App und zu etwas Bewegung

Jawbone UP erinnert den Nutzer daran, sich sportlich zu betätigen, und überprüft die Schlafqualität. Ob das funktioniert? Wir haben das Fitness-Armband und die dazugehörende iPhone-App eine Woche lang getestet.

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Eine Woche lang testete Hans Fischer (27), wissenschaftlicher Assistent am Institut für Mikroelektronik in Windisch und Gründer von Technikblog.ch, das Jawbone UP – ein Fitnesssystem bestehend aus einem Armband und einer iPhone-App. Es zeichnet den Tagesablauf auf und soll dem Nutzer helfen, gesundheitsbewusster zu leben. Das Armband erinnert den Nutzer daran, sich regelmässig zu bewegen und überprüft den Schlaf.

1. Der erste Eindruck

Das Armband ist in drei verschiedenen Grössen für unterschiedliche Handgelenksumfänge und in mehreren Farben erhältlich. Darin sind ein Vibrationsalarm, ein Bewegungssensor, ein Akku und (zur Interaktion mit dem Träger) ein Taster verbaut. Mit einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker kann das iPhone mit dem Band kommunizieren. Da das alles in einem wasserfesten Design verpackt ist, kann das Jawbone UP auch beim Duschen oder Schwimmen getragen werden.

Hersteller Jawbone verspricht eine Betriebsdauer von zehn Tagen. Nach einer Woche Testnutzung ist die Batterie noch zu 28 Prozent geladen, insofern sind die Angaben von Jawbone plausibel.

Das Armband ist sehr angenehm zu tragen, störte nur ein wenig bei längerer Arbeit am Computer. Ansonsten schränkt das Fitness-Gadget nicht ein, auch nicht beim Schlafen.

2. Die Hauptelemente

Zu den Aufgaben des Jawbone UP gehören die Aufzeichnungen des Schlafs und der Bewegung, sowie das Festhalten der Essgewohnheiten. Diese Aktivitäten werden im Zusammenspiel mit dem UP-Armband und der App ermittelt und zusammengefasst. Dabei bestimmt der Nutzer die Limite: Man kann etwa die Tagesziele 7 Stunden Schlaf und 5000 Schritte definieren.

3. Schlafen

Drückt man ein paar Sekunden auf den Knopf am Armband, wechselt der Schlaf- zum Aktivmodus und umgekehrt. Im Schlafmodus zeichnet das Jawbone UP die Schlafqualität anhand der Bewegungen, sprich der nächtlichen Aktivität, auf. Für diese sogenannten Schlafphasen gibt es übrigens mittlerweile auch spezielle Wecker. Das Armband zeichnet die Sequenzen auf und kann so eingestellt werden, dass es den Nutzer zu einem passenden Zeitpunkt (etwa nicht in einer Tiefschlafphase) weckt. Via iPhone-App wird die Nachtruhe dann analysiert.

4. Bewegen

Das Armband zeichnet dank dem internen Sensor Bewegungen rund um die Uhr auf. Im Aktivmodus werden die Bewegungen auf Schritte umgerechnet, dabei kann man sich diese in der Zeitachse ansehen. Hat man sich das Ziel gesetzt, eine gewisse Anzahl Schritte pro Tag zu gehen, lässt sich das sehr einfach und klar überprüfen.

Beim Aktivsport kann man durch einen Tastendruck die Aufzeichnung starten, via Applikation kann das Training mit GPS-Daten aufgezeichnet werden – das klappt alles problemlos.

5. Essen

Wie fühle ich mich, wenn ich was gegessen habe? Dazu muss in Zusammenspiel mit der App das Essen fotografiert sowie Ort, Name und Uhrzeit der Mahlzeit eingegeben werden. Zwei Stunden später wird man per Push-Benachrichtigung gefragt, wie man sich fühlt. Ein mühsames Prozedere also, das einen spätestens nach zwei Tagen zum Aufgeben zwingt.

6. Aufgaben

Für drei Elemente kann man sich wie erwähnt Ziele setzen. Ebenfalls ist es möglich, sich vom System herausfordern zu lassen: Jawbone erinnert den Nutzer zum Beispiel daran, 15 Minuten pro Tag oder eine Meile zu gehen oder nach dem Joggen genug zu trinken und vieles mehr. Man kann sich auch ein Team erstellen und die Erfolge mit Freunden und Bekannten vergleichen.

7. Fazit

Nach einer Woche mit dem Jawbone UP lebt man nicht zwingend gesünder, aber bewusster. Man erfährt ganz genau, wie viel man wirklich schläft oder wie viel man sich an einem normalen Arbeitstag bewegt. Diese beiden Funktionen sind durchaus interessant und auch spannend auszuwerten. Was hingegen der konkrete Nutzen ist, wenn man das Essen fotografiert und das Wohlbefinden nach einer Mahlzeit definiert, bleibt das Geheimnis des Herstellers.

Unter dem Strich ist das Jawbone UP nicht mehr als eine statistische Auswertung des persönlichen Tagesablaufs. Zu einem gesünderen Leben führt die Technik wohl nicht. Wer sich von einer Schwemme an Daten begeistern lassen kann oder sich gerne mit Bekannten misst, dem sei das System jedoch empfohlen. Das Armband kostet 120 Franken, die App gibt es gratis im App Store.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.12.2011, 15:57 Uhr

Unzufriedene Kunden erhalten Geld zurück

Jawbone-CEO Hosain Rahman gab in einem offenen Brief zu, dass das Produkt «nicht alle Erwartungen erfüllt – inklusive unserer eigenen». Offenbar gaben u.a. die Batterielebensdauer im Armband und die Synchronisation Anlass zu Beschwerden. Über eine Website können unzufriedene Kunden die Erstattung des Kaufpreises beantragen und App und Armband weiter kostenlos benutzen. Bei unserem Test des Jawbone UP traten keinerlei Probleme auf.

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