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Das Blackberry-Imperium bröckelt

Zu wenig Apps, abwanderungswillige Geschäftskunden und starke Konkurrenz aus dem Silicon Valley: Blackberry-Hersteller RIM muss mächtig Gas geben, wenn er im Smartphone-Kampf gegen Apple und Google überleben will.

Nicht mehr im Fokus der Kunden: Der kanadische Blackberry-Produzent kämpft mit sinkenden Marktanteilen.

Nicht mehr im Fokus der Kunden: Der kanadische Blackberry-Produzent kämpft mit sinkenden Marktanteilen.
Bild: AFP

Jessica Alba mag es: Die Schauspielerin macht mit ihrem Blackberry ein Foto.

(Video: Youtube.com)

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Dem iPhone-Hype zum Trotz ist das Unternehmen RIM (RIMM 14.9 -3.50%) in den USA immer noch Marktführer: 42 Prozent aller Smartphones in Übersee sind Blackberrys. Und der kanadische Konzern schläft nicht: Seit diesem Monat wird mit dem Modell Pearl 3G das bisher kleinste Blackberry-Modell verkauft.

Die Konkurrenz bietet mehr mobile Anwendungen

Trotzdem sieht die Zukunft düster aus: Denn im wichtigsten Segment, dem der Business-Kunden, bröckelt die Blackberry-Vorherrschaft. Erst letzte Woche verkündete Apple (AAPL 502.6 1.86%) stolz, dass 80 Prozent der vom Magazin «Fortune» aufgelisteten US-Unternehmen das iPhone testen oder bereits einsetzen. Weltweit beträgt RIMs Multimediahandy-Marktanteil nur noch 19 Prozent, derweil Apple drei Jahre nach dem Verkauf des ersten iPhones schon auf 16 Prozent kommt.

Die Aufholjagd von Apple ist unter anderem in der Vielfalt der Software begründet. Im App Store finden sich immer mehr und immer ausgereiftere Business-Anwendungen. Generell leiden Blackberry-Geräte an einem chronischen Applikationsmangel: Nutzer können nur zwischen 10'000 mobilen Anwendungen wählen. Zum Vergleich: Apples App Store umfasst über 200'000 Applikationen, der Android Market 90'000.

Wenn Arbeitnehmer wählen könnten

Geschäftsleute würden, glaubt man einer Umfrage unter amerikanischen Blackberry-Nutzern, ihr Mobile darum lieber gegen ein anderes Gerät eintauschen: Laut der Studie des Marktforschungsunternehmens Crowd Science würden fast 40 Prozent der Arbeitnehmer auf iPhones oder Google-Handys (respektive Geräte mit dem Betriebssystem Android) wechseln, wenn ihr Arbeitgeber dies zulassen würde.

Ein weiterer Punkt, der für die Konkurrenz spricht, ist der Sicherheitsaspekt: Blackberrys übertragen E-Mails verschlüsselt und können von dem jeweiligen Unternehmen gesteuert werden, um zum Beispiel im Falle eines Diebstahls oder Verlustes sensible Daten zu löschen. Das ist jedoch seit der Lancierung des neuen iPhone-Betriebssystem iOS 4 auch mit dem Apple-Handy möglich.

Auch Anleger wenden sich ab

«Die Blackberry-Ära», folgert die «New York Times», «könnte bald zu Ende sein.» Denn RIM wird nicht nur von Cupertino aus angegriffen, auch Google (GOOG 612.2 1.04%) spricht mit seiner Plattform Android immer mehr Unternehmen an. Eine Entwicklung, die mittlerweile auch die Anleger beunruhigt. Ende Juni, nach der Verkündung der jüngsten Ergebnisse, brach der RIM-Kurs an der Börse um elf Prozent ein, seit Anfang Jahr verlor das Papier etwa einen Fünftel seines Werts. Dies, obwohl RIM im Quartalsvergleich den Smartphone-Absatz von 8 auf 11,2 Millionen Stück steigern konnte.

Neues Betriebssystem soll Wende bringen

RIM setzt allerdings grosse Hoffnungen in Blackberry OS 6. Ein neues Video zeigt, dass das neue Betriebssystem, welches noch dieses Jahr zum Einsatz kommen soll, verbesserte Multimediafunktionen bietet, darunter eine Navigationsfunktionen zum Suchen in der Musikdatenbank und den gespeicherten Fotos. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.07.2010, 11:58 Uhr

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