Kleine Kiste, grosses Kino
Von Christian Michel und Mathias Born. Aktualisiert am 17.11.2010 15 Kommentare
Bildstrecke
Artikel zum Thema
Apple-TV bringt Filme und Fotos vom PC ins Wohnzimmer. (Bild: Keystone )
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Das neue Kino misst knapp 10 mal 10 Zentimeter und liegt zu Hause neben dem Fernseher. Tausende Filme stehen auf Knopfdruck zur Verfügung – wann immer der Nutzer Lust und Zeit hat. Das Kino hat keine engen Sitze.
Als Apple-Chef Steve Jobs die neue Generation des Apple-TV vorgestellt hat, war uns klar: Dieses Ding müssen wir haben. Überzeugt hat uns nicht alleine das Filmangebot, sondern der ganze Funktionsstrauss: Nebst den Filmen liefert Apple-TV Videos von Youtube und Bilder von Flickr, zeigt Videopodcasts an, streamt Musik aus der iTunes-Mediathek und blendet die Fotos ein, die auf dem Computer liegen. Im Wohnzimmer steht also nicht nur ein Kino, sondern auch ein Fotoalbum und eine Jukebox.
Gute Nutzerführung
Zwar konnte man mit anderen Geräten und Programmen solche Inhalte schon früher ins Wohnzimmer holen – aber noch nie in solch kompakter Form und auf so einfache Weise. Der Anschluss des Gerätes und die Einrichtung dauern wenige Minuten, die Bedienung erfolgt mit der Fernbedienung oder per iPhone- und iPad-Applikation. Apple-TV hat keine integrierte Festplatte, sondern holt sich die Daten direkt ab dem Computer und aus dem Internet. Die Benutzerführung zur Filmleihe ist übersichtlich und intuitiv zu bedienen.
Seit Apple-TV installiert ist, hat sich der Medienkonsum verändert: Man sieht Inhalte am Fernseher an, die bisher nur auf dem Computer genutzt wurden, die Musik aus der iTunes-Sammlung spielt nun im Wohnzimmer. Die Fotos, die irgendwo auf dem Computer oder im Internet lagen, werden während der Musikwiedergabe auf dem Fernseher angezeigt; sie sehen auf dem grössten Bildschirm im Haushalt beeindruckend aus.
Und Google? (GOOG 591.53 -2.01%)
Das Beispiel Apple-TV zeigt, dass die Internet- und Fernsehwelt rasant zusammenwachsen. Während in den letzten Jahren der Computer mit Empfängermodulen und Diensten wie Wilmaa und Zattoo zum Ersatzfernseher hochgerüstet wurde, soll das Internet nun auf den Fernseher gebracht werden. Daran arbeiten nebst Apple (AAPL 562.29 -0.54%) eine Reihe anderer Firmen: Microsoft und Sony etwa bauen ihre Spielkonsolen Xbox 360 beziehungsweise Playstation 3 zu Unterhaltungsmaschinen aus; letzte Woche hat auch Sony einen Dienst aufgeschaltet, mit dem Filme direkt von der Playstation 3 aus gemietet werden können. Bereits seit längerer Zeit bieten Telekomunternehmen wie die Swisscom und Kabelbetreiber wie die Cablecom digitales Fernsehen und Filmleihe an. Immer neue Firmen lancieren Onlinevideotheken, aktuell gerade SwissTV, mit laut Werbung ersten Leihangeboten ohne Abo.
Viel zu reden gibt aber vorab die US-Firma Google mit ihrer neuartigen TV-Plattform. Der Zubehörhersteller Logitech aus dem Waadtland verkauft derzeit in den USA die ersten dazu nötigen Settopboxen für je 300 Dollar. Diese erlauben ein Zappen zwischen Internet und Fernsehen. Der weltweite Start für Google-TV ist für 2011 geplant.
Die TV-Branche zittert
Zuerst muss Google aber die Fernsehbranche überzeugen. In den vergangenen Monaten haben zwar viele Medienhäuser ihre Filme und Websites an die neue Plattform angepasst. Doch nun kippen wichtige Partner den Schalter für den Bilderfluss wieder: Die US-Fernsehketten ABC, CBS und NBC wollen ihr Fernsehprogramm für die neue Plattform blockieren. Beliebte US-Serien wie «CSI: Crime Scene Investigation» oder «The Office» werden vorerst auf den Fernsehern «powered by Google» nicht in voller Länge zu sehen sein. Die Betreiber der Sender kritisieren, dass Google kein befriedigendes Geschäftsmodell vorgelegt habe. Sie befürchten, dass Sendungen ohne ihre Werbung abgespielt werden könnten – Google dafür aber eigene Werbung einblende. (Berner Zeitung)
Erstellt: 17.11.2010, 09:00 Uhr
Kommentar schreiben
15 Kommentare
@Ralph Niederhäuser: Weil die von dir genannten Firmen (Google, Apple, Swisscom etc.) keine direkten TV-Hersteller sind! Sony oder Samsung beispielsweise bieten jetzt schon Internetinhalte in ihren neusten Geräten an, halt einfach nicht im selben Niveau wie es Apple (oder teilweise Google) tut... Ich jedenfalls kaufe mir lieber ein zusätzliches Apple-TV für 100.- als ein neuer TV für 2000... Antworten
Es stehen bereits unzählige Computer mit Internetanschluss in den Wohnungen, welche auch an Fernsehgeräte angeschlossen werden können. Weshalb bringen Apple, Google, Cablecom, Swisscom etc. immer Hardware Lösungen für ihr Fernsehangebot anstatt endlich eine Softwarelösung zu bringen, mit welcher jeder sein eigenes Gerät verwenden kann ohne ein zusätzliches Gerät ins Wohnzimmer stellen zu müssen Antworten
Digital
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.






