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Website vereint Kulturschätze der Welt

Aktualisiert am 14.04.2009

Am 21. April eröffnet die UNESCO die World Digital Library. In dem digitalen Archiv können Nutzer gratis Fotos, Tondokumente, Gemälde und Zeitungen aus aller Welt bewundern.

Am 21. April wird mit der World Digital Library ein ambitioniertes Digitalisierungsprojekt online gehen, das sein Material von einer Vielzahl renommierter Bibliotheken, Schriftensammlungen und Archiven aus der ganzen Welt bezieht. An dem von der UNESCO geförderten Projekt, das vor mittlerweile vier Jahren von James Billington, dem damaligen Leiter der Library of Congress in Washington, initiiert worden ist, beteiligen sich weltweit 32 Partnerinstitutionen. Mit dabei sind unter anderem so angesehene Bibliotheken wie die Bibliotheca Alexandrina und die Nationalbibliotheken Ägyptens, Frankreichs oder Russlands. «Die World Digital Library wird bedeutende Primärmaterialien aller Kulturen rund um den Globus in vielen verschiedenen Sprachen kostenlos im Internet zugänglich machen», heisst es auf der entsprechenden Homepage. Ziel des umfangreichen Engagements sei die Förderung des internationalen und interkulturellen Verständnisses.

Der Anspruch, authentisch zu sein

«Wir hoffen, dass die World Digital Library die verschiedenen Kulturen wieder näher zueinander rücken lässt und zu einem besseren gegenseitigen Verständnis der einzelnen Kulturkreise führt», erklärt John Van Oudenaren, Leiter des Projekts, gegenüber dem britischen «Guardian». In Kooperation mit den beteiligten Partnern sei man besonders darum bemüht, das Material für die Onlinebibliothek aus so vielen Regionen der Welt zusammenzutragen wie möglich. Angesichts der Situation in vielen Entwicklungsländern, die grossteils über keine Digitalisierungsmöglichkeit verfügen, sicherlich kein leichtes Unterfangen. «Dieses Projekt ist längerfristig angelegt. Im Moment haben wir 32 Partner, im Prinzip könnten es aber Hunderte sein. Unser Ziel ist es, in jedem Land dieser Welt eine Partnerinstitution zu finden, denn nur dann können wir eine authentische Weltbibliothek sein», betont Van Oudenaren.

Nahost im Brennpunkt

Eine wesentliche Rolle im Digitalisierungsprojekt nimmt laut seinem Leiter vor allem der Nahe Osten ein. So werden unter anderem die Nationalbibliothek des Irak, die König Abdullah Universität und die Qatar Foundation in Saudi Arabien sowie die für ihren enormen kulturellen Schatz berühmte Bibliothek von Alexandrina Material aus dem eigenen Archiv zur Verfügung stellen. «So viele der derzeitigen Probleme zwischen dem Westen und der Arabischen Welt beruhen auf Missverständnissen. Dieses Projekt gibt uns die Möglichkeit, uns der Welt mitsamt unserer Kultur und Literatur zu präsentieren», stellt Sohair Wastawy, Leiterin der Bibliothek von Alexandrina, fest. Auf diese Weise werde schlussendlich auch der interkulturelle Dialog gefördert.

Kultur ist auch im Web gefragt

Dass derart ambitionierte Digitalisierungsprojekte in der Öffentlichkeit auf ein ungemein grosses Interesse stossen, hat bereits der Start des europäischen Pendants zur World Digital Library, der von der EU-Kommission initiierten Onlinebibliothek Europeana gezeigt. Nachdem die Nationalbibliotheken und Kulturinstitute der 27 EU-Mitgliedsstaaten mehr als zwei Millionen Bücher, Landkarten, Aufnahmen, Fotografien, Dokumente, Gemälde und Filme aus den eigenen Beständen für das Projekt zur Verfügung gestellt hatten, brach die Seite gleich zum Start unter dem immensen Nutzeransturm zusammen. Laut eigenen Angaben haben für die Europeana mehr als 1000 Archive, Museen und Bibliotheken digitalisiertes Material zur Verfügung gestellt. (rek/pte)

Erstellt: 14.04.2009, 16:12 Uhr

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