Zurück in die Handyzukunft
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 20.12.2010
Zurück in die Steinzeit des Mobilfunks? Nein. Aber wichtiger als immer mehr Funktionen ist die einfache Bedienbarkeit. (Bild: AFP )
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Migros-Mediensprecherin Monika Weibel ist sich sicher: «Immer mehr Kunden wollen keine komplizierten Smartphones.» Einfache Handymodelle ohne viel Schnickschnack, sagt die Migros-Frau, werden sich 2011 «sehr gut» verkaufen. Eine Einschätzung, die auch die Swisscom teilt: «Smartphones werden immer komplexer und ihr Funktionsumfang immer grösser. Deshalb gehen wir davon aus, dass zunehmend Mobiltelefone mit einer übersichtlichen und intuitiven Bedienung nachgefragt werden», sagt Pressesprecher Olaf Schulze.
Konkurrent Orange hat für diese Entwicklung eine einfach Erklärung parat: «Erstens wächst das Marktsegment der älteren Handybenutzer, zweitens nutzen diese ihr Handy auch häufiger», so Mediensprecherin Marie-Claude Debons. Und bei diesen Kunden seien einfachere Mobiltelefone mit einer praktischen Ergonomie – grössere Tasten, grosse Schriften, helle Bildschirme – natürlich sehr beliebt. Folglich verschiebt sich die Nachfrage zunehmend von kostspieligeren High-End-Smartphones hin zu günstigeren Mittelklasse-Handys.
Ja, es kann auch Telefonieren
Weniger ist mehr: Diese Entwicklung hat laut Mobile-Zone Chef Martin Lehman bereits eingesetzt: «Herkömmliche Handys erfreuen sich weiterhin grosser Beliebtheit, denn nicht alle wollen ein Smartphone. Viele schätzen einfachere Geräte ohne Touchscreen und Interaktivität – sie brauchen ihr Handy hauptsächlich fürs Telefonieren und den SMS-Versand. Das wird sich auch 2011 nicht gross ändern.»
Die angefragten Unternehmen sind sich auch in einem anderen Punkt einig: Das Apple-Handy gibt auch 2011 den Takt vor, wird aber stark bedrängt von Google und Microsoft. «Android- und Windows-Phone-7-Handys erfreuen sich wachsender Beliebtheit», so die Swisscom.
Fragezeichen hinter Nokia
Auch Digitec-Expertin Stefanie Hynek sieht bei der Apple-Konkurrenz grosses Potenzial. «Hardwareseitig sind die üblichen Hersteller wie HTC, Samsung, ( 239.5 -2.17%) Sony Ericsson und Nokia ( 2.82 2.92%) fähig, Geräte herzustellen, die dem iPhone technisch das Wasser reichen oder übertrumpfen können.» Bei der finnischen Handyschmiede setzt Hynek noch ein Fragezeichen: «Nokia ist in dieser Liste der einzige Hersteller, der nach wie vor nicht auf die zukünftig wohl dominierende Android-Plattform setzt. Ob Symbian 3 und Meego den Sprung auf das gleiche Level wie Android und das iOS schaffen, wird die Zukunft zeigen.»
Dem Google-Betriebssystem Android prophezeien die Experten eine goldene Zukunft: «Offene Betriebssysteme wie Android gewinnen 2011 Marktanteile», ist Marie-Claude Debons überzeugt. Die Profiteure des Android-Booms werden laut der Orange-Fachfrau HTC, Samsung, Sony Ericsson und LG sein.
Android bald auch in Europa Nummer 1
Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC ist derzeit in Europa immer noch Nokia (respektive das Betriebssystem Symbian) Nummer 1. Ein Drittel aller auf dem alten Kontinent im Herbst 2010 verkauften Geräte stammen aus Finnland, Apple (AAPL 562.29 -0.54%) kommt auf 24, Google auf 23 Prozent. Das Betriebssystem Android wachse aber so stark, dass es bald die Führung übernehme. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.12.2010, 12:42 Uhr







