Sicherheitsleck: Google-Dienst zeigt Hackern, wo man gerade ist

Massive Kritik am neuen Ortungsdienst Google Latitude: Böswillige Nutzer können das System nutzen, um Handybenutzer ohne deren Wissen zu verfolgen.

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Wo Latitude funktioniert

Google Latitude steht in 42 Sprachen für 27 Länder (u.a. der Schweiz) zur Verfügung. Nutzer können es kostenlos herunterladen. Das Programm läuft auf den meisten Blackberrys und den meisten Geräten mit Windows Mobile (ab Version 5.0) oder Symbian S60. Nutzer von iPhones und Smartphones mit dem von Google entwickelten Betriebssystem Android müssen sich noch etwas gedulden.

Bis auf 200 Meter genau kann das am 4. Februar vorgestellte Google-Programm Latitude Handytelefonierer ausfindig machen. Der neue Dienst funktioniert auf Basis von GPS-Koordinaten. Zudem setzt das Unternehmen Handy-Funkmasten und WLAN-Netze zur Ortung ein.

Die Funktion wird über das Google-Konto aktiviert (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz berichtete). Anschliessend können Freunde eingeladen werden, die den Service auf dem PC oder auf dem Handy ebenfalls nutzen. Die Nutzer, die dann die Einladungen annehmen, werden mit einem Profilbild auf einer Google-Karte auf dem Handy angezeigt.

Benachrichtigungsdienst nicht für alle Handys

Jeder Nutzer hat laut Unternehmensangaben auch nach der Annahme einer Einladung die völlige Kontrolle über seine Privatsphäre: Er könne selbst einstellen, was die Kontakte über den aktuellen Standort erfahren können. Dem ist aber offenbar nicht so, berichtet Privacy International.

Der neue Google-Service sei eigentlich dazu da, sich die aktuelle Position von befreundeten Handy-Nutzern in «Maps» anzeigen zu lassen. Laut den Datenschützern können diese aber ohne deren Wissen verfolgt werden. Schuld seien Funktionen, die eigentlich die Sicherheit gewährleisten sollten, schreibt das Online-Portal Futurezone.orf.at.

Konkret: Wenn Google Latitude auf einem Handy aktiv ist, sendet Google in regelmässigem Abstand Nachrichten an den Handybesitzer, damit dieser weiss, dass er «sichtbar» ist. Dieser Dienst funktioniert aber offenbar nur bei Blackberrys. Stalker bräuchten nun nur noch ein solches Handy verschenken, auf dem zuvor der Ortungsdienst aktiviert wurde. Der Beschenkte würde nie erfahren, dass er heimlich verfolgt wird. Besonders einfach wäre das etwa im familiären Bereich, oder bei Firmenhandys, so Privacy International.

«Stalker der Welt vereinigt euch»

Google hat das Problem erkannt: Der Benachrichtigungsdienst werde bald auf andere Handytypen ausgeweitet, so ein Google-Sprecher gegenüber der BBC. Ob dies genügt, die Kritiker zu besänftigen? In einem englischen Blog heisst es: «Es gibt kein Entkommen, Stalker der Welt vereinigt euch.» (rek)

Erstellt: 09.02.2009, 11:47 Uhr

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3 KOMMENTARE

Hansjörg Schlatter

11.02.2009, 16:13 Uhr

Dazu musste aber nicht zuerst Googles Latitude entwickelt werden; ein GPS-Empfänger in ein Handy einbauen und diese Daten versenden kann man schon lange, dazu musste nicht erst Latitude entwickelt werden. Wer wirklich stalken will hätte auch diesen Aufwand auf sich genommen...


Philipp Sauter

09.02.2009, 20:48 Uhr

Jeder der dieses Programm einrichtet ist selber schuld. Es völlig idiotisch und unnötig. Es geht ja wirklich niemanden etwas an, wo ich gerade bin, wenn ich es nicht mitteile, weder Freunde noch Verwandte. Ich würde mich hüten so etwas auf meinem Handy zu installieren


David Rüegg

09.02.2009, 12:34 Uhr

Man kann betreffend Datensicherheit nicht einfach den Firmen den schwarzen Peter zuschieben - grundsätzlich liegt die Verantwortung über seine Daten beim einzelnen Menschen. Die Zunahme von Dienstleistungen und Technologien welche unsere Privatsphäre tangieren, zeigt aber, dass die Menschen in punkto Datenschutz aktiv geschult werden müssen.



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