlt dagegen in der Liste der genannten Partner.
Zweifellos sind die schnellen Kurznachrichten ein Trend, der die Kommunikation im Internet immer stärker prägt. So wurde der stete Strom der Updates immer wichtiger für die inzwischen rund 400 Millionen Facebook-Nutzer, die so über das Leben ihrer Online- Freunde auf dem Laufenden bleiben. Twitter wuchs 2009 schnell und hat nach neuesten Schätzungen zwischen 25 und 30 Millionen Nutzer - die Zahlen gehen jedoch zum Teil weit auseinander. Googles Mail-Angebote besuchen laut dem Marktforscher Comscore pro Monat 176 Millionen Nutzer.
Google war bereits zuvor auf den Mitteilungs-Trend eingeschwenkt: Twitter-Nachrichten tauchen inzwischen immer häufiger in Echtzeit bei Suchanfragen auf. Mit Google Buzz startet der Internet-Konzern jedoch erstmals ein umfassendes Produkt.
Letztlich geht es um die Aufmerksamkeit der Nutzer: Nur wer Zeit auf einer Website verbringt, kann auch durch Werbung angesprochen werden - und Internet-Werbung ist die zentrale Einnahmequelle von Google.
20.20 Uhr: Aus den Adressen der E-Mail-Partner erstellt Google Buzz automatisch eine Sammlung von Kontakten - damit entfallen die üblichen Anfragen im sozialen Netzwerk für die Aufnahme in den persönlichen Freundeskreis. Im E-Mail-Eingang finden sich dann auch die entsprechenden «Statusmitteilungen» dieser Kontakte. Alternativ können aber auch öffentliche Mitteilungen verbreitet werden - diese Veröffentlichungen erscheinen dann auf einer eigenen Webseite.
20.15 Uhr: Google hat bereits 2004 ein eigenes soziales Netzwerk namens Orkut gestartet. Dieser Dienst wird aber nur in bestimmten Regionen in grösserem Masse genutzt, vor allem in Brasilien. Facebook hingegen wird zurzeit von mehr als 400 Millionen Menschen weltweit genutzt. 20.05 Uhr: Kurz zusammengefasst ergänzt Google mit Buzz sein E-Mail-Angebot um eine neue Funktion für den Austausch von Mitteilungen, Fotos oder Videos in einem grösseren Kreis. Der vor kurzem vorgestellte Dienst tritt damit in Konkurrenz zu Twitter, Facebook und anderen sozialen Netzwerken.
19.50 Uhr: Für Google-Manager Todd Jackson ist Buzz «eine komplette neue Welt innerhalb von Google Mail».
19.45 Uhr: Inzwischen steht fest: Der neue Googledienst heisst Google Buzz. Mehr dazu in wenigen Minuten.
19.30 Uhr: Laut Techcrunch.com arbeitet Facebook offenbar schon an einer Gegenstrategie. Gemäss dieser Quelle soll das weltweit grösste soziale Netzwerk an einem eigenen E-Mail-Service arbeiten.
19 Uhr: Nicht nur Medienleute, auch Analysten wurden eingeladen. Geht es tatsächlich um eine Twitter-Konkurrenz? Der Kurznachrichtendienst hat derzeit etwa 25 Millionen Nutzer. Facebook, das eben den sechsten Geburtstag gefeiert hat, weit mehr: 400 Millionen. Gmail hat derzeit weltweit 146 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. (rek/ddp/apn/sda)
Erstellt: 09.02.2010, 21:46 Uhr

















