Wie Googles neue Flaggschiffe aussehen

Bald stellt Google zwei neue Nexus-Geräte vor. Sie zeigen auch, wie Android künftig aussehen soll: Farbiger und zum Anfassen.

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Kurz nach Apple stellt auch Google seine neuen mobilen Flaggschiffe vor, dies zusammen mit der neusten Version des Android-Betriebssystem. Was bis Anfang November zu erwarten sein wird, lässt sich dank einiger Indiskretionen bereits jetzt recht verlässlich sagen. Es sind neben dem neuen Android L ein neues Smartphone und ein Tablet der Nexusreihe. Wie bei früheren Generationen stehen vermutlich nüchterne Zahlenbezeichnungen ins Haus: Nexus 6 und Nexus 9. Nach dem Muster der Vorjahre werden die Nexus-Geräte nur online bestellbar sein. Beide versprechen gute Leistungen zu einem attraktiven Preis.

Das Nexus 6 (Codename «Shamu») wird ein Phablet. Nicht nur bei der Gerätenummer beschreitet das Nexus 6 wohl ähnliche Wege wie die aktuelle Phone-Generation. Auch das Nexus-Telefon macht einen Grössensprung: Mit einer Bildschirmdiagonalen von 5,9 Zoll (2560 x 1440 Pixel) legt das Nexus 6 gegenüber dem Vorgänger zu. Weiter werden ein besonders starker Akku und eine 13-Megapixel-Kamera mit Bildstabilisator erwartet. Bei Design und Ausstattung erinnert das Gerät ans Moto X von Motorola – kein Zufall, denn der amerikanische Konzern produziert das Nexus 6 im Auftrag von Google.

Flunder mit Tastatur im Schlepptau

Über das zweite Gerät, das diesen Monat vorgestellt werden soll, ist noch relativ wenig bekannt. Sicher scheint bisher aber, dass es sich um ein Tablet aus den Werkstätten von HTC handeln wird. Spekuliert wird über ein Nexus 9 genanntes Tablet mit einer Bildschirmdiagonalen von 9 Zoll (23 Zentimeter). Das Display soll ein Seitenverhältnis von 4:3 haben, wie Apples iPad.

Interessant: Das auch unter dem Codenamen «Flounder» gehandelte Gerät könnte eine magnetisch befestigte Mischung aus Tastatur und Bildschirmschutz mitbringen und so in den Fussstapfen des Surface wandeln, das Microsoft als Laptop-Ersatz bewirbt. Man darf gespannt sein auf diese massgeschneiderte Tastatur und ob Google und Motorola beim Design dem unausgegorenen Wildwuchs an Android-Zusatztastaturen einen durchdachten Ansatz entgegenstellen.

Android lüftet den Vorhang

Wichtiger als diese Modelle, die Google nicht aggressiv vermarkten wird, ist der Android-Ausblick, den die Nexus-Geräte jeweils im Herbst liefern: Seine Hausmarke nutzt Google, um die im Folgejahr tonangebende Androidversion vorzuführen. Dies stets in einer unverdünnten Variante, die nicht von Herstellern wie Samsung oder HTC umgestaltet ist. Diesen Herbst wartet alles auf Android 5 oder Android L – für «Lollipop», nach Jellybean und Kitkat der nächste Schritt in Googles Süssigkeitenalphabet. Die augenfälligste Änderung wird die Optik betreffen: Android wird in der neusten Version fassbarer, dank Farben und 3-D-Effekten soll die Oberfläche einen materiellen Look erhalten. Ein Konzeptvideo zeigt die Designgrundsätze dahinter. Dass Google die angezielte Optik schon im Vorfeld herumzeigt, hat den Grund, dass man auch die Hersteller und App-Designer auf den neuen Look einschwören will.

Verschlüsselung und mehr Akku

Die Veränderungen unter der Haube sind für die Nutzer in der Mehrzahl nicht direkt erkennbar, doch will Android L den Stromhunger der Geräte zügeln: Das Update verspricht mehr Ausdauer bei der Akkuleistung. Einen ähnlichen Schritt wie Apple geht Google bei der Verschlüsselung von Daten: Wie iOS 8 wird Android L standardmässig verschlüsseln, was Nutzer auf dem mobilen Gerät speichern. Bisher war das optional gewesen. Mit dem Update wird Android sein System nebenbei auch fit machen für die Zusammenarbeit mit Wearables wie Smartwatches.

Weiter erhält die Nachrichtenleiste eine Überholung. Neu sollen App-Benachrichtigungen schon auf dem Sperrbild auftauchen. Das würde Apps wie Ac-Display überflüssig machen. Wann genau die neuen Modelle und mit ihnen Android L anrücken, ist noch nicht klar. Beobachter rechnen aber mit der zweiten Oktoberhälfte.

Abschied von Android Silver?

Mit den neuen Nexusgeräten besiegelt Google vermutlich auch das Schicksal von «Silver». Der Konzern trug sich angesichts des immer unübersichtlicheren Android-Stammbaums damit, sein Betriebssystem zusätzlich in einer puristischen Variante anzubieten. Die Idee: Hersteller von Silver-Geräten hätten sich verpflichtet, Googles Androidversion praktisch unangepasst zu übernehmen. Das Angebot hätte die Designvielfalt eingedämmt und die Nexusreihe überflüssig gemacht. Gerüchteweise hat Google das Projekt aber vor einigen Wochen eingestellt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 03.10.2014, 10:54 Uhr)

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