Hackerangriff: Auch Bund rät von Explorer ab
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 16.12.2008
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Rückgang beim Internet-Explorer
Verschiedene Sicherheitsfirmen warnen derzeit vor dem Internet Explorer (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete): Alle Versionen von Microsofts Internet Explorer (IE) ermöglichen einen Angriff auf Server und PCs – allein durchs Besuchen einer Webseite.
Wegen der offenen Tür für Hacker raten Experten, den Microsoft-Browser derzeit zu meiden. Dieser Empfehlung hat sich das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik angeschlossen. Auch Pascal Lamia, Leiter der Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherung, sagt: «Bis Microsoft die Lücke gepatcht hat, empfiehlt es sich, den Explorer nicht zu verwenden und auf andere Browser umzusatteln.» Alternativen sind zum Beispiel Firefox, Opera und Safari, die gratis heruntergeladen werden können.
Tatsächlich wird die Lücke, wie «Spiegel Online» vermeldet, bereits eifrig von Hackern ausgenutzt, um Dateien auf Windows-PCs einzuschleusen. Diese können im Hintergrund weitere Schädlinge einschleusen und das System völlig blockieren. Die Anzahl der infizierenden Webseiten ist bislang laut verschiedenen Medienberichten auf 10'000 Stück gestiegen.
Firefox und Safari profitieren
Für das Redmonder Unternehmen ist die aktuelle Entwicklung ein herber Rückschlag im Kampf um die Zukunft des Browsermarkts. Vor zwei Jahren benutzten noch vier Fünftel aller Surfer die verschiedenen Explorer-Versionen. Im November dieses Jahres fiel der Marktanteil erstmals unter die 70 Prozent-Marke: Laut dem Online-Analyse-Unternehmen Netapplications sank der Marktanteil des IE in den vergangenen elf Monaten von 75,47 auf 69,77 Prozent.
Im selben Zeitraum machte Firefox einen Sprung von 16,98 auf 20,78 Prozent – ein Plus von 22 Prozent. Prozentual genau gleich ist der Apple-Browser Safari gewachsen (neu 7,13 Prozent Anteil im Browsermarkt). Mit dem Google-Browser Chrome surfen 0,83 Prozent der Internetnutzer.
Microsoft überfordert die Nutzer
Microsoft empfiehlt natürlich nicht, Explorer-Alternativen zu testen, sondern schlägt manuelle Sicherheitsmassnahmen vor. Diese aber überfordern die meisten Privatanwender. Laut einem Bericht von Sueddeutsche.de ist es durchaus möglich, dass Microsoft den Fehler erst Anfang Januar mit dem üblichen Monatsupdate behebt. Der Grund: Weil der IE in vielen Firmen als Basis für Anwendungen im Internet genutzt werde, müssten bei den Änderungen auch mögliche Nebenwirkungen behoben werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.12.2008, 17:16 Uhr



