Facebooks 3-D-Brille kostet 700 Euro

Ab Ende März sollen die Brillen virtueller Realität des Facebook-Unternehmens Oculus auf den Markt kommen. Das Produkt ist teurer als erwartet.

Soll viele Lebensbereiche wie Unterhaltung oder Bildung verändern: Die Oculus Rift, vorgestellt an einer Pressekonferenz in San Francisco. (11. Juni 2015)

Soll viele Lebensbereiche wie Unterhaltung oder Bildung verändern: Die Oculus Rift, vorgestellt an einer Pressekonferenz in San Francisco. (11. Juni 2015) Bild: Eric Risberg/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Facebook-Firma Oculus hat den Preis für ihre lange erwartete 3-D-Brille zum Eintauchen in virtuelle Welten mit 699 Euro in Europa höher als von Experten erwartet angesetzt. Zusätzlich fallen Versandkosten zwischen 30 und 40 Euro an. Mit In den USA werden 599 Dollar fällig. Direkt kann die Virtual-Reality-Brille nicht in die Schweiz bestellt werden. Oculus startete am Mittwoch Vorbestellungen der seit Jahren entwickelten Brille. Geliefert werden soll Ende März.

Oculus habe angedeutet, dass die Brille von Facebook etwas subventioniert werde. Ohne Subventionierungen würde die Brille noch mehr kosten. Oculus-Gründer Palmer Luckey erklärte auf der sozialen Plattform Reddit den hohen Preis mit den speziellen technischen Komponenten, die in der Brille verarbeitet worden sei. Man habe keine Qualitätseinbussen machen wollen. Er erwarte indes, dass die erste Generation der Hardware vor allem Early-Adoptern vorbehalten bleibe.

In den letzten Wochen hatte Oculus bereits auf einen höheren Preis hingedeutet. Die Virtual-Reality-Community indes hat mit dem Preis gerechnet, der Aufschrei war verhältnismässig trotzdem gross.

Milliarden-Übernahme

Solche VR-Brillen seien noch nie in industriellen Mengen hergestellt worden und der Produktion fehle noch die Grösse, um günstiger zu werden, kommentierte Branchenexperte Piers Harding-Rolls von der Analysefirma IHS.

Oculus hatte eine erste Version der Brille bereits im Frühjahr 2013 – damals noch ein unabhängiges Startup, das sich über Crowdfunding finanzierte – veröffentlicht und damit trotz einiger technischer Schwächen für viel Aufsehen gesorgt.

Ein Jahr später zahlte Facebook rund zwei Milliarden Dollar für die Firma und investierte massiv in die Weiterentwicklung. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg glaubt, dass diese Art virtueller Realität (VR) viele Lebensbereiche wie Unterhaltung oder Bildung verändern kann.

Konkurrenz zieht nach

Eine technisch deutlich schwächere Rift-Version für Software-Entwickler und Enthusiasten wurde zuletzt für 350 Dollar angeboten. In Zukunft empfiehlt Oculus allerdings Gesamtpakete für 1500 Euro. Zu dem Paket gehört auch ein leistungsstarker PC, denn Experten weisen darauf hin, dass die meisten Durchschnittscomputer schlicht nicht genug Leistung bieten. Gute Prozessoren und Grafikkarten sind für das Betreiben nötig.

In der Zwischenzeit zogen auch Rivalen nach. Sony will ebenfalls in diesem Jahr den Verkauf der Brille Playstation VR für seine Spielekonsole starten. Samsung brachte im vergangenen Jahr das auf Oculus-Technologie basierte Geräte Gear VR auf den Markt, in das ein Smartphone als Display eingesteckt wird. Der Smartphone-Spezialist HTC arbeitet zusammen mit dem Softwareriesen Valve an der Brille namens Vive. (dia/sda)

(Erstellt: 07.01.2016, 08:43 Uhr)

Stichworte

Artikel zum Thema

Neue Details zur Oculus-VR-Brille

Digital kompakt +++ Adobe Flash streut Malware +++ Schlaue Kleider schützen vor Hexenschuss +++ Eine Lampe für 37 Jahre +++ Mehr...

Die Virtual-Reality-Brille von Zeiss im Test

Ist die Discount-Brille eine Alternative zu Oculus Rift und Co.? Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat das Smartphone-Gadget ausprobiert. Mehr...

Facebook setzt mit Milliarden auf Datenbrillen

Mark Zuckerberg bleibt auf Einkaufstour: Facebook hat die Datenbrillen-Entwicklerin Oculus VR erworben – und mit ihr das Modell Rift, mit dem die Datenbrille massentauglich gemacht werden soll. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Für Selbstständige und KMU

Tragen Sie Ihre Firma im neuen Marktplatz des Tages-Anzeigers ein.

Werbung

Kommentare

Blogs

Politblog Keine Altersvorsorge ist gerechter als die AHV

Sweet Home Das süsse Nichtstun

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-

Die Welt in Bildern

Kühle Erfrischung: Der Bademeister hat während der sogenannten «Heat Dome»-Hitzewelle in New York besonders viele Badegäste zu beaufsichtigen. (24. Juli 2016)
(Bild: Eduardo Munoz) Mehr...