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Neue Handys werden superschnell

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 29.03.2010

Die nächste Mobilfunkgeneration LTE wird den Handymarkt revolutionieren – und dies schneller als gedacht: Die Swisscom testet den UMTS-Nachfolger schon, und von Samsung gibt es das erste Supersmartphone.

1/6 Mobil schneller surfen
Ob mit dem Notebook oder dem Handy: Mobiles Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. LTE erhöht die Netzkapazitäten und macht mobiles Internet noch schneller.

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Letzte Woche gelang dem chinesischen Unternehmen Huawei eine eindrückliche Demonstration: In Las Vegas erreichte es mit einer Übertragungsrate von 1200 Megabit pro Sekunde einen Weltrekord für die Übertragung von Daten über ein mobiles Netz. 1200 Megabit: Das bedeutet etwa 40-mal schneller als die Leistung des herkömmlichen UMTS-Standards.

Allerdings sind diese Zahlen mit Vorsicht zu geniessen, Konsumenten werden wohl noch längere Zeit auf dermassen schnelle Datenverbindungen verzichten müssen – die Demonstration des weltweit zweitgrössten Mobilfunkausrüstungsunternehmens wurde mit einem Prototypen erreicht.

Doch Huawei gibt immerhin die Richtung vor. Bereits in diesem Jahr wird Verizon Wireless in den USA bis zu 30 sogenannte LTE-Netze in Betrieb nehmen. LTE ist die Abkürzung für Long Term Evolution (langfristige Evolution) und ist die Nachfolge von UMTS (auch 3G genannt).

Mobiles Internet wird schneller als ADSL

Noch bis vor Kurzem zweifelten selbst Experten am LTE-Durchbruch und erklärten, erste Geräte würden wohl erst übernächstes Jahr zu kaufen sein. Samsung ( 239.5 -2.17%) jedoch will bereits dieses Jahr ein entsprechend ausgerüstetes Handy auf den Markt bringen. Das auf den Namen SCH-R900 getaufte Gerät bietet laut Unternehmensangaben Datenraten von bis zum 100 Megabit pro Sekunde. Ein weiterer Vorteil ist der massiv geringere Stromverbrauch und die vor allem im Auto und im Zug oft störende Verzögerung bei der Datenübertragung. Dank LTE soll man so unterwegs zum Beispiel ruckelfrei Filme anschauen können.

Ein Vergleich dazu: Laut Thorsten Robrecht vom Unternehmen Nokia Siemens (SIN 68.58 2.25%) Networks werden heute in Innenstädten bis zu 14 Megabit pro Sekunde übertragen. Wie Robrecht gegenüber der «Südwest Presse» ausführte, sind dank dem UMTS-Nachfolger 150, und etwas später eventuell sogar 1000 Megabit pro Sekunde möglich.

Da LTE eine Weiterentwicklung von UMTS ist, sind die Kosten für die Mobilfunkunternehmen vergleichsweise gering. Laut Robrecht ist es Nokia Siemens Networks gelungen, das Funkmodul von der Grösse eines Kleiderschrankes auf die von zwei Heimcomputern zu senken. Diese liessen sich an bestehende Mobilfunk-Antennen anbringen, ohne zusätzlich Räume zu benötigen.

In den skandinavischen Städten Stockholm und Oslo sind LTE-Netze seit Ende 2009 in Betrieb. In der Schweiz ist LTE noch nicht verfügbar. Laut Swisscom-Pressesprecher Olaf Schulze läuft derzeit eine Art Testversuch, erste LTE-Antennen würden wohl frühestens 2011 aufgestellt. Dass das mobile Internet schneller werden muss, steht für Schulze ausser Diskussion. «Allein auf dem Mobilfunknetz von Swisscom verdoppelt sich das übertragene Volumen alle acht Monate.»

Auch iPhone mit neuem Standard?

Wird neben Samsung auch Apple (AAPL 562.29 -0.54%) ein LTE-fähiges Smartphone anbieten? Auszuschliessen ist es nicht: Apple hat mit einem aktuellen Stelleninserat einen Hinweis gegeben, der auf LTE bei der nächsten oder übernächsten iPhone-Generation schliessen lässt. Das nächste Apple-Handy könnte bereits im Juni in San Francisco präsentiert werden.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.03.2010, 13:45 Uhr

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