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Wer mit Microsofts Kumo sucht, bekommt Geld

Aktualisiert am 20.03.2009

Der Softwareriese will neue Wege gehen, um im Suchmaschinenmarkt Terrain gutzumachen.

Der Aussenseiter in der Internet- Suche zu sein hat für Microsoft-Chef Steve Ballmer einen Vorteil: Im Gegensatz zum Marktführer Google kann er experimentieren. «Google muss es allen recht machen», sagt Ballmer. «Unsere Suchmaschine muss das nicht.» Um den Marktanteil langsam zu steigern, wolle Microsoft neue Geschäftsmodelle ausprobieren.

Die Suchtechnik von Microsoft soll die Suchanfragen der Nutzer besser verstehen als die Angebote der Konkurrenz und so bessere Ergebnisse liefern. Der Softwareriese aus Redmond will seine Suchmaschine zudem durch finanzielle Anreize für die Nutzer attraktiv machen. Wer über das geplante neue Microsoft-Suchangebot nach Produkten sucht und dann kauft, soll Boni in bar erhalten. Die neue Suchmaschine des weltgrössten Softwarekonzerns, die Kumo.com heissen soll, wird derzeit getestet.

Marktanteil ist gar gesunken

Bislang haben die Bemühungen von Microsoft im Geschäft mit der Internetsuche kaum gefruchtet. Der Marktanteil ist niedriger als vor vier Jahren, als Microsoft von der Suchtechnologie von Yahoo Inc. auf eigene Programme umstellte. Nach Angaben des Marktbeobachters ComScore Inc. wurden in den USA rund acht Prozent aller Suchanfragen an die Microsoft-Suchmaschine Live.com gestellt. Google hatte einen Marktanteil von 63 Prozent, Yahoo kam auf 21 Prozent.

Microsoft-Chef Ballmer will die Position der eigenen Suchmaschine mit kleinen Schritten verbessern. «Von acht Prozent müssen wir nicht den Sprung auf 60 Prozent schaffen. Acht auf sechzig - das ist schwierig», so Ballmer. «Acht Prozent sollen zu zehn Prozent werden, zehn zu zwölf, zu 15, 18, 20.»

Marktanteil ist gar gesunken

Branchenkenner sehen die Strategie skeptisch. «Ballmers Argument unterstellt, dass sie noch Zeit haben», sagt Rob Helm von Directions on Microsoft. Das Analysehaus hat sich exklusiv der Beobachtung von Microsoft und der Produkte aus Redmond verschrieben. «Im Bereich Internet-Werbung hat Microsoft einige wichtige Innovationen verpasst und ich weiss nicht, ob für Microsoft da noch viel zu holen ist.»

Besonders schwierig

Ballmer räumt ein, dass das Suchmaschinengeschäft besonders schwierig sei. Für ihn und andere Topmanager bei Microsoft sei es wesentlich härter gewesen, sich einzuarbeiten als in den meisten anderen Geschäftsbereichen. Um Erfolg zu haben, müsse Microsoft verstärkt in Computertechnik und Datenverarbeitungszentren investieren, um die ausufernden Datenmengen zu verarbeiten, die durch Seiten wie Facebook und Twitter geschaffen werden.

«Man muss bereit sein, sich auf ein Geschäft einzulassen, bei dem es um Grösse geht. Da hat der Marktführer einen Vorteil, besonders wenn er so dominant ist wie Google», so Ballmer. Für das Finanzjahr ab Juli hat Microsoft angekündigt, die Ausgaben in etwa stabil zu halten. Um in die Internetsuche zu investieren und mehr Entwickler einstellen zu können, will Microsoft in anderen Geschäftsbereichen bis zu 5000 Stellen streichen. Manche Projekte wie die Entwicklung des Microsoft Flugsimulators wurden eingestellt. (se/Bloomberg)

Erstellt: 20.03.2009, 17:53 Uhr

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