Das iPad der Zukunft

Ein gestern erteiltes Patent zeigt, wie langfristig Apple plant und wie es mit dem Tablet weitergehen könnte.

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Das iPad, so die Vision von Apple, ist die Zukunft des Computers. Ob dem wirklich so ist, wird auch sechs Jahre nach der Lancierung des ersten iPad immer noch so eifrig diskutiert wie damals 2010.

Ein gestern erteiltes Patent zeigt nun, wie langfristig Apple plant. Eingereicht wurde das Patent im Januar 2011, also ziemlich genau ein Jahr nachdem Steve Jobs das erste iPad vorgestellt hatte und einen Monat vor der Präsentation des iPad 2. Entdeckt wurde das Patent von Patentlyapple.com.

Früh an Stift und Tastatur gedacht

Auf den ersten Blick fällt auf, dass Apple schon damals an einen Stift und einen magnetischen Anschluss für eine Tastaturhülle gedacht hat. Vorgestellt wurde beides dann erst 2015 mit dem iPad Pro.

Der Patentantrag erklärt einen Teil der Überlegungen hinter diesen Neuerungen. So heisst es:

«Auch wenn Tablets viel können, gibt es noch reichlich Raum für Verbesserungen. Manche Hersteller machen den Bildschirm grösser. So wird das Gerät nützlicher, aber weniger handlich. Andere Hersteller machen den Bildschirm kleiner und dadurch das Gerät weniger nützlich. Beide Varianten sind nicht sinnvoll. Darum braucht es eine Lösung, das Gerät nützlicher zu machen, ohne seine Grösse zu verändern.»

Die Lösung für ein nützlicheres Tablet seien daher smarte Hüllen. Der Patentantrag beschreibt und zeigt gleich mehrere Ideen. Die meisten haben mit Minibildschirmen in der Hülle zu tun. Damit könnte man auch auf einem zugeklappten iPad die wichtigsten Meldungen sehen.

Solarzellen und kleine Bildschirme

Eine Hülle kombiniert einen Minibildschirm mit Solarzellen. Eine andere sieht der mit dem iPad Pro vorgestellten Tastaturhülle zum Verwechseln ähnlich. Der einzige Unterschied: Oberhalb der Tasten gibt es einen berührungsempfindlichen Bildschirm für zusätzliche Funktionstasten. Eine dritte Hülle dient zusammen mit einem Stift als Zeichentablet, wie es Grafiker gerne verwenden.

Statt smarter Hüllen hat Apple in den Jahren danach aber erst ein kleineres Tablet und schliesslich im letzten Jahr parallel zu Stift und Tastaturhülle auch ein grösseres iPad vorgestellt.

Neuartige Tastatur

Trotzdem halten sich Gerüchte, dass Apple an neuartigen Tastaturen ohne eigentliche Tasten arbeitet (Wie Apple die Tastatur revolutionieren willLink). Bei den Touchpads einiger Macbooks, auf den neusten iPhones und bei der Apple Watch simulieren Vibrationen richtige Tasten. So hat man das Gefühl, man drücke eine Taste, obwohl man auf eine glatte Oberfläche drückt.

Kombiniert mit einem Bildschirm, könnte Apple so flexible Tastaturen anbieten, die je nach Anwendungsbereich anders aussehen. Möchte man ein E-Mail schreiben, zeigt die Tastatur Buchstaben. Schaut man einen Film, zeigt die Tastatur Play, Pause und Lautstärke. Gamer könnten je nach Spiel unterschiedliche Funktionen schneller abrufen und müssten nicht mehr so viele Tastenkombinationen auswendig lernen.

Willkommener Nebeneffekt

Ein willkommener Nebeneffekt einer solchen Tastatur wäre, dass Apple nicht mehr für jedes Land ein spezielles Tastenlayout anbieten müsste. Tatsächlich gibt es aktuell für beide iPad-Pro-Modelle von Apple nur eine US-Tastatur. Eine Schweizer Tastatur sucht man vergebens.

Hat sich Apple am Ende die Mühen mit lokalen Tastaturen gespart, weil es wusste, dass diese schon bald überflüssig werden?

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.05.2016, 17:10 Uhr

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