Warum Videos aus dem Iran dieses Mal Youtube fluten
Von Reto Knobel, Philipp Sanders. Aktualisiert am 30.12.2009
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Der Internetkonzern Google will den Protestlern im Iran weiter seine Internetplattform Youtube zur Verfügung stellen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur DTS. «Wir wollen sehen, was die Menschen im Iran sehen», so ein Google-Sprecher in Kalifornien.
Gleichzeitig rief er die Internetnutzer auf, aktiv entsprechende Videos zu kommentieren oder selbst welche zu produzieren. Während der erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen am Wochenende waren zahlreiche mit Mobiltelefonen aufgenommene Videos im Web aufgetaucht, die sowohl die Gewalt der Sicherheitskräfte als auch der Demonstranten zeigen.
«Bedienungsanleitung» via Twitter
Weshalb diese Flut von Videoclips? Schliesslich schalten die Behörden in Teheran Internet- und Mobilfunkdienste immer wieder ab, oder reduzieren die Übertragungsrate. Mit ein Grund ist sicher, dass in den letzten Tagen die Demonstranten über Twitter laufend technische Tipps bekommen, etwa darüber, wie man auf vom Regime gesperrte Seiten zugreifen kann.
Laut Informationen der «Süddeutschen Zeitung» laden ausserdem Blogger wie der im Ausland in London lebende Mehdi Saharkhiz immer wieder neue Videos von den Demonstrationen hoch. In der englischen Hauptstadt befindet sich die grösste iranische Exilgemeinde.
Zensur wird zum Bumerang
Ausländische Korrespondenten werden derzeit massiv an ihrer Arbeit gehindert. So meldet der Deutsche Journalistenverband, dass ausländische Medienleute, die über Demonstrationen berichten, ausgewiesen oder festgenommen werden. Auch die Vereinigung Reporter ohne Grenzen kritisiert, dass die Regierung Augenzeugen einer Zensur unterwerfen.
Darum ist es für die Opposition um so wichtiger, Portale wie Youtube zu nutzen. Sie sind in den Augen der Regimekritiker derzeit der einzige Weg, die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zu gewinnen. «Jeder muss ein Nachrichtenmedium sein», sagt die bekannte Sarah Rahnaward, Regimekritikerin und Frau von Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi.
Eine Aufgabe, die erfüllt scheint. So berichtete Christiane Amanpour, Star-Moderatorin mit iranischen Wurzeln bei CNN, unlängst aus Teheran mit den Worten: «Der Prozess der Meinungsäusserung ist jetzt absolut demokratisiert.»
Der Problem der Authentizität
Allerdings hat die ganze Sache einen Haken – die Echtheit der Videos lässt sich kaum überprüfen. So ist um die Authentizität eines von CNN ausgestrahlten Clips in den USA eine Debatte entbrannt. In diesem Clip sieht man, wie ein Polizeiauto in eine Menge rast und unter dem Schreien der Menschen einen Demonstranten tötet. Die Bilder, die im Internet verbreitet wurden, sollen laut «Financial Times» am Sonntag aufgenommen worden sein. Sogar CNN gab zu, dass die Echtheit der Aufnahmen nicht zu überprüfen sei. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.12.2009, 13:28 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




