Das Handy weiss, wo Sie sein werden

Für eine Erfindung, mit welcher Smartphones den Aufenthaltsort der Besitzer voraussagen können, haben drei Doktoranden der ETH Lausanne (EPFL) von Nokia einen Preis erhalten.

«Wenn wir auch Angaben wie die GPS-Geolokalisierung hinzuziehen, erhalten wir ein noch leistungsfähigeres System»: Wo ist diese Frau in einer Stunde?

«Wenn wir auch Angaben wie die GPS-Geolokalisierung hinzuziehen, erhalten wir ein noch leistungsfähigeres System»: Wo ist diese Frau in einer Stunde? Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Drei Doktoranden der ETH Lausanne (EPFL) haben eine neue Technik entwickelt, mit der Mobiltelefone den nächsten Aufenthaltsort ihrer Besitzer voraussagen können. Dafür erhielten sie vom finnischen Unternehmen Nokia den Nokia Mobile Data Challenge.

«Diese Methode kann in Zukunft für zahlreiche Dienstleistungen und Anwendungen genutzt werden», schreibt die EPFL am Mittwoch in einem Communiqué – nur einen Tag nachdem eine Studie des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-Swiss) vor Ortungstechnologien in Smartphones, Digitalkameras oder Internet warnte.

Mobiltelefone begleiteten uns auf Schritt und Tritt. Dabei könnten sie «ein Fülle von Informationen sammeln, insbesondere über unser Bewegungsprofil», heisst es weiter. «Da die meisten von uns Gewohnheitstiere sind, können sie aufgrund statistischer Angaben unsere Bewegungen auch mit einer gewissen Genauigkeit vorhersagen.»

Daten von 200 Leuten ausgewertet

Für ihre Arbeit haben die drei EPFL-Doktoranden Vincent Etter, Mohamed Kafsi und Ehsan Kazemi Mobiltelefondaten von 200 freiwilligen Teilnehmern aus der Westschweiz ausgewertet. Die gespeicherten Daten lieferten Hinweise auf die aufgesuchten Orte. Keinen Zugang hatten die Doktoranden hingegen auf GPS-Daten.

«Mit diesen Einschränkungen werden die statistischen Prinzipien auf den Prüfstand gestellt und stossen an ihre Grenzen», schreibt die EPFL. Trotzdem sei es den Forschern gelungen, in den meisten Fällen den nächsten Aufenthaltsort der Smartphone-Besitzer vorherzusagen.

«Wenn wir auch Angaben wie die GPS-Geolokalisierung hinzuziehen, erhalten wir ein noch leistungsfähigeres System», wird Juha Laurila vom Nokia Research Center in Lausanne zitiert.

An dem international ausgeschriebenen Wettbewerb nahmen insgesamt 108 Teams teil. Nokia hatte im Rahmen des Wettbewerbs die Frage gestellt: Wohin begebe ich mich als nächstes?

(rek/sda)

Erstellt: 21.06.2012, 11:42 Uhr

Artikel zum Thema

Generation GPS lebt riskant

Ob Sie Handys, Digitalkameras oder das Internet verwenden: Viele Geräte enthalten Ortungstechnologien, die Positionsdaten ihrer Nutzer auf den Meter genau preisgeben. Das birgt Gefahren. Mehr...

Freipass für Mark Zuckerberg

Die Facebook-Mitglieder hatten die Chance, über die Nutzungs- und Datenschutz-Richtlinien des weltgrössten Online-Netzwerks abzustimmen. Sie haben sie nicht genutzt. Jetzt setzt Facebook die neuen AGB einfach um. Mehr...

«Verbrecher haben kein Recht, anonym zu bleiben»

Wegen eines Schadens von 700 Franken an den Internetpranger gestellt zu werden, hält eine Mehrheit der Tagesanzeiger.ch-Leser für gerechtfertigt. Beim Datenschutz des Bundes hat man Vorbehalte. Mehr...

Weiterbildung

Lehrstellen

Sich zu bewerben heisst für sich werben

Blogs

Sweet Home Sechs Sommerhits zum Geniessen

Von Kopf bis Fuss Schwitzen ja, stinken nein!

Abo

Digitale Abos

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Neu ab 18.- CHF pro Monat

Die Welt in Bildern

Sonnenschutz: Ein Feiernder am Glastonbury Festival versucht sich von der Sonne zu schützen (21. Juni 2017).
(Bild: Dylan Martinez) Mehr...