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Googles Gratis-Navi könnte Apple ärgern

Von Anatol Heib. Aktualisiert am 29.10.2009

Google greift mit der kostenlosen Routenplaner-Software für Smartphones die etablierten Hersteller von GPS-Navigationsgeräten an und will seinen Einfluss im Smartphone-Markt ausdehnen.

Bislang fehlte der Mobil-Version von Google Maps eine vollständige Navigationsfunktion, wie sie in entsprechenden Geräten oder Software zu finden ist.

Bislang fehlte der Mobil-Version von Google Maps eine vollständige Navigationsfunktion, wie sie in entsprechenden Geräten oder Software zu finden ist.

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Die Navi-Software Google (GOOG 591.53 -2.01%) Maps Navigation ist im Smartphone-Betriebssystem Android 2.0 integriert und verfügt über 3-D-Karten und Stimmansagen (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete). Bei der Routenplanung greift die Anwendung auf Google Maps und Street View zurück. Auch Verkehrsmeldungen werden auf das Telefon übertragen. Die Route kann in der Satelliten-Ansicht angezeigt werden.

Bislang fehlte der Mobil-Version von Google Maps eine vollständige Navigationsfunktion, wie sie in entsprechenden Geräten oder Software zu finden ist. Der Nutzer kann bislang zwar Routen berechnen. Der Weg zum Ziel wird im Kartenmaterial von Google Maps angezeigt, eine Schritt-für-Schritt-Navigation inklusive Sprachausgabe und Sprachsteuerung fehlte bislang ebenso wie eine automatische Routenänderung. Diese Funktion war bisher kostenpflichtigen Diensten oder Applikationen auf dem Mobiltelefon vorbehalten.

Android-Smartphones Schub verleihen

Google versucht seit Monaten seinen Einfluss im Mobilmarkt auszudehnen – die Navi-Software könnte die sogenannte Killer-Applikation sein, also das entscheidende Kaufargument, und so die Verkäufe von Smartphones mit Android ankurbeln und weitere Handy-Hersteller dazu bewegen, auf das Google-Betriebssystem zu setzen. Das erste Smartphone mit Google Maps Navigation wird das Droid-Smartphone sein, das im November in den USA erscheint. Die Navi-Anwendung ist vorerst auf die USA beschränkt.

Apple (AAPL 562.29 -0.54%) mit eigenem Kartendienst

Die neue Software ist auch ein weiterer Angriff gegen Apples iPhone und das Microsoft-Betriebssystem Windows Mobile. Tomtom bietet neben spezialisierten Navigationsgeräten auch bereits ein entsprechendes Programm für das iPhone an. Apple habe im Juli den Google-Maps-Konkurrenten Placebase übernommen.

In Branchenkreisen wird seitdem spekuliert, dass sich Apple so aus der Abhängigkeit von seinem Konkurrenten Google befreien will. Google liefert Dienste für das iPhone, ist aber auch ein Apple-Konkurrent, da der Internetkonzern hinter dem Handy-Betriebssystem Android steht.

Das Klima zwischen beiden Unternehmen ist belastet, seitdem Apple im Juli ein Google-Programm für sein iPhone nicht angenommen hatte. Der Streit war eine Zäsur im Verhältnis der beiden Unternehmen. Kurz danach zog sich Google-Chef Eric Schmidt aus dem Apple-Verwaltungsrat zurück, was von Beobachtern als Eingeständnis der zunehmenden Rivalität gesehen wurde. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.10.2009, 19:49 Uhr

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