Apple will nichts von verbogenen iPhones wissen

Seit Tagen reiht sich eine Beschwerde über verbogene iPhones an die andere. Die ganze Welt lacht. Nun reagiert Apple und weist die Kritik zurück. Die Aktien sackten trotzdem ab.

Total flexibel: Scherzvideo wirbt für iPhone, das sich in alle Richtungen verbiegen lässt. (Video: Dean Cosby/Youtube)


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Eine Woche nach anderen Ländern hat auch in der Schweiz der Verkauf der neuen iPhones begonnen. In einem Laden der Handy-Kette Mobilezone am Zürcher Bellevue gingen heute kurz nach Mitternacht die ersten Geräte über den Tisch. Seit heute Morgen gibt es die Geräte auch im Apple Store an der Bahnhofstrasse:

Der Hersteller kämpft derweil mit unzufriedenen Kunden und einer Software-Panne. Apple-Aktien waren gestern um vier Prozent abgesackt. Dadurch hatte das Unternehmen aus dem Silicon Valley rund 24 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren.

Nur neun Kunden beschwerten sich

Apple will den Vorwurf, sein neues grosses iPhone-Modell verbiege in der Hosentasche, nicht auf sich sitzen lassen. Lediglich neun Kunden hätten sich bisher über verbogene Geräte des Modells iPhone 6 Plus beschwert, erklärte der Konzern unter anderem dem TV-Sender CNBC und dem Technologieblog «Recode».

Die Gehäuse der Geräte seien aus festem Aluminium hergestellt und auf Belastungsfähigkeit getestet worden. Die Geräte seien zudem an mehreren Stellen mit Titan verstärkt. In den vergangenen Tagen hatte es im Internet Berichte über iPhones gegeben, die in der Hosentasche verbogen seien. Ausserdem sorgte ein Video für Aufsehen, in dem ein iPhone 6 Plus mit blossen Händen gebogen wurde.

Ein Youtube-Video zeichnet ein anderes Bild. Es zeigt, wie ein Tech-Blogger sein neues iPhone 6 Plus mit den blossen Händen verbiegt. In den sozialen Netzwerken gibt es unter dem Hashtag #Bentgate Tausende Witze zum Thema (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete).

iPhone 6 Plus Bend-Test. (Quelle: Unbox Therapy)

In einem ungewöhnlichen Schritt für den traditionell geheimniskrämerischen Konzern erlaubte Apple zudem einigen Journalisten Einblicke in sein Labor in Cupertino, wo die Stabilität der iPhones geprüft wird. Dazu gehörten die Technologieblogs «Recode» und «The Verge».

In dem Labor wird laut ihren Berichten unter anderem simuliert, was mit einem iPhone passiert, wenn man sich draufsetzt. Ausserdem gebe es dort einen «Drei-Punkt-Verbiegetest», bei dem auf das iPhone in der Mitte Druck ausgeübt wird, während es auf der Ober- und Unterkante gestützt wird. Dabei sei ein iPhone 6 Plus unter einem Gewicht von 25 Kilogramm nicht dauerhaft verbogen, hiess es.

«Es wird sich verformen»

Wenn ein Nutzer allerdings sehr viel Kraft an einigen nicht für den Alltag typischen Stellen anwende, könne das iPhone verbiegen, erklärte Apples Chef für Geräte-Entwicklung, Dan Riccio. «Am Ende ist es so, dass wenn man genug Kraft aufwendet, um ein iPhone – oder jedes andere Telefon – zu verbiegen, es sich verformen wird», sagte Riccio dem Blog «The Verge».

Nach Angaben von Apple gingen vor dem Marktstart jeweils rund 15'000 Geräte der Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus durch verschiedene Tests. Die neue Generation ist dünner als bisherige iPhones.

Das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus verfügen über eine Bildschirmdiagonale von 4,7 beziehungsweise 5,5 Zoll (knapp zwölf und knapp 14 Zentimeter), das Vorgängermodells hatte eine Grösse von vier Zoll. Damit schliesst sich der Konzern dem Branchentrend zu Smartphones mit immer grösseren Displays an.

Software-Panne behoben

In der Nacht auf heute bekam Apple nach eigenen Angaben schliesslich auch die Probleme bei seinem iPhone-Betriebssystems iOS in den Griff. Das Unternehmen stellte die Version iOS 8.0.2 zur Verfügung, die alle bisherigen Fehler beheben soll.

Die am Mittwoch veröffentlichte Version iOS 8.0.1 hatte einige Fehlfunktionen des neuen Systems iOS 8 korrigieren sollen – sorgte dabei aber selbst für noch grössere neue Probleme. So beklagten sich Nutzer, ihre Telefone hätten sich nicht mehr in Mobilfunk-Netze einwählen können und der Fingerabdruck-Sensor habe nicht mehr funktioniert. (wid/sda)

(Erstellt: 26.09.2014, 07:07 Uhr)

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