Die arabischen MacGyvers
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 16.08.2011 4 Kommentare
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Das syrische Regime geht mit aller Härte gegen die Protestierenden vor. Gemäss UNO-Angaben wurden seit Beginn des Volksaufstands über 2000 Menschen ermordet. Die schrecklichen Bilder stammen fast ausschliesslich von Menschenrechtsaktivisten oder Privaten. Sie kontaktieren mit ihren Handys Medien im Ausland und filmen mit den Handykameras die Protestaktionen respektive deren grausame Niederschlagung. Die Clips werden dann ins Internet gestellt.
In den Hochburgen der Oppositionellen indes ist selbst dies nicht immer einfach. Dort nämlich wird ihnen kurzerhand der Strom gekappt. Nicht nur, dass die Assad-Gegner so nicht mehr online gehen können, es stellt sich auch die Frage, wie sie ihre mobilen Telefone aufladen sollen.
Gizmodo machte den Test
Laut dem syrischen Journalisten Omar Maquad haben die Regimegegner nun einen Ausweg gefunden. «Wir hatten ein Problem mit den Batterien», wird der Aktivist auf «PBS News Hour» zitiert. «Wir haben aber eine Lösung gefunden, wie wir unsere Handys funktionstüchtig machen können, es ist sehr einfach, unsere Geräte aufzuladen (...). Wir werfen einfach zwei Duracell-Batterien in ein Glas Wasser, diese lassen wir etwa 30 bis 60 Minuten drin. Dann halten wir das Ende des USB-Kabels rein und starten so den Ladevorgang.»
Die« MacGyver»-Lösung – benannt nach dem Handwerksgenie der gleichnamigen US-Serie – sorgt in Blogs und Techsites rund um den Erdball für Diskussionsstoff: Kann es wirklich so einfach sein, ein Mobiltelefon aufzuladen? Nein, sagt Gizmodo.com, welche nach Maquads Vorgaben das Experiment nachgestellt hat – mit ernüchterndem Resultat, wie obiges Video zeigt.
«Das Wasser macht keinen Sinn»
Das hat einen guten Grund, wie Thomas Rupp, Geschäftsführer des Schweizer IT-Unternehmens Arendi, erklärt: «Es ist nicht möglich, mit im Wasser liegenden Batterien die typische 3,7-Volt-Spannung für Handy-Akkus zu generieren. Erstens, weil eine einzelne Zelle nur 1,5 Volt hat, und zweitens, weil die Leitfähigkeit des Wassers höchstens dazu reicht, die Batterien zu entladen.» Wenn schon, so der Ingenieur, müssten drei Zellen im Trockenen mit einem Kabel zusammengehängt und direkt mit dem Handy verbunden werden. «Das Wasser macht keinen Sinn.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.08.2011, 11:46 Uhr
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