Appsen statt Knipsen
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Artikel zum Thema
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Linse, Blende und Verschluss waren einst die wichtigsten mechanischen Komponenten einer Kamera. Die Schleifkünste eines Glasherstellers und die Präzision von Feinmechanikern bestimmten, ob eine Kamera Kunstwerke oder Unscharfes produzierte.
Software macht Bilder besser
Heute enthält aber bereits die einfachste Kamera viel Elektronik und dazugehörige Software. In der simpelsten Variante sorgt ein kleiner Prozessor dafür, dass Bilder durch die richtige Wahl von Verschlusszeit und Blende perfekt belichtet sind.
Für Schärfe sorgt die Funktion «Autofokus». Sie justiert die Linsen so, dass die massgeblichen Bildteile scharf abgebildet werden. Bereits günstige Kameras führen dazu an Dutzenden von Bildpositionen hunderte von Messungen durch und garantieren, dass sogar bewegte Motive scharf und perfekt auf das Bild gebannt werden.
Dass sich mit besserer Software noch schönere Bilder kreieren lassen, zeigen erstaunlicherweise zuerst die Kameras von Handys. «Richtige» Fotoapparate lernen diese Tricks oftmals erst später.
Panorama und HDR
Simpel und sehr praktisch ist beispielsweise die Panoramafunktion. Dabei hält die Kamera im Smartphone den Rundblick auf dem Berg fest, indem sie mehrere Bilder nacheinander knipst und diese dann digital nahtlos aneinanderfügt (Stitching).
Bei den ersten Panoramafunktionen musste man die Bilder noch von Hand auslösen und dabei selber darauf achten, dass sich diese überlappten. Bei neuen Panoramafunktionen muss man nur noch einmal abdrücken und darf sich dann im Kreise drehen. Die Kamera knipst automatisch mehrere Bilder in Serie.
Solche komfortable Rundumfotofunktionen finden sich heute auch in vielen richtigen Kameras. Wer die Funktion vermisst, kann aber auch einfach nachträglich am PC mehrere Fotos mit kostenlosen Programmen wie Autostitch zusammenkleben.
Unrealistisch schöne Bilder macht die Softwarefunktion HDR (High dynamic range imaging). Sie löst das Problem, dass bei Sonnenuntergangfotos der Vordergrund schwarz und bei Innenaufnahmen von Kirchen die schönen Kunstglasfenster nur weiss sind.
HDR knipst ein helles und ein dunkles Bild und kombiniert daraus ein neues Foto, in dem möglichst viele Details aus beiden Lichtbereichen zu sehen sind. In der Praxis sieht das dann manchmal unrealistisch schön aus. Die meisten Smartphones beherrschen HDR- Fotografie und auch erste Kompaktkameras holen automatisch das Beste aus zwei Bildern raus.
Apps für jeden Spass
Bei Smartphones kann man auch nachträglich Software für bessere Bilder mittels Apps aus dem Internet installieren. Vor allem auf den Systemen von iOS (Apple iPhone), Symbian (Nokia) und Android gibt es Foto-Apps für praktisch jede Aufgabenstellung.
Schon beinahe legendär ist Hipstamatic für das iPhone. Das App simuliert, wie Fotos unter Verwendung von bestimmten Linsen, Blitzgeräten oder Filmmaterial aus der alten analogen Welt aussehen würden. Eine grosse Anhängerschaft hat auch das kostenlose Instagram, das Fotos nicht nur auf alt trimmen kann sondern sie auch mit unzähligen Bilderrahmen versieht.
Spezialisiert auf die Bildbearbeitung nach dem Knipsen sind Camera und der kostenlose Photoshop Express. Auf Nokia Smartphone haben vor allem Camera Pro und das Camera Lover Pack viele Anhänger. Androiden machen mit Camera 360Free, Vignette, BeFunky Photo Editor und Paper Camera bessere Bilder. Letzteres zeigt beim Blick durch den Kamerasucher die Welt als gezeichnete Skizze.
Die Meinung von «seriösen» Fotografen gegenüber solchen Foto-Apps ist geteilt. Für die einen ist es Spielerei, für andere eine moderne Form der Bildgestaltung. Inzwischen haben sich bereits zahlreiche Künstler auf «App-Fotografie» spezialisiert. Einige davon zeigen ihre Bilder im Internet.
Gegenüber herkömmlichen Kameras haben Smartphones letztlich noch einen entscheidenden Vorteil. Man kann Bilder sofort via E-Mail verschicken oder an unterschiedlichsten Orten im Internet speichern und publizieren. Natürlich gibt auch für diese Aufgabe wieder viele spezialisierte Apps. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.12.2011, 08:14 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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