Warum das HTC Magic besser ist als das iPhone
Von David Bauer. Aktualisiert am 18.06.2009 29 Kommentare
Sieger des Tests in der «SonntagsZeitung» ist das HTC Magic, das seit Freitag in der Schweiz auf dem Markt ist. Grossen Anteil an dieser Top-Platzierung hat Google, das mit dem Betriebssystem Android Herz und Seele des Magic beisteuert.
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Hart umkämpft
Palm, Nokia, Samsung: Im lukrativen Smartphone-Markt jagt eine Neuheit die nächste. Auf seinem Erfolg ausruhen kann sich kein Hersteller, die Konkurrenz rüstet schnell nach. So kommen in den nächsten Wochen und Monaten zahlreiche neue Geräte auf den Markt.
In den USA bereits erhältlich ist der PalmPre, der gute erste Kritiken erhielt.
Im Juli bringt Nokia mit dem N97 sein neues Flaggschiff in Position, das verlorene Marktanteile zurückbringen soll.
Samsung wird seinerseits ein Smartphone mit Googles Betriebssystem lancieren. Auch Sony Ericsson hat bereits ein neues Gerät angekündigt, das Idou.
Von Blackberry wird ein Nachfolgemodell zum Storm erwartet.
Motorola, der viertgrösste Handyhersteller der Welt, will sich Ende Jahr im Smartphone-Markt zurückmelden.
Noch vor drei Jahren war es der exklusive Lieblingssport von Workaholics im Massanzug, jederzeit unterwegs E-Mails abzurufen und im Netz zu surfen. Mit dem iPhone hat sich das geändert. Seitdem bahnt sich der Hosentaschen-Computer seinen Weg in den Mainstream. Während im letzten Quartal fast zehn Prozent weniger Mobiltelefone verkauft wurden, stieg der Verkauf von Smartphones um satte 12,7 Prozent an. In der Schweiz ist der Verkauf geradezu explodiert. Laut dem Marktforschungsunternehmen GfK wurden in den ersten vier Monaten des Jahres mehr als zweieinhalb Mal so viele Smartphones verkauft wie im Vorjahr.
Die grossen Hersteller streiten sich um den Platz an der Sonne, den bislang das iPhone für sich reserviert hatte. Entsprechend oft wurde bei Neuankündigungen das Attribut des «iPhone-Killers» bemüht; ein tellscher Schuss mitten durch den Apfel wollte aber niemandem gelingen.
Die «SonntagsZeitung» hat die aktuellen Modelle der zehn wichtigsten Hersteller getestet. Im Blickpunkt ist dabei das Pflichtprogramm: Ein Smartphone muss einfach zu bedienen sein, komfortables Internetsurfen bieten. Es muss über eine zuverlässige E-Mailmaschine, eine gute Tastatur und einen Akku mit vernünftiger Ausdauer verfügen.
Wer Erfolg haben will, braucht hervorragende Software
Tatsächlich gelingt es einem Hersteller, das iPhone als besten Begleiter für den mobil arbeitenden Menschen zu verdrängen. Testsieger ist das HTC Magic, das seit Freitag in der Schweiz auf dem Markt ist. Grossen Anteil an dieser Top-Platzierung hat Google, das mit dem Betriebssystem Android Herz und Seele des Magic beisteuert. Die Ausmarchung an der Spitze war am Ende sehr knapp. Auch wenn Apple mit dem neuen iPhone 3GS (ab 19. Juni erhältlich) ein verbessertes Betriebssystem liefert, sind die Fortschritte gegenüber dem getesteten iPhone 3G nicht gross genug.
Beide Geräte, das Magic wie auch das iPhone, verfügen über einen hervorragenden Touchscreen, mit dem sie der Konkurrenz deutlich voraus sind. Derjenige des Magic bietet zusätzlich den Vorteil, dass er durch Vibration anzeigt, wenn eine Funktion angewählt wurde. Vor allem das Schreiben auf dem Magic fällt so leichter als auf dem iPhone.
Nie war mobil surfen einfacher
Die Menüführung beider Betriebssysteme ist intuitiv und leicht an die Bedürfnisse des Nutzers anzupassen. Ganz in seinem Element ist Google beim mobilen Websurfen: Der Browser des HTC Magic ist der schnellste aller getesteten Smartphones und sehr einfach zu bedienen. E-Mail-Client und Kalender sind bei beiden Geräten sehr komfortabel, die Synchronisation zuverlässig und einfach. Um diese allerdings in vollem Umfang nutzen zu können, kommt man um ein Benutzerkonto bei Apple (MobileMe, 119 Franken pro Jahr), respektive Google (kostenlos) kaum herum.
Mit gebührendem Abstand hinter den beiden Top-Smartphones folgen das Nokia E75 und das erste Blackberry für die breite Masse, das «Storm». Abstriche zu machen gilt es vor allem bei der Bedienung und dem mobilen Web. Dafür glänzt Nokia mit einer ausfahrbaren Tastatur und einem tiefen Preis. Blackberry kann mit seinem bewährten, in Geschäftskreisen heiss geliebten E-Mail-System punkten. Das Schreiben mit dem klickbaren Touchscreen dagegen ist gewöhnungsbedürftig. Wer sich mit Apple und Google nicht anfreunden mag, findet in beiden Geräten eine gute Alternative.
LG Arena mit miserablem Akku
Dies gilt auch noch für Sony Ericssons Xperia, das wie das Nokia über eine gute ausfahrbare Tastatur verfügt. Allerdings arbeitet das Betriebssystem, Windows Mobile, teils mit merklichen Verzögerungen und ist zu umständlich. Das LG Arena dagegen vergibt eine bessere Platzierung mit einem miserablen Akku. Bei voller Belastung macht dieser nach 150 Minuten schlapp.
Die Rangliste zeigt, dass die Software immer wichtiger wird. Die Erstplatzierten setzen neben einem ausgefeilten Betriebssystem alle auf Erweiterungen von Drittentwicklern. Die inzwischen über 50'000 Programme im App-Store haben wesentlich zum Erfolg des iPhones beigetragen. Die gleiche Bedeutung kommt dem Android-Market für Google-Handys, Nokias Ovi-Store und der Blackberry App World zu. Wer auf dem Smartphone-Markt in Zukunft zu den Gewinnern gehören will, muss auf diesem Gebiet fit sein. Aber auch die Geräte entwickeln sich ständig weiter. Das überarbeitete iPhone und das neue HTC Magic läuten einen heissen Sommer ein (siehe Kasten). Dem Kunden kann es nur recht sein. Die Vielfalt an guten Produkten wird weiter zunehmen und die guten laufend gezwungen, besser zu werden.
(SonntagsZeitung) (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.06.2009, 12:52 Uhr





