Was das Tech-Jahr 2017 bringt

Was kann das neue iPhone? Welche Chance hat Nintendos neuste Konsole? Und erholt sich Samsung vom Note-7-Debakel? 2017 hält einige Überraschungen parat.

Der futuristische Apple-Hauptsitz des Stararchitekten Norman Foster umfasst unter vielem anderen ein Auditorium für 1000 Gäste. Foto: Hans Blossey (Alamy)

Der futuristische Apple-Hauptsitz des Stararchitekten Norman Foster umfasst unter vielem anderen ein Auditorium für 1000 Gäste. Foto: Hans Blossey (Alamy)

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Als Innovationszentrum für die kommenden Generationen bezeichnet Apple den neuen Hauptsitz, der 2017 eröffnet werden soll. Ob auf die spektakuläre Architektur auch spektakuläre Innovationen folgen, wird sich zeigen. Fest steht, dass das neue Gebäude den ­gewohnten Ankündigungsrhythmus durcheinanderbringen könnte. Zum Gebäudekomplex gehört nämlich auch ein tausend Plätze umfassendes Auditorium. Damit kann der Konzern künftig flexibler planen und mittelgrosse Präsentationen abhalten, ohne sich dafür in San Francisco einmieten zu müssen. Für die grössten Veranstaltungen wie die Entwicklerkonferenz oder das iPhone dürfte das Auditorium zu klein sein. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass Apple künftig mehrere kleine statt wenige grosse Ankündigungen abhält.

Januar

Das Technologie-Jahr beginnt mit einer der grössten Messen überhaupt. Die Consumer Electronics Show (CES) findet heuer vom 5. bis zum 8. Januar in Las ­Vegas statt. Grosse Ankündigungen darf man sich von der Messe nicht erhoffen. Wie zahlreiche Konzerne hat auch die CES den Smartphone-Trend verpasst. Nebst Fernsehern gibt es daher viel Handy-Zubehör-Schnickschnack zu sehen. Da die ganz grossen Namen der Branche dem Anlass fernbleiben oder sich vornehm zurückhalten, suchen hier die kleineren Hersteller das Rampenlicht. Eines der diesjährigen Highlights könnten die ersten Smartwatches mit der neusten Version von Android Wear werden – vorausgesetzt, Google hat die schon verspätete Software rechtzeitig parat.

Februar

Richtig Tempo nimmt das Jahr erst Ende Februar auf. Rund um die japanische Fotomesse CP+ (23. bis 26. Februar) ist mit zahlreichen Ankündigungen zu rechnen. Gleich im Anschluss daran startet in Barcelona mit dem Mobile World Congress (27. Februar bis 2. März) die wohl wichtigste Messe des Jahres. In den letzten Jahren hat Samsung dort jeweils mit dem Galaxy S sein wichtigstes Smartphone vorgestellt. Dieses Jahr verschiebt sich dies vielleicht auf einen späteren Zeitpunkt im April. Doch das sind nur Spekulationen. Hersteller wie LG, HTC, Huawei oder Sony wären sicher nicht unglücklich, wenn der Weltmarktführer für einmal etwas kürzer treten würde. Heuer wird übrigens auch Apple unter den Ausstellern erwartet. Es dürfte dabei aber nicht um Geräte, sondern um eine TV-Sendung rund um Apps gehen.

März

Neue Produkte von Apple könnte es allerdings schon im Frühjahr geben. Nebst Armbändern für die Uhr ist die Rede von neuen iPads. Letztes Jahr hat der iPhone-Konzern am 21. März das iPhone SE und das kleine iPad Pro vorgestellt. Mit Spannung wird im März ausserdem der Start der neuen Nintendo-Konsole Switch erwartet. Die Mischung aus Tablet und Konsole lässt sich mit modularem Zubehör je nach Spiel und Situation den Bedürfnissen anpassen. Ende März rückt dann auch die Schweiz in den Fokus der Techwelt. An der Basel World sind nebst traditionellen Uhren vermehrt auch Smartwatches zu sehen. Ob weitere gestandene Marken dem Vorbild von TAG Heuer folgen und eine Bildschirmuhr zeigen?

April

Eigentlich für Anfang 2017 angekündigt, könnte die neuste Version von Windows 10 im April fertig werden. Mit dem «Creators Update» wird Windows für VR-Brillen und 3-D fit gemacht. Gespannt sein darf man, ob Microsoft die Gelegenheit nutzt, um neue Surface-Geräte vorzustellen oder damit doch bis Ende Jahr wartet. Ende Monat eröffnet Facebook mit der F8 (18./19. April) den Reigen der Entwicklerkonferenzen. Nebst Neuigkeiten rund um Facebook, den Messenger und Whatsapp dürfte auch die Oculus-Virtual-Reality-Brille zu reden geben.

Mai

Die zweite wichtige Entwicklerkonferenz ist die Build (10. bis 12. Mai) von Microsoft. Da wird der Konzern zeigen, wie es mit Windows weitergeht. Das wäre eine weitere Gelegenheit, neue Surface-Geräte zu zeigen. Google hält seine Entwicklerkonferenz I/O traditionell Ende Mai ab. Dann dürfte der Konzern erste konkrete Details zur neuen Android-Version vorstellen. Ein genaues Datum liegt allerdings noch nicht vor. Setzt Google die Reihe fort, wird es nach einer Süssspeise mit dem Anfangsbuchstaben O benannt. Gut möglich, dass Google wie im März 2016 bereits erste Infohäppchen schon vorab präsentiert. Hart­näckig halten sich auch Gerüchte, dass der Internetkonzern an einem neuen Betriebssystem namens Andromeda arbeitet. Dies soll Laptops, Tablets und Smartphones vereinen. Die Entwicklerkon­ferenz wäre der ideale Moment, den Windows-Konkurrenten (und Android-Nachfolger?) vorzustellen.

Juni

Apple wartet mit seiner Entwicklerkonferenz WWDC bis kurz vor der Sommerpause. In der Regel findet sie in den ersten Juni-Wochen statt. Mit dem grossen Publikumsaufkommen wird sie wohl auch 2017 wieder in San Francisco stattfinden. Apples neues Auditorium ist für die Tausenden Entwickler schlicht zu klein. Neue Hardware wird es an der Veranstaltung kaum zu sehen geben. Dafür dürften Versionen von macOS, iOS, watchOS und tvOS im Zentrum stehen. Aber wer weiss, vielleicht nutzt der Konzern die Gelegenheit ja doch, mit der Hardwarestrategie unzufriedene Entwickler gnädig zu stimmen und neue Profi-Computer zu präsentieren.

Zweite Jahreshälfte

Nach der Sommerpause geht es traditionell mit der internationalen Funkausstellung in Berlin (1. bis 6. September) los. Rund um diesen Termin hat Samsung jeweils das neue Note-Handy vorgestellt. Nach dem Debakel vom vergangenen Jahr darf man gespannt sein, ob es überhaupt noch einen gleichnamigen Nachfolger geben wird. Gleich nach der Funkausstellung zeigt Apple traditionell das neue iPhone. Nach dieser Logik müsste es in der Woche rund um den 5. September so weit sein. Erwartet wird – so viel glaubt die Gerüchteküche schon jetzt zu wissen – ein neues Glasdesign mit randlosem Display und integriertem Home-Knopf. Immer wieder ist auch die Rede von drahtlosem Aufladen. Bis im September alle Geheimnisse gelüftet sein werden, dürfte es noch reichlich Spekulationen, Leaks und Gerüchte geben.

Auch Microsoft und Google halten in der zweiten Jahreshälfte für gewöhnlich rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft Hardware-Events ab. Letztes Jahr hat Google Anfang Oktober seine Pixel-Smartphones vorgestellt. Dass es dieses Jahr einen Nachfolger geben wird, dürfte kaum überraschen. Ende Oktober 2016 hat Microsoft mit dem Surface Studio den ersten Desktop-PC des Konzerns vorgestellt. Sollte der Windows-Konzern nicht schon im Verlauf des Jahres neue Surface-Modelle lanciert haben, wird er es spätestens dann tun. Einen Tag nach Microsoft hat Apple letzten Oktober mit dem Macbook Pro noch neue Laptops vorgestellt. Ob der Konzern mit neuen iMacs und Mac Pros so lange wartet?

Überraschungen

Das spannendste am Tech-Jahr sind aber natürlich die Überraschungen. Seit mehreren Jahren versetzt etwa ein mögliches Surface Phone Windows-Fans in helle Aufregung. Dass Microsoft an einer Rückkehr ins Handygeschäft arbeitet, scheint plausibel. Doch wann es so weit sein könnte, bleibt weiterhin offen. Mögliche Termine für ein Surface Phone – so es überhaupt so heissen wird – werden von den üblichen Insidern und Microsoft-­Experten immer wieder nach hinten korrigiert.

Immer gut für eine Überraschung sind spektakuläre Übernahmen wie Whatsapp (Facebook), Beats (Apple) oder Nest (Google). Grosskonzerne, für die Geld kaum mehr eine Rolle spielt, können mit einer geschickten Übernahme elegant die eine oder andere Scharte auswetzen. Wer weiss, vielleicht schnappt sich heuer ja jemand Spotify oder Netflix. Oder die neue Nintendo-Konsole wird ein Flop und der Mario-Konzern zum Übernahmekandidaten.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.01.2017, 21:48 Uhr

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