Galaxy Gear und die drei Probleme

Eine Smartwatch muss einen wirklichen Mehrwert bieten, angenehm zu tragen und preiswert sein. Wie gut ist das Samsung gelungen?

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schon vor der Präsentation war klar, wer das Smartwatch-Rennen eröffnen will, muss drei Probleme lösen. Zum einen müssen eine smarte Uhr und ihre Apps einen wirklichen Mehrwert bieten. Also etwas können, was das Smartphone nicht schon oder wenigstens nicht so gut kann. Zum anderen soll sie, wie eine normale Uhr, angenehm zu tragen sein und nicht ständig ans Aufladekabel müssen. Und teurer als ein Tablet darf die neue Geräteklasse natürlich auch nicht sein. Wie gut ist das Samsung gelungen?

Das schwierigste Problem war die Suche nach dem Mehrwert. Was soll eine Uhr können, was das Handy nicht schon kann. Hier hat Samsung überrascht. Die zwei spannendsten Funktionen befinden sich im Armband und nicht in der Uhr. Die Möglichkeit, die Hand aufs Ohr zu halten, um zu telefonieren, ist nicht nur intuitiv, sie sieht überraschenderweise auch nicht peinlich aus. Wie gut das allerdings im Alltag funktioniert, muss ein ausführlicher Test zeigen.

Seriöser Eindruck

Eine Kamera in einer Uhr klingt anfangs reichlich unsinnig. Wenn man sie aber, wie Samsung, ins Armband einbaut, könnte sie für gelegentliche Schnappschüsse durchaus praktisch sein. Noch spannender ist hingegen die Idee, die Kamera für Augmented-Reality-Anwendungen zu verwenden. Wichtige Informationen werden live auf das Kamerabild projiziert.

Das nächste Problem, das es zu lösen galt, war der Komfort. Auch hier ist Samsung ein guter Kompromiss gelungen. Die Uhr fühlt sich tatsächlich wie eine Uhr und nicht wie ein Klotz an. Auch optisch macht sie mit ihrem Metallgehäuse einen durchaus seriösen Eindruck. Wie gut man mit dem Akku aber durch den Tag kommt, muss auch erst ein ausführlicher Test zeigen.

Doppelter Griff ins Portemonnaie

Beim dritten Problem, dem Preis, hat Samsung enttäuscht. 379 Franken sind deutlich teurer als ein Mittelklasse-Tablet. Wenn die Uhr nicht von Telecomanbietern bei einem Aboabschluss vergünstigt angeboten wird, dürften sich viele Interessenten einen Kauf zweimal überlegen. Kommt dazu, dass die Uhr vorerst nur mit den neusten Samsung-Geräten kompatibel ist. Wer eine Galaxy-Gear-Smartwatch möchte und kein kompatibles Samsung-Handy hat, muss also gleich doppelt ins Portemonnaie greifen.

Fazit: Samsung hat die Smartwatch-Klippen überraschend gut umschifft. Aber reicht das, um das Smartphone-Rennen von der Spitze weg zu gewinnen? Wohl kaum. Auch wenn Samsung viele Fehler vermieden hat, die perfekte Smartwatch ist Galaxy Gear noch lange nicht. Aber ein solider Start ist es allemal. Wirklich interessant und vielleicht sogar massentauglich dürften dann aber erst die Nachfolger Galaxy Gear 2 oder Galaxy Gear 3 werden. Reichlich Zeit für andere Hersteller, mit eigenen Ideen Samsung das Rennen streitig zu machen oder gar aus dem Rennen zu werfen.

(Erstellt: 05.09.2013, 12:16 Uhr)

Umfrage

Samsung hat das Smartwatch-Rennen eröffnet. Werden Sie eine Smartwatch kaufen?

Ja

 
11.6%

Nein

 
88.4%

1425 Stimmen


Artikel zum Thema

Galaxy Gear und die drei Probleme

Service Eine Smartwatch muss einen wirklichen Mehrwert bieten, angenehm zu tragen und preiswert sein. Wie gut ist das Samsung gelungen? Mehr...

Neues Galaxy bringt Samsung satten Gewinn

Samsung hat seinen Gewinn im ersten Quartal 2013 um 47 Prozent gesteigert. Der südkoreanische Konzern nahm rund 8,3 Milliarden Dollar ein. Zu verdanken hat Samsung dies seinem neuen Kassenschlager. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Kommentare

Blogs

Wahltheater Heilige und weniger heilige Wahlen
Sweet Home Italienischer Sommer
Sweet Home Haus hinter Blech

Werbung

Die Welt in Bildern

Eingetaucht: Taucher spielen mit Sardinen im Coex-Aquarium von Seoul. (29. Juli 2016)
(Bild: AP/Ahn Young-joon) Mehr...