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Windows bekommt viele Browser

Microsoft lenkt im Streit um den Internet Explorer ein: Händler dürfen künftig das weitverbreitete Betriebssystem mit verschiedenen Browsern ausstatten.

Microsoft wird verschiedene Browser anbieten: Wettbewerbskommissarin EU-Kommissarin Neelie Kroes.

Microsoft wird verschiedene Browser anbieten: Wettbewerbskommissarin EU-Kommissarin Neelie Kroes.

Microsoft habe eingewilligt, PC-Händlern künftig den Verkauf von des Betriebssystem mit Browsern konkurrierender Hersteller zu erlauben, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Die vielen Millionen Verbraucher, die heute schon Windows und den dazugehörigen Internet Explorer von Microsoft nutzen, will der IT-Konzern auf Druck der EU-Wettbewerbshüter über Alternativen informieren.

Microsoft wird nach Kommissionsangaben für einen Zeitraum von fünf Jahren allen Nutzern von Windows XP und Windows Vista ein Update anbieten, nach dem auf dem Computerbildschirm ein Zusatzfenster mit Informationen zu verschiedenen Internet-Browsern erscheint. Dies soll den Verbrauchern die Entscheidung erleichtern, anstelle des Internet Explorers ein Konkurrenzprodukt auf ihrem Rechner zu installieren. Microsoft wird nach Angaben von EU-Kommissarin Neelie Kroes Informationen über zwölf verschiedene Browser anbieten.

Microsoft will neuem Millionen-Bussgeld entgehen

Der US-Konzern will mit diesen Zugeständnissen einer weiteren Wettbewerbsstrafe entgehen. Die EU-Kommission hatte wegen der Koppelung von Windows mit dem Internet Explorer im Januar 2008 ein Verfahren gegen Microsoft eingeleitet. Wettbewerbskommissarin Kroes will nun anderen Software-Konzernen, Computer-Herstellern und Verbraucherschutzverbänden Gelegenheit geben, zu den von Microsoft angebotenen Zugeständnissen Stellung zu nehmen. Fällt dieser sogenannte «Markttest» positiv aus, so würden die Angebote von Microsoft für verpflichtend erklärt.

«Ein bedeutsamer Schritt»

Microsoft-Anwalt Brad Smith zeigte sich erleichtert, dass die EU-Kommission die Zugeständnisse positiv bewertet. Dies sei «ein bedeutsamer Schritt zur Beendigung jahrzehntelanger Sorgen» für den Konzern in Europa, sagte Smith in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Die EU-Kommission hat in der Vergangenheit wegen der Verknüpfung von Windows mit der Musik- und Video-Software Media Player bereits eine Geldstrafe von fast 500 Millionen Euro gegen Microsoft verhängt. Im Februar 2008 erlegte sie dem Konzern wegen Verstosses gegen diverse Wettbewerbsauflagen ein weiteres Rekord-Bussgeld in Höhe von 899 Millionen Euro auf. (ah/ap)

Erstellt: 07.10.2009, 14:43 Uhr

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