Ein smartes Geheimdiensttelefon für Obama
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Barack Obama setzte in seinem Wahlkampf auf das Internet – und auf sein geliebtes Blackberry als Kommunikationsmittel. Wegen Sicherheitsbedenken – Obamas Smartphone könnte gehackt werden – raten Berater jedoch vom weiteren Gebrauch ab.
Jetzt eilt der Rüstungskonzern General Dynamics zur Hilfe – mit einem Blackberry-ähnlichen Gerät, das umgerechnet 3700 Franken kostet. Das Sectera Edge wurde vom US-Nachrichtendienst National Security Agency (NSA) für den militärischen Gebrauch klassifiziert. Es kann via W-LAN, GSM oder CDMA ins Netz gehen und soll sehr robust sein. Schmutz und Wasser sowie Stürze aus geringer Höhe können ihm nichts anhaben. Für den geschäftigen Alltag ist das Sectera Edge mit einem E-Mail-Client, Organizer und Media Player ausgerüstet, der 2,8 Zoll grosse Bildschirm stellt 64'000 Farben dar. Die Software-Ausstattung beruht auf Windows Mobile und nutzt den Internet Explorer sowie den Windows Messenger als Kommunikationsmittel – Software, die immer wieder Sicherheitslücken aufweist.
«Klammere mich noch an Blackberry»
Ob Obama nach seiner Vereidigung am 20. Januar auf das Geheimdienst-Handy setzt, ist unklar. «Ich klammere mich noch an mein Blackberry», sagt er kürzlich. Mit seinem Smartphone wolle er weiter Kontakt zu US-Bürgern halten, betonte er gegenüber dem US-Sender CNN. «Wenn ich etwas Dummes mache, kann mir jemand aus Chicago eine E-Mail schicken und sagen: Was machst du da?». Wenn er eine E-Mail verschicke, dann gehe er ohnehin immer davon aus, dass der Inhalt auf CNN landen könne. Bevor er auf «senden» drücke, denke er nochmals darüber nach.
Seit seiner Wahl zum US-Präsidenten raten Sicherheitsberater Obama davon ab, das Blackberry weiter zu nutzen. Hacker könnten das Smartphone knacken. Auch rechtliche Bedenken spielen eine Rolle: Ein Gesetz schreibt vor, dass die gesamte Korrespondenz des US-Präsidenten gespeichert werden muss.
Egal, ob Obama sein bisheriges Gerät behalten darf oder auf das NSA-Gerät setzt, einen Gewinner gibt es bereits: Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM). Marketingexperten schätzen den werberischen Wert der Diskussion um den Gebrauch von Obamas Smartphone auf 25 bis 50 Millionen US-Dollar. (ah)
Erstellt: 22.01.2009, 08:29 Uhr















