Ärger um inoffizielle Fussball-Apps
Von Anatol Heib. Aktualisiert am 13.01.2010
Im App Store kann man iPhone-Pogramme aller Schweizer Super-League-Vereine herunterladen - für Fr. 1.10 pro App. Nutzer können damit News und Tabellen ihres Vereins abrufen, die von offiziellen Fussball-Homepages stammen. Was vielen Fans nicht klar sein dürfte: Die Angebote mit den Klub-Wappen stammen nicht von den Vereinen selbst, sondern vom 18-jährigen Alejandro Garcia aus Basel. Der Jugendliche, von Beruf Elektriker, hat die Apps «aus Spass» programmiert, wie er gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt. «Ich habe einfach Klub-News vermisst, die man auf dem iPhone bequem abrufen kann. Es ist doch mühsam, ständig mit dem Browser auf die Klub-Websites zu gehen.»
Zuerst veröffentlichte er die Anwendung des FC Basel. Sie ist im Gegensatz zu den später lancierten Klub-Apps kostenlos, weil der junge Programmierer sie quasi als Probier-App lanciert hat. «Nachträglich Geld zu verlangen fand ich nicht in Ordnung.» Die Apps sind laut Garcia bisher im Schnitt 20 bis 100 Mal heruntergeladen worden.
Wenig Freude an den Angeboten hat die Swiss Football League, die am Dienstag alle betroffenen Vereine über die inoffiziellen iPhone-Programme informiert hat. Laut «Blick am Abend» prüft der FC Luzern rechtliche Schritte, weil die App Urheberrechte verletze und den Nutzer bewusst in die Irre führe.
«Angebot entfernen»
Auch andere Klubs distanzieren sich vom kostenpflichtigen Angebot. «Das Angebot wurde unrechtmässig lanciert. Wir kontaktieren Apple, damit die Anwendung wieder entfernt wird», sagt Albert Staudenmann, Mediensprecher der Young Boys gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Man könne nicht zulassen, dass jemand mit Meldungen und dem Wappen des Klubs ohne dessen Wissen Geld verdiene.
Beim FC Zürich hat man die News-App vor wenigen Tagen entdeckt, sagt Mediensprecher Giovanni Marti. Man werde den Anbieter kontaktieren. Die Idee sei im Prinzip gut, doch gelte es hier, die Frage des Schutz des Klub-Logos zu klären. Man arbeite zudem gerade an einer offiziellen FCZ-App. Für den FC Basel ist die App «ein glasklarer Missbauch einer geschützten Marke namens FC Basel 1893 und damit illegal», sagt Mediensprecher Josef Zindel auf Anfrage.
Garcia betont, angesprochen auf die Vorwürfe, dass er in den Apps lediglich die RSS-Feeds verwende, die auf den Websites der Vereine allen Fans zur Verfügung stehen würden. Die rechtliche Frage nach den Logos hat er eigenen Angaben zufolge nicht abgeklärt. «Aber natürlich werde ich sie entfernen, wenn sich die Vereine bei mir melden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.01.2010, 15:00 Uhr
































































