Facebook will den Handy-Markt erobern
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 14.01.2009
INQ1 heisst das Facebook-Handy von Hutchinson-Whampoa.
(Bild: Mike Russel)
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Ein zukünftiger Milliarden-Markt
Surfen mit dem Mobiltelefon? Das wird von vielen Nutzern immer noch als nicht erwähnenswerte Randerscheinung zwischen Telefon und Internet wahrgenommen. Zu Unrecht: Experten sagen dem mobilen Internet eine ähnlich schnelle Entwicklung voraus, wie dies vor einigen Jahren bereits beim Internet der Fall war. Bis in fünf Jahren sollen durch das Surfen mit Handys weltweit bereits 22 Milliarden Franken erwirtschaftet werden.
Der chinesische Konzern Hutchinson-Whampoa hat in Grossbritannien ein Facebook-Handy auf den Markt gebracht. Das soziale Netzwerk und andere Web-Angebote sind direkt im Mobiltelefon integriert. «Es geht darum jene Dinge, die die Menschen am Internet am meisten lieben, zu nehmen und direkt in das Herz des Telefons einzubauen», sagt Frank Meehan, Chef der Hutchinson-Whampoa-Tocher INQ.
Das INQ1 ist erst der Anfang
Nach Firmenangaben handelt es sich beim neuen Mobiltelefon namens INQ1 um das «erste interaktive Echtzeit-Adressbuch», bei dem der Online-Status und Bilder aus dem Facebook-Profil von Freunden in Verbindung mit den Kontaktdetails angezeigt werden. Zudem ist es über die 3,2-Megapixel-Kamera möglich, Fotos direkt auf das Facebook-Portal hochzuladen. Ebenfalls im INQ1 integriert sind der Windows Live Messenger sowie das Internet-Radio last.fm.
Das mobile Internet wird für Facebook immer wichtiger, laut Angaben von Faceboo-Gründer Mark Zuckerberg nutzen weltweit bereits 15 Millionen Nutzer das soziale Netzwerk über mobile Geräte wie zum Beispiel Smartphones. Die mobile Nutzung von Facebook, Myspace und Co. dürfte nächstes Jahr weiter steigen. Nicht zuletzt weil nicht nur günstige, sondern auch besonders auf die mobile Webnutzung ausgelegte Smartphones wie Apples iPhone und Googles Android-Handy G1 an Marktanteilen zunehmen werden.
Bald auch in der Schweiz?
In Grossbritannien bekommt der Kunde das INQ1 derzeit gratis, falls er beim britischen Netzbetreiber 3 einen 18-monatigen Vertrag mit monatlichen Kosten von umgerechnet 27 Franken abschliesst. Der Vertrag erlaubt gratis unbegrenzte Anrufe zu Facebook- und Skype-Teilnehmern, dazu 1 Gigabyte Datentransfer. Wann und ob das Facebook-Handy in der Schweiz erhältlich sein wird, steht noch nicht fest.
Die Politik jedenfalls sorgt vor und macht Platz für mobiles Internet: Letzte Woche gab der Bundesrat eine Änderung beim Nationalen Frequenzzuweisungsplan (NaFZ) bekannt. Neu können Teile, die bisher fürs Fernsehen via Antenne eingesetzt wurden, auch für den Moblifunk, konkret für mobile Internet-Dienste, genutzt werden.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.01.2009, 15:20 Uhr


