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Mit diesem Tablet sieht man doppelt

Von Anatol Heib. Aktualisiert am 09.02.2012

Sonys Tablet P tanzt mit seinem Doppelbildschirm-Konzept aus der Reihe. Wir haben getestet, wie sich das Android-Gerät in der Praxis bewährt.

1/13 Das aufklappbare Tablet P ist mit zwei Touchscreens (13,9 cm) ausgestattet. Im Innern des 372 Gramm leichten Geräts arbeitet ein Nvidia Tegra 2 Mobilprozessor.
Bild: Sony

   

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Das kompakte Tablet P wirkt wie eine Mischung aus Smartphone und Tablet und erinnert in geschlossenem Zustand an ein Brillenetui. Klappt man das kompakte Gerät auf, kommen zwei 5,5 Zoll (13,9 cm) breite Touchscreen-Displays zum Vorschein. Das Kunststoffgehäuse des Tablet, das 366 Gramm auf die Waage bringt, ist stabil.

Im Test fällt sofort die angenehm gestaltete Benutzeroberfläche positiv auf – Sony ( 13.91 -2.04%) hat das Betriebssystem Android 3.2.1 ansprechend angepasst (ein Update auf 4.0 ist geplant), die Touchscreens reagieren sehr gut auf Eingaben, der Browser steuert Websites schnell an. Auch sonst muss man auf nichts verzichten: Auf dem Tablet sind Google Maps, Sonys Reader für E-Books, eine Suche per Sprachsteuerung, Apps für soziale Netzwerke, zwei Games und vieles mehr enthalten. Ins Web gelangt man via WLAN oder 3G. Auf der Vorder- und Rückseite befinden sich Kameras, die für Schnappschüsse ausreichen. Auch Videoaufnahmen sind möglich.

Angepasste Apps für den Doppelbildschirm

Die Bedienung über zwei Displays ist gewöhnungsbedürftig. Meist nutzt man beide Bildschirme. So werden zum Beispiel im Menü die Apps oben und unten angezeigt und können beliebig verschoben werden. Das Konzept mit dem Doppelbildschirm funktioniert vor allem dort sehr gut, wo entsprechend angepasste Inhalte verfügbar sind. Die Eingabe von Texten ist komfortabel – oben sieht man den Text, unten tippt man über eine virtuelle Tastatur. Auch sonst erweist sich der Dualscreen bei der Darstellung als Vorteil.

Das hauseigene Mailprogramm zeigt oben zum Beispiel die aktuelle E-Mail an, unten sieht man die anderen Nachrichten. Beim vorinstallierten Flipperspiel «Pinball Heroes» werden die Bildschirme zum grossen Flipperkasten, oder bei «Crash Bandicoot» präsentiert der eine Screen das Spiel, und unten sind die Steuerelemente sichtbar. Ein Social-Feed-Reader stellt alle Neuigkeiten des Twitter- und Facebook-Profils dar und fasst auch RSS-Nachrichten zusammen.

Weitere für das Tablet P sehr schön angepasste Programme wie Evernote oder Accu Weather findet man über die vorinstallierte Select App.

Tablet P wie ein Buch halten

Über die Reader-App gelangt man in Sonys E-Book-Store. Beim Lesen von E-Books kann das Tablet P um 90 Grad gedreht werden, um den Text wie bei einem Buch auf zwei Seiten zu lesen. Das klappt wunderbar. Bei «fremden» Apps wie zum Beispiel beim Kindle-Reader, den wir aus dem Android Market heruntergeladen haben, funktioniert das dann wieder nicht.

Die Nachteile der zwei Bildschirme

Schwächen zeigt das Tablet in freier Wildbahn, also bei Apps, die nicht an den Dualscreen angepasst wurden. Die Darstellung ist beispielsweise bei diversen News-Apps unschön, meist ist man mit dem Abrufen der regulären Website besser bedient, die dann über beide Displays angezeigt wird. Hier kann man dank dem Zoom auch die Ansicht vergrössern. Generell stört hier das Scharnier zwischen beiden Bildschirmen, das bei Vollbildansicht das Bild wie ein dicker Balken trennt. Ohnehin weiss man manchmal nicht, ob man nur oben, unten oder doch über beide Displays lesen soll.

Weiter hat man mit dem Tablet P zwar via Android Market Zugriff auf Tausende Apps, die aber meist nicht für das Sony-Gerät angepasst wurden. Zwar hat man etwa bei Spielen immer wieder die Möglichkeit, das Geschehen auf beide Bildschirme zu strecken. Doch die Halbierung stört je nach Inhalt, weil das Bild dann einfach wie oben bereits beschrieben durch den Balken zerschnitten wird. So spielt man etwa «Angry Birds» lieber nur auf einem Display. Andere Apps werden seltsamerweise im Hochformat dargestellt, das Tablet P muss man dann wie ein Buch halten.

Musik und Videos abspielen

Musik und Videos bringt man am besten via Mikro-USB-Kabel aufs Tablet, das leider nicht beiliegt. In unserem Test konnten wir problemlos Clips in den Formaten FLV oder MOV abspielen. Nicht abgespielt hat der vorinstallierte Player AVI- oder MKV-Dateien. Filme werden nur auf dem oberen Display angezeigt. Der Lautsprecher ist etwas schwach, dafür stimmt die Qualität über die Kopfhörer. Der Speicher ist mit 4 GB (interner Speicher und SD-Karte je 2 GB) für heutige Ansprüche viel zu knapp. Vor allem deshalb, weil das kompakte Design ideal fürs Filmegucken unterwegs geeignet ist. Beim Filmkonsum hat das Aufklapp-Design seine Vorteile: Das Tablet P lässt sich gut aufstellen, und die Qualität der Displays stimmt.

Fazit

Das Tablet P hat durch sein kompaktes Design und die zwei Bildschirme durchaus seinen Reiz. Das Dualscreen-Konzept ist aber zugleich ein Plus- und ein Minuspunkt. Dort, wo Apps die Möglichkeit für eine durchdachte Darstellung nutzen, machts Spass. Aber das sind noch zu wenige – und die restlichen Apps kann man über beide Bildschirme nicht bequemer bedienen. Durch sein kompaktes Design würde sich das Gerät gut als portabler Film- und Musikplayer eignen. Der Speicher ab Werk ist mit 4 GB sehr knapp bemessen (kann natürlich erweitert werden). Ein weiterer Knackpunkt ist der Preis von 629 Franken, der beispielsweise über dem günstigsten iPad (499 Franken) liegt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2012, 09:02 Uhr


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