Auf dem Sofa sitzen gilt nicht mehr
3D-Sensor in Kinect
Handelsübliche Kameras stellen lediglich Farb- und Grauwerte oder vielleicht Oberflächentemperaturen (Wärmebildkameras) darstellen. Die 3D-Kamera von Kinect hingegen kann auch die Entfernungen erfassen und erlaubt es so auch die Tiefe einer Szene aufzuzeichnen. Bisher sind 3D-Sensoren wie Microsoft sie in Kinect verbaut sehr teuer. Durch Massenproduktion und daraus resultierende Grösseneffekte konnte der bisherige Preis von zwischen 10'000 und 150'000 Dollar auf ein erträgliches Mass reduziert werden.
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Lenovo mit Microsoft-Klon
Der chinesische PC-Hersteller Lenovo investiert in das Startup Eedoo in Peking, um eine Spielkonsole zu entwickeln. Lenovo hat bereits 40 Software-Ingenieure an das neue Unternehmen überstellt, um das Projekt voran zu treiben, berichtete die Zeitung «China Daily» am Freitag. Gemeinsam mit der Lenovo-Mutter Legend Holding und deren Investment-Zweig Legend Capital hat Lenovo eine unbekannte Summe investiert.
Die Spielkonsole eBox soll, nach dem Vorbild von Microsofts Xbox 360 mit der Zusatz-Hardware Kinect, über eine Gestensteuerung verfügen. (dapd)
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Die Befehlseingabe in der Computerwelt hat sich ständig weiterentwickelt. Auf die reine Eingabe per Tastatur folgte bald die grafische Benutzeroberfläche mit Mausbedienung und nun setzen sich auch langsam die Touchscreens durch.
Doch der nächste Schritt ist bisher nur in Filmen wie «Minority Report» und «Iron Man» zu sehen: Die Steuerung über Stimme und Gestik. Zumindest in der Videospielwelt ist diese Technik bereits Realität: Was vor einigen Jahren mit Playstations EyeToy begann, fand seinen bisherigen Höhepunkt Ende 2006 mit Wii-Konsole. Nintendo mischte mit den Bewegungsspielen den Markt auf.
Ohne Steuergerät in der Hand
Nun zieht auch Microsoft, (MSFT 29.06 -0.03%) das bereits seit einigen Jahren an der Gestensteuerung forscht, mit der Xbox 360 nach. Kinect, eine Hardware die an der Konsole angeschlossen wird, erfasst dank des 3D-Sensors den Körper des Spielers in seiner ganzen Tiefe und reagiert auf die Stimme. In Kombination mit der Webcam wird so das Bewegungsprofil des Spielers erfasst.
Das alles ist für sich betrachtet nicht revolutionär. Der Clou ist aber die Kombination all dieser Elemente. Und anders als bei der Wii oder Sonys kommendem Bewegungskonzept Move hält man kein Steuergerät in der Hand, welches die Bewegungen an die Konsole sendet. Auch wer sich noch nie an Videospiele herangewagt hat, kann sofort einsteigen.
Voller Körpereinsatz
Der Test bei einer Präsentation in Zürich überrascht positiv. Die Steuerung reagiert relativ gut, kleinere Verzögerungen bei der Bewegungserkennung sollen bis zum Verkaufsstart behoben sein. Kinect verlangt vollen Körpereinsatz - nach einer halben Stunde des Herumhopsens ist man schon ziemlich verschwitzt. Dies hat seine Vor- und Nachteile. Für einen kürzeren Spielabend mit der Familie eignet sich das System sehr gut. Für stundenlange Action-Adventures wird der klassische Controller, den Microsoft mit Kinect auch nicht ersetzen will, weiterhin erste Wahl sein.
Die erfolgreichen Fitness-Spiele, lanciert durch die Wii-Konsole, erhalten durch Kinect neue Möglichkeiten, weil die Bewegungen des gesamten Körpers erfasst werden. Zum Beispiel beim Kampfspiel «Fighters Uncaged», wo Kinect Tritt- und Schlagbewegungen des Spielers sofort erkannt werden.
Tanzen im Wohnzimmer
Ein weiteres Game, das Tagesanzeiger.ch/Newsnet testen konnte, ist «Dance Central». Im Spiel tanzt eine animierte Figur zu bekannten Songs. Der Spieler muss diese nachahmen. Das funktionierte überraschend genau. Jeder Kinect-Hardware wird das Spiel «Kinect Adventures» beigelegt, eine typische Sammlung von Minispielen, die vor allem mit mehreren Spielern Spass macht.
Da fährt man zum Beispiel in einem Schlauchboot flussabwärts und sammelt mit Körperbewegungen Münzen ein oder weicht Hindernissen aus – man springt in die Höhe, geht in die Hocke oder vollführt Seitwärtsbewegungen. Zum Verkaufsstart in der Schweiz am 10. November sollen 15 Spiele erhältlich sein. Hersteller Ubisoft hat für Weihnachten bereits ein Spiel um Michael Jackson angekündigt, wo man den legendären Moonwalk erlernen kann.
Microsoft sieht übrigens für sein Bewegungskonzept über die Spielsparte hinaus Potenzial. Der frühere Konzernchef hat Bill Gates bereits angedeutet, dass Kinect auch Einfluss auf das PC-Betriebssystem Windows haben wird. Denkbar sind beispielsweise eine Sprachsteuerung von Word und eine Menüsteuerung in Windows über Gesten.
Fazit
Kinect macht Spass, weil man hier auf eine völlig andere Art vor dem Fernseher spielt. Beim Test wurden noch nicht alle Bewegungen genau erkannt, aber zum Verkaufsstart am 10. November sollen diese Kinderkrankheiten ausgemerzt sein. Die gezeigten Spiele deuten an, was möglich ist und in Zukunft dürften weitere Spiele dieses Potenzial ausnutzen.
Kinect bietet auch über die Spiele hinaus viele Möglichkeiten: So hat Microsoft angedeutet, dass in Zukunft mit der Gestensteuerung Menüs steuert, um beispielsweise Filme abzuspielen, die sich per Sprachsteuerung pausieren lassen. Doch bis zum Holodeck aus «Star Trek» oder Tony Starks («Iron Man») Computer ist es noch ein langer Weg. Microsoft hat immerhin einen ersten Schritt getan.
Die Hardware Kinect erscheint am 10. November in der Schweiz. Inklusive Minispielsammlung Kinect Adventures kostet sie 219 Franken. Im Bundle mit der Xbox 360 und auch anderen Spielen ist Kinect für 449 Franken erhältlich. Zum Verkaufsstart sind 15 Spiele erhältlich. Bis Weihnachten werden noch einige mehr folgen wie zum Beispiel «Michael Jackson: The Experience». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.08.2010, 15:47 Uhr


































































