Schwindlig vor Action

Mit der Virtual-Reality-Brille ist man mitten drin im Spiel – manchmal, bis es einem übel wird.

Die Virtual-Reality-Brille für die PS 4 von Sony kostet 450 Franken. Foto PD

Die Virtual-Reality-Brille für die PS 4 von Sony kostet 450 Franken. Foto PD

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Das Christkind dürfte unter so manchen Baum Sonys neuer Datenbrille ­legen, die einen in virtuelle Realitäten (VR) eintauchen lässt. Wir haben schon mal mit einem Playstation-VR-System einen Blick in die 360-Grad-Spielwelten geworfen und so einiges erlebt.

Das Einzigartige an VR ist, dass man ein Game nicht spielt, sondern man im Game ist. Weil sich die künstliche Welt unseren echten Blicken und Bewegungen anpasst, wird unser Hirn ausgetrickst, und es fühlt sich so an, als wäre unser Körper wirklich dort. Das ist eine verblüffende Erfahrung, die enormes Potenzial in sich trägt, im Guten wie im Schlechten.

So ist es einfach fantastisch, wenn man in «Robinson: The Journey» Zeuge wird, wie zwei Meter vor einem ein Fleisch fressender Dinosaurier aus dem metergrossen Ei schlüpft. Oder man in «EVE: Valkyrie» im Cockpit eines Weltraumschiffes hockt, den Stick am Gamepad kippt, lautlos beschleunigt und schwerelos durchs Universum gleitet. Das macht fast schon high.

VR-Games mit Schrecken

Dass sich VR für Trainings eignet, zeigt «Headmaster», wo man sich stehend im Kopfball übt. Oder «Hustle Kings VR», das einen virtuell ins Bil­lardspiel einführt. Weitaus am häufigsten spielen die VR-Games aber mit dem Schrecken. Wenn das Dino-Baby auf mich zuhüpft und seine Beisserchen zeigt, weiche ich instinktiv zurück, der Puls geht schneller. Ebenso zeigen sich Stresssymptome, wenn man sich beim Galaxisflug plötzlich mitten in einem Feuergefecht findet oder in «Until Dawn: Rush of Blood» in einer gruseligen Geisterbahn eine Begegnung mit Zombie-Clowns und Schlachtvieh hat.

Oft, eigentlich fast immer, wird mir aber einfach schlecht. Überhaupt kann ich kaum länger als 20 Minuten spielen, dann muss ich die Brille abnehmen, die zwar bequem ist, aber sehr warm gibt. Mag sein, dass es anderen anders geht. Fazit: Noch fehlen Games, die sich im virtuellen Raum wirklich bewähren. Aber sie geben eine Ahnung, was uns mit der neuen Technologie erwartet, was es heisst, an Konzerten, in Geschichten, in Filmen mittendrin zu sein. Es wird zu neuen Erzählformen und Treffpunkten kommen. Und bei dieser Entwicklung ist man mit einer Playstation VR voll dabei – im Guten wie im Schlechten. Simone Luchetta (SonntagsZeitung)

Erstellt: 13.12.2016, 16:50 Uhr

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