Digital

Der E-Book-Markt nimmt Farbe an

Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 20.03.2009 1 Kommentar

Es kommt Bewegung in die Welt der E-Book-Reader. Fujitsu präsentiert das erste Gerät mit Farbdisplay und Sony kündigt im digitalen Buchmarkt eine Kooperation mit Google an.

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Die Zeitungsindustrie setzt auf E-Book-Readers mit Gross-Display. Sie spannt dabei mit dem Technologieunternehmen Plastic Logic zusammen.
Bild: Plastic Logic

   

Seit dem 18. März 2009 kann auf der japanischen Website von Fujitsu der erste E-Book-Reader mit farbigem Display vorbestellt werden. Somit steigt neben Sony ein weiterer japanischer Hersteller in diesen heftig umworbenen Zukunftsmarkt ein. Mit einem Preis von stattlichen 99'750 Yen (rund 1180 Schweizer Franken) scheint das Gerät aber noch keine Konkurrenz zu den wesentlich billigeren Alternativen von Sony und Amazon zu sein.

Das Fujitsu FLEPia ist etwas grösser und schwerer als seine Konkurrenten von Amazon und Sony. Mit einem kleinen Stift kann die Anzeige des FLEPia per Touchscreen bedient und wahlweise mit 64, 4'096 oder 260’000 Farben dargestellt werden. Im Vergleich zum vorherrschenden E-Ink-Standard verwendet Fujitsu für seine mehrfarbige Darstellung eine eigene E-Paper-Technologie. Das Prinzip ist aber dasselbe, der FLEPia verwendet nur beim Laden neuer Seiten Strom. Die neue Farbigkeit geht aber auf Kosten eines zügigen Bildaufbaus. Während eine Seite mit 64 Farben in angenehmen 1,8 Sekunden umgeblättert wird, muss man sich bei 256'000 Farben für den gleichen Vorgang geschlagene acht Sekunden gedulden.

Mehr als nur ein E-Book-Reader

Es ist aber gerade die Vielfarbigkeit, die den E-Book-Readern neue Funktionen bietet. So kann man auf dem FLEPia das persönliche Fotoalbum speichern und betrachten. Das neue Gerät von Fujitsu kann auch als Fotorahmen verwendet werden.

Ähnlich wie beim Kindle und anders als beim Sony Reader hat man beim FLEPia die Möglichkeit, die Bücher oder Comics direkt per Bluetooth oder WLAN zu beziehen, und mit dem vorinstallierten Internet Explorer kann man ohne Beschränkungen im Internet surfen. Die japanische Website ITmedia News bemängelt in diesem Zusammenhang das zeitintensive Aufstarten des Soft-Keyboards und die gewöhnungsbedürftige Bedienung mit dem Stift. Dafür trumpft der FLEPia wie der neue Kindle mit integrierten Lautsprechern auf, damit man die Texte nicht nur lesen, sondern auch hören kann.

Auf die Menge kommt es an

Abgesehen von den neuen technischen Finessen, mit denen die Hersteller ihre Kunden abwerben wollen, wird in diesem Verdrängungswettbewerb die Menge an elektronischen Büchern, die über einen E-Book-Reader angeboten werden, zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.

So ist der FLEPia, der vornehmlich mit der japanischen Lesesoftware «Bunko Viewer» arbeitet und damit bescheidene 20'000 elektronische Bücher zum Verkauf anbietet, noch keine wahre Gefahr für die Grossen der Branche. Im Vergleich dazu kann der Kunde in den USA mit dem Kindle über 250'000 E-Books bei Amazon kaufen.

iPhone als günstigste Alternative

Das iPhone bleibt weiterhin die günstigste Alternative mit dem grössten digitalen Bücherangebot im hart umkämpften Markt der E-Book-Reader. Seit neustem steht im amerikanischen iTunes-Laden die kostenlose Kindle-Applikation zum Download bereit. Mit ihr hat man Zugriff auf das gesamte elektronische Amazon-Sortiment. Der elektronische Buchhändler Fictionwise bietet dem iPhone-Nutzer mit der Stanza- oder eReader-App eine weitere Alternative mit über 60'000 E-Book-Titeln an. Gleichzeitig nutzen die Buchverlage den iTunes-Store, um ihre elektronische Literatur direkt dem Kunden zu verkaufen.

Sony, das im April mit seinem eigenen E-Book-Reader in den Schweizer Markt einsteigen wird, ist derweilen eine Kooperation mit Google eingegangen. Ab sofort stehen im Sony-E-Book-Store über 500'000 von Google digitalisierte Buchtitel, deren Urheberrechtsansprüche abgelaufen sind, gratis zum Download bereit. Damit hofft Sony im Zuge dieses Wettbewerbs um das grösste Bücherangebot, einen entscheidenden Vorteil herauszuspielen.

Fujitsu denkt schon weiter

Fujitsu bäckt vorerst noch kleine Brötchen und beschränkt sich vorläufig auf den japanischen Markt. Dort will man in den nächsten zwei Jahren 50'000 Geräte verkaufen. 20 Prozent davon sollen an Firmen gehen. Denn der FLEPia soll auch als Bestellelektronik in der Gastronomie, oder als digitales Formular bei Banken oder staatlichen Behörden eingesetzt werden.

Vorerst gibt es noch keine Informationen, ob oder wann der E-Book-Reader mit Farbdisplay in Europa verkauft wird. Der Verkaufsstart des Kindle für Europa liegt ebenfalls in der Schwebe. Daher wird sich der Schweizer Markt vorerst mit dem Sony Reader begnügen müssen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.03.2009, 10:07 Uhr

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1 Kommentar

Peter Broger

21.03.2009, 10:52 Uhr
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Diese Geräte sind der Hammer. Habe mir auch schon ein paar angeschaut, es gibt übrigens mehrere Anbieter auch in der Schweiz. Leider sind die Preise einfach zu hoch 200 bis 300 wären Okay. Das Schlimmste aber sind immer noch die offenen Fragen bezüglich den Rechten (ein Buch kann man ausleihen ohne einen Prozess zu bekommen). Auch kassieren die Händler noch zuviel für papierlose Bücher. Antworten



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