Was Samsungs iPad-Rivale besser macht
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Das an der IFA in Berlin vorgestellte Galaxy Tab ist in aller Munde und gilt als eines der Highlights der Messe. Doch ist das Tablet ein echter iPad-Killer? Gizmodo.de hat die Hardware getestet.
Verarbeitung
«Fühlt sich gut an!», war der erste Gedanke, als ich das Tablet in die Hand nahm. Es ist nicht zu schwer, nicht zu leicht. Genau richtig. Schön flach, nicht zu dick. Bei der Verarbeitung muss es keinen Vergleich mit dem iPad scheuen. Der Aufbau der beiden Geräte ist sehr ähnlich. Die Rückseite hat die gleiche Farbe und Beschaffenheit und der dicke schwarze Rahmen auf der Vorderseite ist bei beiden vorhanden. Auch positiv aufgefallen: Das Galaxy Tab scheint weniger zu spiegeln als das iPad. Das ist allerdings mein subjektiver Eindruck, da ich gerade kein iPad zum Vergleichen dabei hatte.
Das Galaxy ist 7 Zoll gross und liegt wesentlich angenehmer in den Händen als das iPad. Ein Beispiel: Man hält das Tablet waagrecht mit beiden Händen und möchte so im Stehen einen Text auf der virtuellen Tastatur tippen. Auf dem iPad hatte ich Mühe damit, weil das Keyboard-Bildschirm-Verhältnis einfach verkehrt ist (und ich habe wirklich grosse Hände). Bei dem Galaxy Tab gibt es dieses Problem nicht. 7 Zoll scheint für diesen Anwendungszweck genau die richtige Grösse zu sein. Wenn man das Gerät auf seinem Schoss ablegen möchte, ist das iPad sicherlich die bessere Alternative – allein wegen der Display-Grösse.
Geschwindigkeit
Angetrieben wird das Tab mit einem Cortex A8 1.0 GHz CPU, der einen guten Job macht. Die Wartezeiten sind minimal und das Gerät reagiert recht fix. Abgesehen von den typischen Android-Aussetzern, die es hier und da gibt, ist die Performance des Galaxy Tab wirklich nicht übel - auch hier braucht sich das Tablet nicht vor dem iPad zu verstecken. Android auf einem Tablet ist einfach eine sehr gute Idee. Ein freies Betriebssystem ohne die typischen Apple-Einschränkungen. Übersichtlich, dynamisch, frei modifizierbar. Einfach grossartig.
Kritikpunkte
Nach dem Lob kommen wir auf die negativen Punkte zu sprechen. Bei der Benutzeroberfläche des Android-Tablets gehört Samsung ( 222.001 2.05%) in die gleiche Fraktion wie LG (und teilweise HTC) – man setzt auf ein eigenes Interface, was gleich mehrere Nachteile hat: In der Regel ist es langsamer oder unübersichtlicher. Geschmäcker sind ja grundsätzlich verschieden, weswegen ich an dieser Stelle nicht darauf eingehen möchte, ob ein modifiziertes Interface besser aussieht. Der definitiv grösste Nachteil ist aber eine verzögerte Auslieferung der Android-Updates. Kein mobiles OS entwickelt sich so rasch wie Android. Neue Versionen bringen teilweise erhebliche Verbesserungen mit sich. Da ist es natürlich ärgerlich, wenn man ein halbes Jahr oder teilweise auch länger auf ein Betriebssystem-Update warten muss, weil der Hersteller erst das Interface anpassen muss.
Ein Beispiel: Android 2.2 ist bereits seit einer ganzen Weile erhältlich und das Galaxy S (das Top-Android Smartphone von Samsung) läuft immer noch mit Android 2.1. Ein Update ist noch nicht erhältlich und soll erst irgendwann mal in den nächsten Wochen kommen. Warum sollte sich Samsung beim Tablet irgendwie anders verhalten.
Anderes Beispiel: Dell Streak. Das Mini-Tablet läuft immer noch mit Android 1.6. Ein Update auf 2.1 soll im Oktober kommen. Version 2.2 dann irgendwann im November. Schuld daran ist auch hier ein eigenes Interface.
Vorteile gegenüber dem iPad
Android habe ich bereits im letzten Punkt erwähnt. Doch das Galaxy Tab hat auch einige andere Vorteile. Der grösste ist sicherlich, dass es eine Kamera hat und damit Fotos und Video aufnehmen kann (3 Megapixel Rückseite und 1,3 auf der Front). Ausserdem kann man mit dem Galaxy auch telefonieren. Es existieren echte Bluetooth-3.0-Verbindungen, man unterstützt Flash und hat mehr Schnittstellen als das iPad. Der Formfaktor ist Geschmackssache.
Nachteile gegenüber dem iPad
Einer der grössten Nachteile ist sicherlich die Vertragsbindung. So wie es aussieht, möchte Samsung die Geräte genauso vertreiben wie ein gewöhnliches Smartphone. Das bedeutet, dass man es mit Vertrag kaufen oder einen horrenden Preise für ein vertragsfreies Gerät bezahlen muss. Eine reine WLAN-Version ist nicht geplant.
Das Galaxy Tab ist derzeit wahrscheinlich eines der besten Geräte, aber wer weiss, wie lange noch. Im vierten Quartal dieses Jahres sollen bereits die ersten Tablets mit Android 3.0 und Dual-Core-Prozessoren oder sogar Tegra-Chips auf den Markt kommen. Eine schwierige Entscheidung: Jetzt kaufen und in ein paar Monaten eventuell enttäuscht sein oder ein paar Monate ohne Tablet auskommen? Davon abgesehen könnten die Vertragsbindungen auch den einen oder anderen potenziellen Kunden vom Kauf abhalten.
Fazit: Wer ungeduldig ist, macht mit dem Galaxy Tab sicherlich nichts verkehrt. Es ist schliesslich zu Recht eines der Highlight-Produkte der diesjährigen IFA. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.09.2010, 09:45 Uhr



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