Sony Ericssons Waffe gegen das iPhone
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 13.11.2009 12 Kommentare
In den Schatten vermag das neuste Gerät von Sony ( 13.3 -3.34%) Ericsson den Trendsetter iPhone nicht stellen, so viel sei gleich vorweggenommen. Doch Satio hat durchaus Verkaufsargumente, auch wenn der Preis von rund 700 Franken (ohne Abo bei Digitec) nur bedingt dazu gehört. Zum Beispiel eine 12,1-Megapixel-Kamera mit eingebautem Xenon-Blitz. Oder die perfekte Auflösung (640x360 Pixel) auf dem 3,5 Zoll grossen Display.
Touchscreen, Surfen über WLAN und GPS-Empfänger gehören mittlerweile zum Standard des modernen Handys. Sony Ericsson hebt sich mit seiner Kamera durchaus aus der Vielzahl der nun auf den Mark geworfenen Geräte ab. Die Qualität der Schnappschüsse kann mit den Bildern einer gewöhnlichen Digitalkamera mithalten.
Viel Platz und Panoramamodus
Auch bietet die Kamera, mit der man auch telefonieren und surfen kann, einige spannende Features. So löst beispielsweise der «SmileShutter» erst dann eine Aufnahme aus, wenn die Person im Bild lächelt. Mittels Geotagging können die Fotos geographisch zugeordnet werden. Im Test fiel auch der Panoramamodus positiv auf. Aus drei Einzelbildern wird eine Panoramaaufnahme zusammengesetzt; störende Nähte zwischen den Einzelbildern sind nicht auszumachen. Kleiner Nachteil: Der Objektivdeckel öffnet sich beim Verstauen des Handys zum Beispiel in die Hosentasche und das Gerät verabschiedet sich aus dem Standby-Modus.
Auf der mitgelieferten SD-Card haben 8 Gigabyte Platz – genug für viel Musik und zahlreiche Erinnerungsfotos unterwegs. Allerdings fehlt dem Telefon eine herkömmliche Kopfhörerbuchse und ein entsprechender Adapter fehlt im Lieferumfang. Wenigstens lassen sich über Bluetooth Kopfhörer mit dem Handy verbinden.
Vier Eingabemöglichkeiten
Faszinierend ist natürlich die Anwendung Google Maps, das via GPS den aktuellen Standort in Sekundenschnelle ermittelt und auf der Karte anzeigt. Durch Drücken auf eine gewünschte Stelle gelangt man direkt zu Street View. Dabei überzeugt die ausgezeichnete Auflösung. Als Navi-Ersatz im Auto taugt das Satio allerdings nicht
Ebenso angenehm ist die Wahl der Tastatur bei der Eingabe von Texten. Zwischen einer kleinen und einer grossen der Schreibmaschine entlehnten Tastatur und der herkömmlichen Handy-Tastatur kann ebenso gewählt werden wie auch eine allerdings etwas diffizile Handschrifteneingabe. Am angenehmsten war dem Tester die von den mobilen Geräten gewohnte Tastatur; das kurze Vibrieren beim Drücken erleichtert die Eingabe zusätzlich.
Komplizierte Menüführung
Die Kontakte aus dem alten Handy lassen sich über Outlook problemlos synchronisieren – wie auch Kalender und Aufgaben. Die Anzeige des Kalenders ist jedoch – wie schon früher bei Sony Ericsson – in der Darstellung etwas unübersichtlich. Und Ecken und Kanten hat das Handy auch im Design. Gegen das runde iPhone zieht das an und für sich schlanke Satio den Kürzeren.
Auch sonst bietet das Satio, das für den kriselnden japanisch-schwedischen Konzern zum Rettungsanker werden soll, kaum Features, die iPhone-Benutzer zum Markenwechsel anregen. Das Betriebssystem Symbian OS 9.4 mit S60 5.0 funktioniert tadellos, die Menüführung ist allerdings selbst für geübte Sony-Ericsson-Nutzer zuweilen komplizierter als das mitgelieferte Labyrinthspiel.
Fans von Sony Ericsson sollten sich bis Anfang des nächsten Jahres gedulden. Dann bringt das Joint Venture das Android-Handy Xperia X10 auf den Markt. Dessen Kamerasensor löst mit acht Megapixeln auf, daneben bietet das X10 einen vier Zoll grossen Touchscreen, einen Kopfhörereingang und das stark flexible Google-Betriebssystem Android. Und vielleicht hält dann auch der Akku länger, der jetzt bei etwas intensiverem Gebrauch spätestens nach einem Tag nach Strom lechzt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.11.2009, 13:18 Uhr

































































