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Die Angst der arabischen Regierungen vor den Blackberrys

Aktualisiert am 04.08.2010

Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten sieht auch Saudiarabien die nationale Sicherheit durch die abhörsichere Kommunikation bedroht. Sogar Indien meldet Bedenken an.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen die verschlüsselte Kommunikation über Blackberrys ab Oktober verbieten.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen die verschlüsselte Kommunikation über Blackberrys ab Oktober verbieten.
Bild: Keystone

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In Saudiarabien sollen die als abhörsicher geltenden verschlüsselten Dienste der Blackberry-Smartphones noch in dieser Woche verboten werden. Das teilten die Behörden des Landes mit. Nach Angaben der saudischen Kommission für Kommunikation und Informationstechnologie wurden die Mobilfunkanbieter aufgefordert, den Messenger-Dienst des kanadischen Blackberry-Herstellers Research in Motion, meist kurz RIM (RIMM 11 2.71%) gennant, zu blockieren. Bestimmte behördliche Anforderungen seien nicht erfüllt worden.

Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Auch wurde nicht mitgeteilt, welche Dienste genau betroffen sind. In Saudiarabien nutzen etwa 700'000 Menschen Blackberry-Smartphones.

Nationale Sicherheit bedroht

Ein solches Verbot hatte sich bereits in den vergangenen Tagen abgezeichnet, nachdem auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) angekündigt hatten, die verschlüsselte Kommunikation über die Blackberrys ab Oktober zu verbieten. Die Länder sehen durch die abhörsichere Kommunikation ihre nationale Sicherheit bedroht.

Eine Einigung mit Research in Motion sei gescheitert, erklärte die Regulierungsbehörde. Erst wenn eine «akzeptable Lösung entwickelt und bereitgestellt wird», könne die Blockade aufgehoben werden, sagte Generaldirektor Mohammed al-Ghanim. «Wir haben registriert, das Blackberry in anderen Ländern unter ähnlichen Rahmenbedingungen folgsamer zu sein scheint. Die Nichtbefolgung in den VAE ist enttäuschend und bereitet uns grosse Sorge», sagte er.

Auch Indien hatte Sicherheitsbedenken angemeldet. Wie indische Medien am Dienstag berichteten, wolle RIM den Sicherheitsbehörden des Landes deshalb Einblick in den E-Mail-Verkehr seiner Privatkunden gewähren. Nach massivem Druck sollen indische Behörden nun 15 Tage lang die E-Mail-Kommunikation überwachen dürfen, berichtete die indische «Economic Times».

Für Firmen gedacht

Die mobile Kommunikation inklusive E-Mail-Verkehr läuft bei den Blackberrys verschlüsselt über Server im jeweiligen Ausland. Was einerseits wesentlich zum Erfolgsrezept vor allem bei Unternehmenskunden gehört, wird in wichtigen Märkten zunehmend zum Stein des Anstosses.

Die VAE wie auch Indien monieren, dass sie sich selbst bei Verdacht von kriminellen oder terroristischen Aktionen keinen Einblick in die Kommunikation verschaffen können. (rek/sda)

Erstellt: 04.08.2010, 16:33 Uhr

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