Der Elke-Test: Der Palm Pre im iPhone-Vergleich
Von Elke Koch, Roman Weber. Aktualisiert am 04.02.2010
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Der neue Palm Pre hat nicht mehr viele Ecken und Kanten an denen man sich stören könnte. Doch ob er das bisher unangefochtene iPhone von seinem Thron stossen kann?
Schon lange bevor der Palm Pre in Europa auf den Markt kam, war für viele klar: Wenn es ein Smartphone mit dem bisher unangefochtenen Smartphone-Dominator iPhone aufnehmen kann, dann das Pre. Zu dieser Überzeugung kamen diese sicherlich auch darum, weil Jon Rubinstein seine kreativen Finger bei der Entwicklung mit im Spiel hatte. Rubinstein entwickelte einst für Apple den iPod, bevor er zuerst Chefentwickler und schliesslich den Job als Firmenchef bei Palm übernahm.
Dass er mitgewirkt hat, sieht man beim neuen Pre sofort. Erschienen die alten Modelle von Palm noch etwas klobig und eckig, so kommt die Neuheit smart und mit abgerundeten Ecken daher. Eine Kante wurde jedoch ausgelassen und an dieser könnte sich der ein oder andere stören: Jene, die nach dem Aufschieben der Tastatur am unteren Handyrand zum Vorschein kommt. Denn möchte man auf der Tastatur eine Nachricht schreiben, kann es sein, dass der nicht abgerundete Rand sich in ein Fingerglied drückt.
Mit einer Geste eine Seite zurück
Doch beim Pre läuft nicht nur design-technisch (fast) alles rund, sondern auch bedienungsmässig: Von der Startoberfläche aus tippt man sich leicht und ohne grösseres Druckausüben des Fingers durch die gewünschten Menüpunkte. Hat man ein Programm geöffnet und möchte parallel noch zu einem anderen wechseln, so wird das Programm zur Karte. Auf diese Art lassen sich mehr als zehn Programme gleichzeitig öffnen, die sich im Hintergrund schwebend als Karten platzieren. Möchte man ein Programm schliessen, wischt man die Karte einfach aus dem oberen Displayrand – weg ist sie.
Hat man ein Programm geöffnet, kommt einem die Fingersteuerung des Pres entgegen, mit welcher iPhone-Nutzer keinerlei Probleme haben dürften, denn diese hat sich Palm bei Apple abgeschaut. Gleich wie beim iPhone kann man mit zwei Fingern ein Objekt drehen, vergrössern und verkleinern.
Neu ist der Gestenbereich. Dieser befindet sich zwischen der ausgefahrenen Tastatur und dem Display und dienlich, um beispielsweise eine Seite zurückzublättern. Wischt man in diesem Bereich nach links, geht es eine Seite zurück.
Änliche Schwächen wie das Apple-Handy
Neu ist auch das Zusammenlegen von Nutzerdaten, das Synergy genannt wird. Damit lassen sich Daten aus verschiedenen Quellen in einer einzigen Ansicht anzeigen. So können beispielsweise über die Funktion Messaging alle Nachrichten von einer Person in einer Ansicht gezeigt werden.
Für zu Hause bietet Palm als nettes Zubehör noch den Touchstone an: Ein Kabel ist für das Handy nicht nötig, da es durch einen Magneten mit dem Stein verbunden ist.
Die erste grössere Schwachstelle des Smartphones ist der Akku. Verbesserungsfähig ist schliesslich die Fotokamerafunktion. Zwar verfügt sie über einen kleinen LED-Blitz, doch richtig gute Bilder macht man auch mit diesem nicht. Es scheint, dass das iPhone und der Palm Pre die gleichen Schwächen haben. Beide überzeugen mit ihrem Design, ihrer intuitiven Menüführung und ihrer Technik auf gleicher und auch unterschiedlicher Ebene – weshalb das neue Palm Pre kein iPhone-Killer, sondern ein iPhone-Peer ist.
Technische Daten zum Palm Pre: Quadband Mobiltelefon mit 3,15-Megapixel-Kamera und MP3-Player. Interner Speicher 8 GB. Das 136 Gramm schwere Handy kostet im Handel ohne Abo 749 Franken. Es ist auch mit Abos von Orange und Sunrise erhältlich (ab 49 Franken mit einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten, zum Beispiel mit Orange). (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.02.2010, 16:54 Uhr
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