So werden unscharfe iPhone-Fotos doch noch scharf

Eine Google-App macht möglich, was man sonst nur aus futuristischen Fernsehserien kennt: Sie rettet verschwommene Fotos.

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Live-Fotos sind für mich einer der Top-Gründe, warum ich ein iPhone als Haupttelefon verwende. Wenn ich jemandem davon erzähle oder gar einen Artikel dazu schreibe, ernte ich verwunderte Blicke und nicht immer verständnisvolle Kommentare und Leserbriefe.

Damit es so weit kommen konnte, brauchte es logischerweise Apple, aber – und das erstaunt mich immer wieder – auch Google. Denn mit der App namens Motion Stills hat Google die unausgegorene Idee von Apple zu Ende gedacht (Für diese App sollte sich Apple bei Google bedanken). Die App stabilisiert die verruckelten Minivideos und verwandelt sie in GIF-Minivideos, die man in Messengern und auf sozialen Medien teilen kann.

Apple hat inzwischen zwar mit einer neuen iOS-Version bei Live-Fotos ein bisschen nachgebessert, aber erst die Google-App macht die bewegten Fotos zu einem absoluten Killer-Feature und somit für mich unverzichtbar.

Warten auf den Fokus

Nun legt Google noch mal einen drauf. Mit dem neusten Update bekommt Motion Stills eine Funktion, die ich mir für den Start gewünscht hätte. Gerade bei schlechtem Licht ist der Autofokus des iPhone (wie auch bei allen Handys) ziemlich träge. Damit das Bild scharf wird, wandert der Fokus vor und zurück, bis das Handy schliesslich das Foto schiesst.

Dabei kommt es vor, dass das Handy dann doch im falschen Moment das Foto macht. Nämlich just dann, wenn der Fokus noch nicht oder schon nicht mehr ideal ist. Pech!

Ähnliches passiert, wenn man ein Gruppen-, Action- oder Kinderfoto macht und man den perfekten Moment um ein paar Millisekunden verpasst hat. Wieder Pech gehabt!

Doch halt! Mit Live-Fotos zeichnet das iPhone immer auch automatisch ein Video auf – ein paar Sekunden bevor und nachdem man den Auslöser gedrückt hat. Der perfekte Moment ist zwar nicht im Foto, aber im Video festgehalten.

Video: Wie Sie beim iPhone Speicher freischaufeln

In der Vergangenheit konnte ich so ein Foto relativ mühsam retten. Nämlich, indem ich mit Motion Stills aus dem Live-Foto ein Video gemacht habe. Beim Video konnte ich den perfekten Moment dann mit einem Screenshot/Bildschirmfoto wieder als Foto speichern. Dabei geht zwar immer Auflösung verloren, aber immerhin hat man ein scharfes Foto.

Doch damit ist nun Schluss. Das neuste Update der Gratis-App Motion Stills bringt genau die Funktion. Sie heisst «Live Photo exportieren» und ist die dritte Option nebst «GIF senden» und «Clip teilen».

Verlorene Auflösung

Mit einem Schieberegler kann man damit innerhalb des Minivideos bequem den idealen Zeitpunkt aussuchen. Dann muss man nur noch auf das Häkchen drücken und schon ist das Foto in Galerie gespeichert.

Auch hier verliert man an Auflösung. Aber wenn man die Wahl hat zwischen einem unscharfen oder verpassten Foto und einem mit tiefer Auflösung, ist letzteres immer noch die bessere Wahl.

Leistungsfähige Prozessoren machen es möglich

Hobbyfotografen werden nun einwerfen, solche Funktionen gebe es schon länger. Natürlich haben sie recht. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Nikon Coolpix, die so etwas Ähnliches schon um die Jahrtausendwende konnte. Doch jetzt wird es massentauglich.

Dank immer leistungsfähigerer Prozessoren und Fotosensoren werden in den nächsten Jahren die Grenzen zwischen Foto und Video weiter verschwimmen. Apples Live-Fotos und Googles Motion Stills sind da nur ein sehr benutzerfreundlicher Vorbote. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.03.2017, 12:42 Uhr

Ob die Live-Foto-Funktion aktiviert ist, sieht man am gelben Ring. Alle iPhones ab dem Modell 6s haben die Funktion.

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