«Wish You Were Beer»
Die Sache ist nicht neu: Schon Michelangelo versteckte bekanntlich Easter Eggs, beispielsweise sein Antlitz im Gemälde «Das jüngste Gericht». Auch Hitchcocks Cameo-Auftritte in seinen Filmen und die Botschaften, die beim Rückwärtsspielen von Tonaufnahmen angeblich zu hören sind, sind Klassiker der Gattung Osterei.
Ein besonders entsetzliches Beispiel verbirgt sich auf dem Soundtrack zu «Dieter - Der Film»: Am Anfang von «Bizarre Bizarre» soll man beim Rückwärtsspielen die Drohung «Es gibt nie ein Ende von Modern Talking» vernehmen.
Briefträger erhöhen Spikes Geschwindigkeit
Die meisten Easter Eggs sind dagegen amüsant. Wer etwa auf www.mini.com/de/de/model_comparison/index.jsp zwei Automodelle miteinander vergleicht, kann als drittes - ganz unten im Rolldown- Menue - Spike den Hund anklicken. Er beschleunigt in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 - allerdings nur in Anwesenheit eines Postboten.
Überhaupt Produkte: Der Versandhändler Amazon.com bietet schon zwei Modelle von UFO-Detektoren an. Auch Uran ist am Lager - neu für 29.95, gebraucht für 2499 Dollar.
Spielverderber
Easter Eggs kommen und gehen. Die vor allem bei männlichen Fans beliebte virtuelle Beraterin Eve auf Yellostrom.de zieht sich nicht mehr auf Aufforderung aus, sondern reagiert jetzt humorlos: «Ich soll mich ausziehen? Das ist aber nicht der Grund, warum wir schon sechsmal für unseren guten Kundenservice ausgezeichnet wurden...»
Auch die Google-Suche nach «more evil than satan himself» (böser als Satan) liefert nicht mehr «Microsoft» zur Antwort. Ähnliche Anfragen mit der Antwort «George W. Bush» sind selbstredend auch weg. Nur zahme Beispiele wie «Who finds Chuck Norris?» haben Bestand: «Google won't search for Chuck Norris because it knows you don't find Chuck Norris, he finds you.»
Reiche Ausbeute
Besonders zahlreich sind Überraschungseier in Film und Fernsehen. Einzelne Internauten spezialisieren sich auf bestimmte Serien. Eine der grössten Fundgruben sind dabei die «Simpsons», die angeblich neben vielem anderen häufig auf die Rockgruppe Pink Floyd anspielen - beispielsweise im T-Shirt-Aufdruck «Wish You Were Beer».
Reiche Ausbeute an Überraschungsfunden bietet seit kurzem auch die pandemische Verbreitung des sogenannten Konami Codes. Durch Drücken der Tasten «Rauf», «Rauf», «Runter», «Runter», «Links», «Rechts», «Links», «Rechts» B A liefern verschiedene Websites Sürprisen wie beispielsweise die Katze des Programmierers auf Cwd.at.
Blümchen und Bienchen
Ein relativ neuer Easter-Egg-Lieferant ist auch die Suchmaschine Wolfram Alpha. Auf die Frage «Where am I?» eruiert Wolfram erstaunlich genau den Standort des Fragenden - ganz einfach aufgrund der IP-Adresse des Computers. Und auf die Liedzeile «how many roads must a man walk down before you can call him a man» antwortet er korrekt mit «the answer my fried is blowin' in the wind».
Auch der deutsche Bundesadler lässt sich auf Adler.bundestag.de/nmIQ/frage.jsp befragen. Auf «Wie pflanzen sich Politiker fort?» gibt er die leicht kryptische Antwort «In der virtuellen Welt gibt es leider keine Blumen». Auf die Anschlussfrage «aber Bienen?» geht er nicht ein.
(rek/sda)
Erstellt: 01.04.2010, 09:43 Uhr
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