Digital

Extra grosser E-Reader für Zeitungen

Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 04.05.2009 7 Kommentare

Die Zeitungsbranche steckt in einer historischen Krise. Doch mit der Ankündigung eines E-Book-Readers im Grossformat erhofft sich die Branche eine Wende.

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Die Zeitungsindustrie setzt auf E-Book-Readers mit Gross-Display. Sie spannt dabei mit dem Technologieunternehmen Plastic Logic zusammen.
Bild: Plastic Logic

   

Die Zeitungsindustrie ist weltweit in der Krise. Auflagen und Einnahmen sinken und das Internet bietet den Lesern gratis Lesestoff. Speziell in den USA macht sich der Niedergang der Medien bemerkbar. Zahlreiche Blätter gingen Konkurs und Traditionszeitungen wie die «New York Times» halten sich nur noch mit Schwierigkeiten finanziell über Wasser.

Die Zeitungsindustrie setzt nun auf E-Book-Readers mit Gross-Display. Gemäss Informationen der «New York Times» werden nahmhafte Mediengiganten wie Rupert Murdochs Newscorporation («The Sun», «Wallstreet Journal»), Hearst («San Francisco Chronicle», «Esquire», «Cosmopolitan») und die Technologiefirma Plastic Logic noch Ende dieses Jahres einen E-Book-Reader für Zeitungen auf den Markt bringen. Der Reader soll sieben Milimeter dick sein, eine Bildschirmdiagonale von 27 Zentimeter aufweisen und biegbar sein.

Eine Revolution für den Zeitungsmarkt

«Wir beobachten diese Entwicklung mit viel Interesse. Die schwere Wirtschaftskrise und der Verlust der Leser ans Internet zwingt uns zu handeln», kommentiert der Chef der «Financial Times», John Ridding, den E-Book-Reader. Mit diesem grosszügigen Display könnten die Zeitungen weiterhin Werbung und Inhalte im bisher schon fast üblichen Format anbieten. Druck- und Distributionskosten würden auf einen Schlag entfallen und die kriselnden Medienunternehmen von einer grossen Kostenlast befreien. Bei den Medien steckt auch die Hoffnung, dass man mit dem Zeitungs-Reader viele Leser zu einem digitalen Bezahl-Abo hinführen könnte.

Neu ist das Prinzip nicht. Amazon bietet mit dem hauseigenen E-Book-Reader Kindle den Zeitungen und Magazinen in den USA die Möglichkeit, ihre Inhalte digital zu anzubieten und per Abo zu verkaufen. Über 58 Zeitungen und Zeitschriften nutzen die Möglichkeit bereits. Amazon und die Anbieter geben sich zufrieden mit der Entwicklung, schweigen sich aber über genaue Zahlen aus. Das Problem ist, dass der Kindle ursprünglich für den Konsum von digitalen Büchern konzipiert wurde und das Display dementsprechend klein ist. Nun geht das Gerücht um, dass auch Amazon noch diese Woche eine grössere Version ihres Kindle auf den Markt ankündigen wird.

Erst am Anfang der Entwicklung

Noch haben die Verleger kein Gegenmittel gefunden, um die starken Einnahmeausfälle in der digitalen Welt zu kompensieren. Der Zeitungs-Reader könnte einen Ausweg aus dieser Situation bieten, doch noch gibt es viele Hürden zu überspringen. Die meisten E-Book-Reader laufen heute in Schwarz-Weiss mit der sogenannten E-Ink-Technologie. Das Umblättern der Seiten dauert länger als bei einem LCD-Bildschirm und die fehlenden Farben beschränken den Reader auf die trockene Buch- oder Zeitungslektüre – für Hochglanzmagazine ist der angekündigte Zeitungs-Reader noch keine wahre Alternative zum guten alten Papier.

Japanischer Reader in Farbe

Die japanische Firma Fujitsu hat vor einem Monat mit ihrem Flepia-Reader erstmals eine E-Book-Variante in Farbe präsentiert. Noch ist dieser Reader erst in Japan erhältlich und das Umblättern der Seiten kommt auch bei diesem Gerät einer Geduldsprobe gleich. Vielleicht wird zum Schluss Apple der Branche eine neue Stossrichtung geben. Immerhin macht seit Monaten das Gerücht eines vergrösserten iPhones die Runde, mit dem man multimediale Anwendungen in Farbe geniessen könnte. Das sind jedoch erst Vermutungen.

Gewiss ist, dass der Markt der E-Book-Reader momentan eine sprunghafte Entwicklung durchmacht, die zweifellos auch den Zeitungsmarkt beeinflussen wird. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.05.2009, 15:31 Uhr

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7 Kommentare

Peter Bachmann

04.05.2009, 16:07 Uhr
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Auf dem IPhone Zeitung lesen - nein danke. Ab dem dritten Tag ist man blind (da der Bildschirm nur gross aber nicht scharf ist), oder die Finger sind abgefallen vom vielen scrollen und vergrössern. Wenn man hier schon ein Handy dazunehmen möchte, dann am ehesten noch das HTC Touch HD. Aber um das geht es hier nicht. Man merkt in allen Berichten, dass irgendwo noch was von Apple erwähnt sein muss. Antworten


Gerhard Messerli

04.05.2009, 17:17 Uhr
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"Man merkt in allen Berichten, dass irgendwo noch was von Apple erwähnt sein muss." Apple ist eben wegweisend und meist besser. Gerhard Messerli Antworten



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