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Youtube stösst Musikfans vor den Kopf

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 01.04.2009 3 Kommentare

Die Google-Tochter sperrt Musikvideos für deutsche Nutzer. Schweizer sind von dieser Massnahme nicht betroffen.

Der Streit zwischen der Google-Tochter Youtube und der Verwertungsgesellschaft Gema ist eskaliert.

Der Streit zwischen der Google-Tochter Youtube und der Verwertungsgesellschaft Gema ist eskaliert.

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Wie der zuständige Youtube-Manager Patrick Walker am Dienstagabend in einem Blog-Eintrag mitteilte, hat Youtube.de begonnen, Musikvideos für deutsche Nutzer zu sperren. Der Grund ist ein Streit zwischen der Verwertungsgesellschaft Gema und der Google-Tochter über die Höhe der Abgaben für die Gema durch die Verbreitung von Musikclips im Internet.

Die Gema vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 60'000 Komponisten, Textautoren und Musikverlegern sowie über einer Million Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der grössten Autorengesellschaften für Werke der Musik.

Widersprüchliche Signale der Streitparteien

Google schreibt in einem Blogeintrag: «Es gibt bei den Verhandlungen mit der Gema zwei Hindernisse. Einerseits die unerschwinglichen Lizenzgebühren und andererseits einen Mangel an Transparenz.» Google schätze die Kreativität der Musikschaffenden sehr und ermögliche den Rechteinhabern einen signifikanten Umsatz über Youtube. Die Gema fordere nun jedoch, dass Google wesentlich höhere Gebühren zahle als bisher. Zudem weigere sie sich, das Repertoire der Werke, die sie vertritt, offen zu legen. «Bezogen auf das Beispiel eines CD-Kaufs für mehr als 500 Euro wüsste der Käufer noch nicht einmal, welche Songs sich überhaupt auf dieser CD befinden.»

Laut Walter ist Google aber weiterhin interessiert, mit der Gema «eine für beide Seiten akzeptable und nachhaltige Lösung zu finden». Bis es so weit sei, sehe sich Google aber gezwungen, den Zugriff auf die Musikvideos seiner «Partner» in Deutschland bis auf weiteres zu sperren. Ein Verhalten, für das die Gema kein Verständnis aufbringt: Sie habe Youtube gegenüber «ausdrücklich ihre Bereitschaft zur Fortführung der Vertragsverhandlungen signalisiert».

Martin Wüthrich von der Schweizer Verwertungsgesellschaft Suisa vermutet hinter dem Vorgehen von Google «ein taktisches Manöver, um in den laufenden Vertragsverhandlungen Druck aufzusetzen». Was würde passieren, wenn ein Anbieter in der Schweiz sich weigerte, der Suisa für das Senden von Musikvideos eine Entschädigung zu zahlen? «Wir könnten gerichtlich gegen ihn vorgehen», so Wüthrich.

Drohen Sperren auch in der Schweiz?

Neben der Lizenz der Urheberrechtsgesellschaft benötige der Nutzer jedoch auch noch die Erlaubnis des Labels, welche die Rechte an der Musik- und Videoproduktion innehabe. Wüthrich sind allerdings keine konkreten Fälle in der Schweiz bekannt, wo eine Sperre von Seite der Suisa droht.

Die Suisa habe grösstes Interesse daran, «jede Form von Musiknutzung zu lizenzieren». Nur so werde die Musik der von ihr vertretenen Urheber verbreitet, und nur so könne die Suisa die Nutzung lizenzieren und damit ein Einkommen für die von der Schweizer Urheberrechtsgesellschaft vertretenen Komponisten, Textautoren und Verleger erzielen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.04.2009, 15:37 Uhr

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3 Kommentare

Martin Uhr

01.04.2009, 15:35 Uhr
Melden

Leider gehen auch in der Schweiz viele Musikvideos nicht, mit Verweis auf "not available for your Country" oder sie werden ganz einfach wegen Urheberrechtsverletzung wieder entfernt. Wann kehren die grossen Labels endlich von ihrer Verhinderungsstrategie ab und kommen im Online-Zeitalter an? Wer will heute noch CDs kaufen..? Schade... Antworten


Heinz Martin

01.04.2009, 15:40 Uhr
Melden

Hat sich jemand schon einmal die Mühe gemacht, ob die Künster eine gerechte Entschädigung erhalten? Antworten



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