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«Facebook ist gefährlich»

Facebook erhebt neu selbst nach der Auflösung von Nutzer-Accounts Anspruch auf die Weiterverwendung von Bildern und Texten. Die Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet sind verärgert.

Im In- und im Ausland regt sich Widerstand gegen das Geschäftsgebahren von Facebook.

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Pressestimmen aus dem Ausland

Spiegel.de: «Das ist eine bisher beispiellose Gier-Attacke mit potentiell weit reichenden Folgen, denn sie kommt einer unbeschränkten Abtretung der Nutzungsrechte auch an selbst generierten Inhalten gleich. Da kann man Facebook nur die Daumen drücken, dass sich die gesammelten Facebook-Geständnisse eines rechtlosen Nutzers bald zu einem Bestseller entwickeln, den man ohne Beteiligung des Urhebers gewinnbringend vermarkten könnte.»

ORF.at: «Unter Facebook-Nutzern sorgten die geänderten AGB für Unbehagen. Anfang der Woche formierten sich die ersten Protestgruppen, die eine Rücknahme der Änderungen der Nutzungsbedingungen verlangten. Die Gruppe People Against the new Terms of Service zählte am Dienstagvormittag bereits mehr als 16'000 Mitglieder. 'Facebook really pissed me off', war noch eines der höflicheren Postings, die in dem Forum zur Gruppe zu lesen waren. Zahlreiche Inhalte wurden gelöscht, Accounts wurden stillgelegt.»

Focus.de: «Eine Facebook-Gruppe mit mehr als 15'000 Mitgliedern und nur einem Ziel – Protest gegen die Nutzungsbedingungen der Community. Eine andere Gruppe ruft zum aktiven Widerstand auf. Am 1. März, so die Idee, sollen alle Facebook-Nutzer kollektiv die eigenen Profile löschen. 'Jemand sollte ein neues, demokratisches Facebook gründen', schreibt etwa ein erbostes Mitglied.»

Nach der Änderung der Nutzungsbedingungen kann das weltweit grösste soziale Netzwerk nun auch nach der Löschung eines Nutzer-Kontos die von den Mitgliedern geschaffenen Inhalte «nutzen, kopieren, veröffentlichen, streamen, speichern, aufbewahren, scannen und umformatieren». So steht es seit dem 4. Februar in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Die Nutzung der von den aktiven Mitgliedern gelieferten Inhalte war Facebook bereits nach den alten Nutzungsbedingungen erlaubt.

Die Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet sind schockiert: «Hätte ich das gewusst, ich hätte meinen Account bei Facebook gelöscht – obwohl ich keine wichtigen/peinlichen Daten auf dieser Plattform habe», schreibt Leserin Romy Leuzinger. Omer Iknud gelangt zum Schluss: «Facebook ist gefährlich und sollte mindestens eingeschränkt, wenn nicht verboten werden.» Fertig Facebook – diese Parole vertritt auch Ersoy Yilmaz: «An diesem Punkt, wo die selbst nicht mal für alle User zugänglich gemachten Informationen der Firma übergeben werden, sollte für viele endgültig Schluss sein mit Facebook.»

Wenn die Abmeldung nichts mehr nützt

Einige Leser bringen zwar ein gewisses Verständnis für die Facebook-Praktiken auf, haben aber Mühe mit der Art und Weise der Kommunikation: «Alleine, dass die User über die Änderungen im Dunkeln gelassen wurden, könnte sich rechtlich nicht nur in der Schweiz als problematisch erweisen», schreibt David Rüegg.

Selbst langjährige Mitglieder sind masslos enttäuscht über das Geschäftsgebahren des sozialen Netzwerks. «Facebook ist ein toller Weg, mit meinen Bekannten im Kontakt zu bleiben», schreibt Rahel Sarid. «Aber nun werde ich (wohl zu spät) mein Konto dort löschen und andere Wege suchen, mit meinen alten, wiedergefundenen Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben.»

Nicht wenige Nutzer schliesslich ergeben sich in Sarkasmus: «Wer also in Zukunft ein unvorteilhaftes Partybild in Weltformat von sich am Barfüsserplatz entdecken sollte, kann nichts dagegen tun. Ich freue mich schon auf die erste Plakatkampagne von Facebook», so der Kommentar von Eric Ryhiner. Ähnlich der Ton von Herbert Berger: «Natürlich will kein Facebook-Macher vom Internet profitieren. Schon gar nicht Leute wie Gründer Mark Zuckerberg. Er hat ja nur ein paar Milliarden Dollar kassiert für seine Idee.»

Kleine Minderheit mit Verständnis

Nur einige wenige Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Leser können mit der Facebook-Kritik nichts anfangen. Ihr Argument: «Facebook braucht Geld, um die Infrastruktur am Laufen zu halten. Facebook braucht Geld, um mehr Server zu kaufen für die 175 Millionen Nutzer, die von Tag zu Tag mehr werden. Facebook braucht Geld für die Angestellten, die die Server und Facebook warten. Wenige der User wären bereit, dafür zu bezahlen», so etwa der Kommentar von Dee Smith. (rek)

Erstellt: 18.02.2009, 09:27 Uhr

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