«Wir langweilen uns gegenseitig»: Der Tod des «hippen» Facebook
Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 08.09.2009 78 Kommentare
Umfrage
Facebook-müde
Wer im Internet nach Beiträgen sucht von Leuten, die «tired of Facebook» sind oder glauben: «Facebook jumped the shark» (etwa: ist über dem Zenit), wird schnell fündig. Einige sagten dem Portal sogar bereits 2007 das Ende voraus. Trotzdem sind heute mehr Benutzer eingeloggt denn je.
«Hans Muster ist kein Fan mehr von Facebook». Diesen Status könnten demnächst mehrere User der beliebtesten Community-Plattform melden. Denn die Zeichen mehren sich, dass Facebook seinen Zenit überschritten haben könnte: Frühere Facebook-Fanatiker loggen sich nur noch einmal im Monat ein, einst aktive Statusschreiber haben noch immer den Status vom 1. August und die Radikalen haben in einer Nachricht an alle ihren Austritt bekannt gegeben.
Sie löschen Freunde, werden zu «Passivmitgliedern» oder steigen ganz aus. Sie haben keine Lust mehr auf die neuesten Party-Fotos ihrer WK-Kameraden. Sie wollen auch nicht wissen, was für ein Drink die ehemalige Schulfreundin wäre oder was der Ex-Freund heute gefrühstückt hat. Der Facebook-Overkill hat eingesetzt.
Von euphorisch zu entnervt
Gründe dafür gibt es viele: Die einen fühlen sich genervt, die anderen gelangweilt, während nochmals andere einfach ihre Zeit nicht mehr mit Facebook vergeuden wollen. Sie haben Angst vor Stalkern und davor, zu viel von sich preiszugeben. Oder sind schlicht überfordert, sich für den Output – Fotos, Links, Gemütszustand – all ihrer «Freunde» zu interessieren.
Die Stimmung ist gekippt: von euphorisch zu entnervt, so scheint es. Virginia Heffernan schreibt in der «New York Times» gar von einem Exodus. Und das «Wall Street Journal» druckte den Essay «Wie Facebook die Freundschaft zerstört». «Wie viele andere erlebe ich eine Facebook-Ermüdung», schreibt Elizabeth Bernstein darin und bilanziert: «Wir langweilen uns gegenseitig.»
Von Freunden zugespamt
Der eigentliche Vorzug von Facebook ist gleichzeitig auch seine grösste Bremse: Je mehr Freunde man hat, desto anstrengender ist das digitale «Meine-Freunde»-Buch. Zu Beginn macht es Spass, sich als Jäger und Sammler zu betätigen und wie wild nach Freunden zu suchen. Doch hat die Zahl der Freunde ein kritisches Mass überschritten, läuft die Startseite über und man wird mit belanglosen Informationen zugespamt.
Selbst Microsoft-Gründer Bill Gates, ein Mann, der für Computer lebt, löste deshalb unlängst seinen Facebook-Account auf. Er hatte einfach zu viele Freunde.
Facebook leidet am Phänomen «Klassenzusammenkunft»: Auf die obligaten «wie geht's?» und «was machst du jetzt eigentlich?» folgt meist gähnende Leere. Auch an den oftmals narzisstischen und exhibitionistischen Profilen hat man sich schnell einmal satt gesehen. Oft hinterlässt das Leben der anderen ohnehin nur Neid: Der hat aber viele Freunde! Die sieht aber gut aus! Der hatte es wieder schön in den Ferien! Der Reiz des Neuen ist verflogen. Ebenso der Reiz der Neugierde. «Ich merkte, dass die Magie weg war», bringt es Bloggerin Libby auf den Punkt.
Sogar die Eltern sind bei Facebook
Gewissermassen ist Facebook das Opfer seines eigenen Erfolgs: Es ist so populär, dass es schon wieder «out» ist. Spätestens wenn die eigenen Eltern dabei sind, nehmen die Jungen Reissaus. Wie eine Umfrage unter jungen Engländern zeigt, büsste die Plattform für die Jugendlichen an Attraktivität ein, sobald deren Eltern sich angemeldet hatten. So ging der Anteil der 15- bis 24-Jährigen mit Facebook-Profil im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 50 Prozent zurück. Zugleich nahm der der 25- bis 34-Jährigen um sechs Prozent zu (Vorjahr 40 Prozent).
Während nun gewisse Firmen Facebook für ihre Angestellten sperren, scheinen nun immer mehr User von alleine darauf zu kommen, dass sie Facebook nicht brauchen.
Bei einigen ist es gar eher Angst, die sie zum Rückzug zwingt: «Es ist nicht dein Facebook-Profil. Es ist Facebooks Profil von dir», findet Leif Harmsen, der in den USA einen regelrechten Kreuzzug gegen Facebook fährt. Er sieht im Portal ein Instrument des Kommerzes, das den User beobachtet und mit Werbung und überflüssigen Applikationen zumüllt. Immer wiederkehrende Layout-Änderungen und zu akzeptierende Rechtsbestimmungen strapazieren die Nerven der User. Genauso wie die Flut an Einladungen zu stumpfsinnigen Quizzes und Spielen.
Die Community wächst und wächst
Deswegen das baldige Ende von Facebook vorauszusagen, wäre vermessen. Zumal die Zahlen eine klare Sprache sprechen: Facebook hat weltweit mehr als 250 Millionen registrierte Mitglieder. Über 600 Millionen US-Dollar Kapital sind in das Portal geflossen, dessen Wert heute auf 10 Milliarden geschätzt wird. In der Schweiz gibt es über 1,5 Millionen User. Tendenz steigend.
Allerdings dürften darunter jede Menge Facebook-Zombies sein, User, die sich einmal eingeloggt, aber danach kaum mehr mit dem Portal beschäftigt haben. Ähnlich wie bei der virtuellen Welt «Second Life», um die 2006 ein fast ebenso grosser Hype entstand, welche jedoch kurz darauf trotzdem in der Versenkung verschwunden ist.
Wer weiss, wann die Facebook-Blase platzt. Der Punkt der Sättigung könnte bald erreicht sein. Und die User Facebook links liegen lassen. Wie es ein Kind mit einem Spielzeug tut, mit dem es zu lange gespielt hat. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 08.09.2009, 11:53 Uhr
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78 KOMMENTARE
Ich hab mich vor langer Zeit mal angemeldet, und eingeloggt, und geschaut, und wieder geschaut, und dann irgendwie nicht recht gewusst für was das geschaute jetzt genau gut sein soll. Hab herumgeklickt und war schon nach einem Tag gelangweilt sowie genervt von Nonsense. Die meiste Zeit auf FB hab ich dann noch damit verbracht, zu suchen wo genau ich jetzt mein Profil unwiederruflich löschen kann.
Facebook ist genau soviel, wie WIR hineingeben, was WIR damit machen. Wer nur dabei ist, um hip und cool zu sein, hat vermutlich ein grundsätzliches Problem mit sich selbst. Diese Leute rennen jetzt wieder davon und mir kann's recht sein. Ich habe bei Fb einige interessante Leute und Gruppen kennengelernt, mit denen ich mich austausche und inspiriere, mal ganz abgesehen von "alten" FreundInnen.
Facebook kann wohl weniger leicht abgelöst werden als MySpace, denn bei Websites wie Facebook ist das Entscheidende, dass viele Leute, die man kennt bereits angemeldet sind, und für neue Netzwerke ist es sehr schwierig, die kritische Masse zu erreichen. Andererseits sind die meisten zwar angemeldet, loggen aber nur hin und wieder ein, das ist wohl die Zukunft von Facebook.
facebook langweilt mich schon lange..... Und dieseso genannten "Freunde" so ein Theater Es gibt andere tollere Blattformen Gruss aus Nigaragua Hans
Alle diese Hypes (meist aus Amerika, und meist aus den Städten), sind Seifenblasen die sich ständig wieder-holen. Rollschuhe (äh, sorry RollerBlades), Skateboard, Kickboard, Swatchuhren und was da alles an Schrott schon aufgetaucht ist. Nun sind es Myspace, FB. Und wieder rennen alle einander hinterher, weil man dabei sein will. Begründungen findet man natürlich schnell. Herdenverhalten. Gäähhhn..
Ich bin grundsaetzlich gegen diese Art der Kommunikation. Akzeptiere weder MSN, YU Tube, Sonico noch Facebook. Alle scheinen mir mit einem unserieusen Hintergrund zu liebaeugeln. Moralische und Ethische Motive mit Nullpunkt Charakter. Ich weise alle eingehenden e-mails in den Kehrichteimer, trotzdem ich nicht unbedingt Pruede bin. Wer Mitmachen will soll sich beteiligen. Jedem sein eigenes Leben,
Ich (45) finde Facebook einfach toll. Auch wenn ich unter meinen "Freunden" zu den ältern Semestern gehöre. Ich bin in verschiedenen Gruppen, aus beruflichen, politischen Gründen oder aus Spass aktiv. Es ist befruchtend, sich mit "fremden Freunden" auszutauschen, die ähnliche Interessen haben, ohne in einem völligen anonymen Chat zu kommunizieren. Jeder kann von sich soviel presgeben wie er will!
Eines Tages (und vielleicht sogar schon bald) wird Facebook bestimmt abgelöst. Trotzdem glaube ich, dass das Konzept der Social Networks weiterhin erfolgreich bleiben wird. Es braucht aber sicherlich neue, innovative Ideen und Funktionen. Falls sich Facebook stetig weiterentwickelt, sähe ich sogar eine längere Zukunft für Facebook. Obwohl ich letztens die Oma eines Bekannten auf FB entdeckt habe.
@ Baer Daniel: Autsch. Dein Kommentar (15:45) ist ein schweres Vorurteil. Was würdest du sagen, wenn selbstständig erwerbend wärst und unter anderem dank Facebook Aufträge und Projekte aus der ganzen Welt einholen kannst? Bei mir ist das der Fall. Ich reise beruflich sehr viel und freue mich über die Möglichkeit, trotzdem zu wissen, wie es meinen Freunden geht.
Ich will meine alten Schulfreunde gar nicht treffen, ausser auf einem Klassentreffen. Mit denen, die ich sehen will, kann ich Kontakt aufnehmen via SMS oder E-mail. Meine Fotos zeige ich gerne persönlich mit einem lustigen Kommentar dazu, ich freu mich jeweils über die Reaktionen. Wenn jemand etwas tolles tut, erfahre ich das mit Freuden persönlich und höre mir seine Geschichten gerne an.
@R.Schlumpf und andere, die FB verurteilen, obwohl sie selber keinen Account besitzen. Bin erstaunt über die vielen vorgefertigten Meinungen Schön, dass ihnen ihr Telefon und ihr E-Mailprogramm "ausreicht". Natürlich würden wir es "überleben" wenn FB verschwindet, aber nützlich ist es für mich allemal--> Freunde in Übersse, stets aktuelle Kontakte, Fotos von Freunden an einem Ort ansehen etc.
So klingt die Mehrheit von euch: "Wer braucht schon ein Telefon. Die die so ein Telefon haben, haben keine echten Freunde mit denen sie normal sprechen können! Das Telefon wird auch bald verschwinden!" "Email ist doch wieder so ein Hype. Ich brauche kein Email. Es ist so unpersönlich. Ich schicke lieber einen Brief per Post!" Fakt: Facebook und co. sind ein weiterer Schritt in die Zukunft.
Mail und Telefon reichen vollkommen, um die Kommunikation miteinander aufrecht zu erhalten. Facebook ist was es ist, ein weiteres Tool im Internet, dass irgendwann verschwinden wird. Die Menschheit wird es überleben...
Ach, und noch @ Stefan Müller: Niemals behaupten, man wisse alles! Wie gesagt benutzen viele Leute FB auf eine andere Art, ich habe nicht viele, aber doch einige Personen nur über FB kennengelernt und z.T. noch nie persönlich gesehen! Klar, diese Bekanntschaften sind nur selten von Dauer, aber sie existieren. @A. Steiner: Nochmals: Nicht von Dingen erzählen, die man nicht selbst kennt/benutzt.
Zig Millionen Menschen brauchen das. Die meisten Leute benutzen Facebook, um mit alten und neuen Bekanntschaften in Kontakt zu bleiben und hierfür ist es ideal. Wenn man Themen und Interessengruppen sucht, kann man genausogut Google benutzen. Vielleicht erreicht FB bald seinen Zenit, aber es wäre schade, wenn es zugrunde ginge, so eine umfassende Kontaktdatenbank kommt nicht so schnell wieder.
Facebook sollte einfach die Spaming- und Nonsens-Applikationen abschaffen. Das nervt unglaublich! Ansonsten ist Facebook ein super Tool um seine Kontakte online zu verwalten und zu kommunizieren. Und wer unnötig unbekannte Leute addet ist eh selber schuld. Persönlichkeit ist halt auch im online Leben das A und O!
ich nutze fb schon seit ca. 3 jahren. da ich verwandte und bekannte vor allem in übersee habe, ist dies für mich ein gutes portal, mit diesen menschen in kontakt zu bleiben. positiv ist auch, dass ich z.b.fotoalben nur für bestimmte leute frei geben kann. durch verschiedene gruppen gleichgesinnter kontte ich schon viele interessante gespräche führen. wer's nicht will, soll's bleiben lassen. punkt.
Facebook – "die Bretter die die Welt bedeuten" – für Exhibionisten, die auf breiter Ebene ihre Selbstdarstellung proklamieren. Meist jedoch vernachlässigen sie ihre persönliche Kontakte zur Familie und ihrem Freundeskreis!
Facebook ist wirklich unbrauchbar. Wenn ich eine community nutze, ist das Wichtigste die Suche nach Themen und Interessengruppen wie bei den guten alten "Yahoo Groups". Das fehlt bei Facebook völlig, da gibt's nur eine Suche nach Namen. Wer braucht denn sowas ?
Was soll diese Totsagung? Ich brauche Facebook wie das Telefon. Das wird immer so bleiben. Ich habe meine Bekannten als Freunde. Nichts weiter. Niemand lernt in Facebook Leute kennen, das ist ein Ammenmärchen. Die, die das schreiben, kennen Facebook nicht. Es ist nichts anderes als eine Mischung aus E-Mail, Agenda, Fotoalbum. Eigentlich das, was andere im teuren iPhone mit sich tragen.
Ich bin selber ein Netz-Junkie, ab 1995 regelmässig online, ob Gopher, Usenet, WWW, alles durchgemacht. Trotzdem bin ich nicht so bescheuert, mich überall unbedingt anmelden zu müssen. Viele User sind einfach zu naiv, und können gar nicht abschätzen, auf was sie sich da einlassen. Ich war nie in Facebook, MySpace, 2nd Live, und den ganzen Datensaugern. Selbst schuld, kann ich da anderen nur sagen.
klar haben nicht-User das Gefühl, alle FB-User hätten nur virtuelle Freunde.. ich habe schon x Leute via FB kennengelernt, PERSÖNLICH, nicht ONLINE, und lange verlorene Schul- und Brieffreunde wiedergefunden. Auch zeige ich meinen Verwandten in den USA wia FB Fotos von meinem Sohn. Was ist schlecht daran?
wer braucht schon facebook??? es lässt die menschheit noch schneller verblöden, und die jungen meinen, es sei cool wenn man 1000 "freunde" hat.. obwohl noch nie jemand den anderen live gesehen hat! aber ist ok wer facebook braucht.. auch diese werden irgendwann aufwachen und mit diesen unnützen "community" tools aufhören! von wegen community, wenn jeder ALLEINE vor dem compi hockt!!!!
Ich finde interessant wie sich gewisse Versager darstellen im Facebook. "S. is chillin at home" "S. goes to the cupoule tonight." S. hates this weather!" Was kümmert mich was der Versager gerade tut. Facebook ist doof!
Besonders ausländische Studenten in Deutschland nutzen Facebook und ähnliche Tools lebhaft um untereinander aber auch zu früheren Freunden im Herkunftsland Kontakt zu halten. Und zu den kulturpessimistischen Heulsusen: Viele Leute die in Facebook sehr aktiv sind, sind ebenso im realen Leben sehr aktiv. Ich kann dank facebook in fast jedem teil indonesiens bei Facebook-Freunden übernachten.
Ha, da bin ich richtig stolz, XING hatte ich vor genau einem Jahr gelöscht, und FACEBOOK bin ich erst gar nie beigetreten, eine totes Pferd wollte ich nie reiten.
Ich kenne FB nicht. Vor und nach 1988 war ich im aktiv und Mitbegründer eines Computer-Clubs in Zürich. Wir schrieben uns mittels Mailbox-Programm, öffentlich einsehbar, in Frankfurt, Zürich, Italien. Bei meiner späteren Autobiografieerstellung stellte ich fest, dass ausser einer Todesanzeige eines Clubs, den Statuten des gegründeten Clubs in Zürich, die Erinnerung an das Witzbrett nichts blieb.
Facebook ist halt auch nicht Facebook, es kommt ganz darauf an wie man damit umgeht. Keiner hat 250 oder mehr "Freunde" im echten Leben, kaum einer wird mit der folgenden Flut an teils sinnlosen Meldungen umgehen können. Persönlich nehme ich nur Leute auf mit denen ich auch realen Kontakt habe, dann bleibt der Umfang wie Zeitaufwand überschaubar. Und FB ist und bleibt nur EIN Kommunikationsweg...
Was, FB hat nur 1,5 Mio. User in der Schweiz? Höchtste Zeit, dass es totgesagt wird.
@Marcel Weber: Danke für ihre Meinungsäusserung. Das ist für mich bisher die einzige Begründung, welche Facebook einen Sinn zuweist. Für alles andere, welches in den Kommentaren auftaucht, brauche ich eine solche Plattform wirklich nicht, da genügen mir die Mailadressen meines realen Kollegenkreises. Und dann gibt es ja noch das Telefon, wenn man höflicherweise die Zeitzonen berücksichtigt :-)
... da es im Netz ohnehin von Kommunikationsauthisten wimmelt wäre es wohl gar nicht so schlecht, wenn sich einige davon auch mal wieder an die frische Luft und unter Menschen begeben würden...
... ist eigentlich immer das Gleiche: All diese *Tools* haben eine beschränkte Lebensdauer. All die Chat Channels ende 90er Jahre, all die Bloggers, Facebook, XING etc. Was zuerst im kleineren Rahmen hip ist wird später mit der ganz grossen Masse uninteressant. Da wird noch manches kommen und dann wieder gehen. Also: Don't panic! Muss jeder für sich entscheiden, viel Zeit er da im Netz verbratet
Der klassische Web-2.0-Zyklus. Zuerst eine verschworene Neuentdeckung, dann explosionsartiger Hype und ein Jahr später der Niedergang in die Bedeutungslosigkeit - die Internetkarawane zieht weiter. Vorläufermodelle dieses Zyklus waren z.B. 2nd Life und die ganze Blogosphäre, Nachfolger wird z.B. Twitter sein. Problematisch dabei ist nur, dass die privaten Daten auf ewig durchs Netz wandern werden.
facebook lässt Phantasie, Privatsphäre und Beziehungsqualität verkümmeren, es veroberflächlicht den zwischenmenschlichen Austausch und die Mitglieder dieser Internetplattform (zu hilflosen Konsumenten verkommen) verlieren zusehends die Kontrolle über das von ihnen ins Netz gestellte, ihre Zeit und sich selbst. Am besten verschwindet fb wieder so schnell wie es aufgetaucht ist.
Mit meinen (richtigen) Freunden telefoniere und smse ich nach wie vor und sehe diese "Face to Face". Facebook hat aber auch seine Vorteile zum Organisieren von Events und sonstigen Anliegen: Nirgendwo sonst kann ich einen Grossteil meiner Freunde ohne Aufwand informieren und diese können wiederum ihre Freunde auf meinen Event aufmerksam machen... Ein vergleichbar wertvollesTool gibt es nicht.
Gut möglich, dass einige Party-Kids allmählich erwachsen werden und infolge andere Interessen entwickeln. Facebook ist aber nach wie vor eine tolle Sache. Hier kann man sich mit Leuten gleichen Interessens unterhalten, beispielsweise über die kommende Abstimmung über die Zusatzfinanzierung der IV via MwSt-Erhöhung usw. Man kann Events organisieren (Blödel-Saufpartys oder eben politische Events)
Am Schluss wird sich im Facebook nur noch der harte Kern treffen. Der grosse Hype ist aber vorüber. Dennoch lässt sich der eine oder andere Kontakt so leichter erhalten.
Müsste ich tatsächlich via Face Book erklären, wieviel Zucker ich in den Kaffe schütte und wie meine Bettwäsche aussieht, wäre ich emotional recht vereinsamt. Dieses Medium reflektiert zwei tragische Dinge : der undendliche Drang nach Selbstdarstellung und die völlige "Vereinsamung" !! Zum Glück, zum grossen Glück ist das Peak offenbar erreicht.
Es gibt ein Werkzeug (FB), aber den richtigen Gebrauch zu lernen halten die Meisten für überflüssig. Wer nun meint mit vielen FB-Freunden wirklich Freunde zu haben ist zu bedauern. Freunde sind Kontakte, mehr nicht. Aber das ist schon sehr viel. So zeigt sich in Untersuchungen über Social Networks, dass Viele dort Kontakte pflegen, die er/sie auch im reellen Leben haben. Dann ist es eine Ergänzung
Vor 6 Monaten Account gelöscht, fit und munter trotz oder dank digitalem Suizid!
Ok ich muss feststellen, dass ich facebook-süchtig war und viel zu viel Zeit für das Cyberstalking vergeudet habe. Was habe ich heute davon? Eigentlich nichts, mehr Freunde im realen Leben habe ich nicht gewonnen. Leider hat meine Facebook-Sucht erst mit dem Abklingen der Facebook-Euphorie aufgehört und das ist schade. Hätte Selbstdisziplin von mir erwartet.
Niemand muss tausende von Freunden auf Facebook haben, denn man kann Anfragen auch ablehnen. Desweiteren kann man auch viele Applikationen ablehnen oder löschen. Wer Facebook als effektives Netzwerk und nicht als Selbstdarstellungstool nutzt, wird auch nicht "ermüden".
@Werner Holliger: gute soziale Kontakte kann man besser im RL finden - aber es ist kein Geheimnis, dass gewisse Leute mit Facebook die Hemmschwelle ueberwinden koennnen. Schaetzen sie sich deshalb gluecklich, dass sie dieses Problem nicht haben. Ich brauche Facebook primaer, um Kontakt zu halten, speziell nach Auslandaufenthalten und Reisen - zudem dient es als praktisches Adressbuch.
Facebook ist eines der doofsten Platformen welche ich bis heute kennengelernt habe, komplett unnützlich und reine Zeitverschwendung, wer an diesem Hype noch teilhat lebt in einer verkehrten Welt
facebook ist mittlerweile zu gross, hat zu viele user. es ist nicht mehr "speziell" jemanden bei FB zu finden ... Man merkt es sehr, dass die aktivitäten, vorallem bei den älteren usern abgenommen hat ...dann twittern wir eben wieder ...
Schliesse mich Herbert Berger an. Hatte nie und werde nie Facebook benutzen. MSN reicht mir vollkommen, da sind die wirklich wahren Freunde aufgenommen.
Letztlich ist facebook in der Tat ein Ebenbild unserer Gesellschaft. Schnelllebig und oberflächlich. Wobei letzteres die beängstigendere Tendenz ist. Zudem ist das ganze auch realitätsfremd. Man kann Freunde nicht einfach an und ausknipsen wie den Lichtschalter!
Es ist wie mit allem im Leben. Nichts ist nur gut und nichts ist nur schlecht. Jedes Ding hat seine Schattenseiten. Wie ich damit umgehe und ob es mir mehr nützt als schadet, liegt letzen Endes bei mir selbst.
facebook wäre genial, wenn sich die User an die Regeln hielten und es so nutzen würden, wofür es eigentlich gedacht ist. Leider gibt es viele, die das Wort "face" ignorieren und das facebook zu einem "Ashbook" degradieren. Wenn das "face" erkenntlich ist und die Beiträge auch für die Nächsten von Nutzen sein können, ist "facebook" eine geniales Medieum, verlorengeglaubte Bekanntschaften wieder..
@ Herbert Berger: Meine Rede! Lieber mit Kollegen in 'ne Kneipe geh'n und sich 1:1 gegenüber stehn. Dieses Facebook-Theater hat mich nie interessiert.
FB einzig allein für die Kontaktpflege zu gebrauchen. Gerade diejenigen, die jetzt auf FB über diese Artikel diskutieren sind wirklich zu bedauern. @christoph S.: Muss ich als dein Kollege immer online sein um zu wissen wann Kino angesagt ist? Sich immer hinter dem PC verstecken, Gruppe gegen irgendwas gründen.... geht in die Politik oder mit euren Kollegen ein Bier trinken!
Das Facebook einigen "verleidet" ist liegt vielleicht auch daran, dass viele Arbeitgeber den Facebook-Hahn mittlerweilen zugedreht haben. Man soll Facebook nicht unter- und überbewerten, ich finde es nach wie vor einen interessanten und unterhaltsamem Teil meiner Internet-Aktivität.
Wundert mich nicht. Mich haben all die geistlosen Sprüche à la "Martin steht im Stau vor dem Gotthard und es gurkt ihn an" oder "Michael freut sich, dass endlich Freitag ist" nie interessiert. Ich mag meine Freunde, aber solchen Bullshit will ich von ihnen lieber nicht lesen.
Es ist völlig normal, dass man neue Dinge zu Beginn sehr intensiv nutzt und dann mit der Zeit weniger. Von einer hohen Priorität geht es halt auf eine normale runter. Das ist gerade im Internetbereich gang und gäbe. Mit "Tod" hat das aber nix zu tun. Und wer "reale" und "virtuelle" Welt immer noch strikt trennt, ist eh nicht im Web 2.0 angekommen.
Es reden eh nur die schlecht von Facebook, die dort keine oder nur wenige Freunde haben bzw. kriegen könnten... n'est pas?
Vielleicht sollte ich mich doch mal (zwangs-)registrieren, bevor dieser hoch gehypte Service endgültig vor die Hunde geht? Nein, lieber nicht. Ich hab das in den letzten über 20 Jahren Online-Leben noch nie vermisst, resp. habe mich immer gewundert, wieso man so was braucht. Freunde treffe ich auch ohne Facebook. Sogar online.
Was für mich Facebook ausmacht ist die Tatsache, dass ich dort zu einem meiner Interessengebiete zu denen ich meine Meinung mit Dritten austauschen möchte oder eine Interessensgemeinschaft (Politik) bilden möchte eine eigene Gruppe gründen kann. Genial an Facebook ist dass auch meine Freunde bei Facebook das sehen und wenn sie wollen mit einem Beitritt zur Gruppe mein Anliegen unterstützen können.
Nur ist Facebook ja nix neues. Das hat Yahoo mit seinem MEssenger und yahoo360° ja schon vor 10 Jahren gemacht. So hab ich übrigens meine Frau kennen gelernt :-) Gewisse Dienste brauchen halt Zeit. DAmals war ich ein Verückter, heute ist nicht mal mehr cool mit Leuten aus der ganzen Welt zu kommunizieren. Gute Tools sterben mit dem Hype weil jeder up sein will. Eigentlich schade.
Ich finde Facebook auch langweilig! Ich bin dabei und plane auch nicht auszusteigen, stelle aber fest va. nichtssagendes zu lesen und zu sehen - grösstenteils! Habe ich die falschen Freunde? Oder ist es nicht in jedem Medium so, dass der grösste Teil zum gähnen ist, und nur die Minderheit Perlen?
Zum Thema Facebook, Internet-Sucht u.s.w. hat Kutti MC den wunderbar lustigen Song "I & mi Compi" geschrieben. Zu hören auf seinem neuen Album.
Was , es gibt Leute die Facebook nicht brauchen ?? Das ist ja unglaublich !! Ich gehöre auf jeden Fall nicht dazu.
Da kann ich Thomas Rütti nur beipflichten. Wenn ein "Cooler" aus dem Kreis 4 nur andere Szenis aus dem Kreis 4 als Freunde hat, wird das schnell brutal langweilig. Wenn man hingegen mit Leuten auf dem ganzen Globus in Kontakt bleiben will, ist Facebook ein hervorragendes Tool.
Also für mich geht es in Facebook nicht darum neue Leute kennen zu lernen sondern viel mehr darum, Kontakt mit Leuten aufrecht zu erhalten die ich von früher kenne oder irgendwo kennen lerne! Man kann sich auch schnell absprechen für Sachen wie: "Kino heute Abend, wer kommt usw". Ich werde sicherlich bei Facebook bleiben! Ich brauche Facebook nicht aber es ist praktisch =)!
Ich habe immer noch Facebook und lösche es nicht denn was soll ich mit den anderen Chat Programme machen? Ich bin heute wieder auf Facebook gewesen und es ist viel langsamer geworden.
Community Sites sind wie In-Clubs. Gestern hui, heute pfui. Flickr, MySpace, Facebook und wie sie alle heissen. Mit wenig Aufwand aufgebaut, mit viel Hype vermarktet, für horrende Summen verhökert und dann der unvermeidliche Abstieg. Zuckerberg von Facebook hat als Einziger die Höchstpriesphase verpasst und sitzt noch auf seinem Werk.
Es gibt Leute die Facebook nicht 'brauchen'? In was für einer Welt leben wir bloss?
Mag schon sein, das alles. Aber wenn ich meine Freunde in Japan und Übersee erreichen will, so bin ich doch sehr froh, dass ich Facebook habe. Das gleiche ist bei Myspace. Es kommt halt wirklich darauf an, wie man die Plattform benützt. Eine Indieband aus Schweden fragen, in was für einer Tonlage sie den neuen Song auf ihrem Profil eingespielt haben, das kann ich nur via Myspace.
Als User mit über dreissig Jahren Compi-Erfahrung stelle ich mir immer wieder die Frage, was mir denn Facebook und andere ähnlich Dinger bieten. Wenn ich soziale Kontakte suche, habe ich diese in der realen Welt bisher immer problemlos gefunden. Was mache ich falsch, dass ich solche Dinger wie Facebook schlicht nicht brauche?
Facebook ist ein Unternehmen der Web 2.0-Blase: 15 Milliarden $ wert und mit riesigen Verlusten. Ein Geschäftsmodell fehlt noch. Youtube ist genau so ein Verlustgeschäft. Weshalb, ist eine gute Frage. An Stelle des Facebook-Gründers würde ich SOFORT alle meine Aktien verkaufen, solange sie noch etwas wert sind!
Wir diskutieren diesen Artikel gerade rege auf der (Facebook) Wall eines Bekannten. Wir (20 bis 25 jährige und allesamt seeeehr hippe Städter ;-) widerlegen damit sozusagen die These des Verfassers. Womit wir aber übereinstimmen: Die leidigen Quiz und Games gehören umgehend abgeschafft!
Wieso bin ich nicht überrascht?! Ich kann schon die Einladungen nicht mehr sehen: Spam. Die häufigen mündlichen Anfragen: Spam. Keine 3 Monate her und ich antwortete, dass ich mich der neuen Plattform widmen werden, denn Facebook hat seinen Höhepunkt schon überschritten. Denn es ist schon JEDER drin und ich weiss wer meine wirklichen Freunde sind ;-)
Und warum wird eigentlich laufend über Facebook geschrieben?
Es ist halt wie überall, Tools und Plattformen sind so nützlich wie sie der User kennt/nutzt. Facebook hat bestechende Vorteile um Freunde (wiederzu)finden und kommunizieren zu können, ohne Natelnummer, ohne Emailadresse... das spaart im Endeffekt auch Geld wenn man nicht telefonieren, smslen usw. Ob andere grad ihren Schokoladenriegel essen interessiert eh die wenigstens auf FB.. ;-)
Klar, jede Menge passive Teilnehmer, und man wird übel zugemüllt (wie bei Twitter), aber jeder kann sich seine Freunde aussuchen (wie bei Twitter). Mein Fokus liegt auf den Kontakten, die etwas bringen, nur so macht's Spass.
@ Daniel Annen: Dreimal raten, was ich soeben gemacht habe. :) @Thema: Nervige (Quiz-) Benachrichtigungen lassen sich verbergen. Mach'ich so. Facebook hat für mich schon seinen Wert: Ich bin selbstständig erwerbend und aquiriere durch FB da und dort mal Design-Aufträge aus der ganzen Welt. Und das von Personen, die ich ohne Facebook wohl nie getroffen hätte.
Das sind wahrlich schlechte Nachrichten, nachdem ich mir eben erst 1000 Freunde fuer sage und schreibe lediglich 120 $ gekauft habe.
Ich werde diesen Artikel mal in meinem Facebook-Profil posten :-)
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