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Wirtschaftswunder Facebook

Facebook, eine Plattform für private Blödeleien? Nicht ganz. Erstmals zeigt eine Studie auf, wie die europäische Wirtschaft von der populären Freundschaftsbörse profitiert.

230'000 Jobs in Europa geschaffen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. 
Bild: Keystone.

230'000 Jobs in Europa geschaffen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Bild: Keystone.

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Timeline als Pflicht, neue Apps

Eine Neuerung wird viele Facebook-User kommende Woche irritieren: Wie im Firmenblog zu lesen ist, will Facebook seine umstrittene «Timeline» (deutscher Name: «Chronik») zur Pflicht für alle Nutzer weltweit machen. Den Usern bleiben nur sieben Tage Zeit, Einträge und Statusnachrichten aus der Vergangenheit zu löschen oder die Sichtbarkeit zu ändern.

Schon bei der Einführung des Dienstes 2011 hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg angekündigt, es werde «irgendwann einen Zeitpunkt geben, an dem es sich nicht mehr lohnt, zwei verschiedene Profilseiten weiterzuentwickeln». Wie Experten vermuten, hat die Aktivierung der Timeline mit dem geplanten Börsengang zu tun. Facebook ist es dadurch möglich, Nutzerinformationen und -interessen wie nie zuvor zu sammeln.

Um an noch mehr Daten zu kommen, stellte Facebook gestern in San Francisco 60 neue Apps vor. So können Nutzer nun neu mitteilen, was sie zum Essen kochen, was sie tragen und in welches Konzert sie gehen. Schon zuvor gab es Apps, über die Facebook-Nutzer anderen mitteilen konnten, was sie lesen oder welche Musik sie hören. Jetzt sind noch Themenbereiche wie Essen, Reisen und Mode hinzugekommen.

Facebook nennt das «reibungsloses Teilen». Konkret bedeutet es, dass das Programm (App), für das sich der Nutzer entschieden hat, automatisch alle registrierten Aktivitäten auf die Facebook-Seite des Nutzers weiterleitet. Der Nutzer kann aber entscheiden, welche Freunde die Updates zu sehen bekommen. Ein Ende ist bei den Neuerungen noch nicht in Sicht. Facebook erwartet nach eigenen Angaben, dass in der nächsten Zeit noch Tausende Apps hinzukommen.

Solche Informationen sind für die zielgerichtete Platzierung von Werbung besonders lukrativ. (dapd/lü)

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Es ist kein Geheimnis, dass sich Facebook mit Werbung und mit unseren kostenlosen Daten eine goldene Nase verdient. Nun zeigt eine Studie erstmals auf, welchen wirtschaftlichen Nutzen Facebook für die europäische Wirtschaft hat. Zum Abschluss der Digital-Life-Design-Konferenz (DLD) in München präsentierte das US-Unternehmen am Dienstag ein paar eindrückliche Zahlen einschliesslich länderspezifischer Daten.

Die Studienautoren des Beratungsunternehmens Deloitte (im Auftrag von Facebook) kommen in ihrer Untersuchung zum Schluss, dass Facebook in Europa einen direkten Mehrwert von 15,3 Milliarden Euro schafft. Imposant auch der Umsatz, den europäische Unternehmen durch Facebook-Aktivitäten laut Experten realisieren: 32 Milliarden Euro.

230'000 neue Arbeitsplätze

Das schlägt sich auch im Arbeitsmarkt nieder. Wie Deloitte schätzt, wurden in den vergangenen Jahren dank Social Media bereits über 230'000 Jobs geschaffen. Allein in Deutschland generierte Facebook offenbar 36'000 Arbeitsplätze. In Grossbritannien schaffte die populäre Freundschaftsbörse 35'200 neue Jobs.

Die Zahlen zeigen, dass Facebook längst keine Plattform nur für private Kommunikation ist. Das soziale Netzwerk hat sich auch für Unternehmen offenbar als bedeutende Business-Plattform entwickelt. Die Deloitte-Autoren begründen die zunehmende Bedeutung von Facebook damit, dass viele Unternehmen vermehrt Geld in die Bewerbung ihrer Produkte und Marken investieren. Als boomender Bereich wird das Geschäft mit Apps und Games angesehen. Allein durch die Vernetzung von Facebook mit externen Online-Anwendungen werden europaweit zwei Milliarden Euro erwirtschaftet.

Von «Weisheit der Masse» zu «Weisheit der Freunde»

«Die Studie zeigt, dass Facebook viel mehr ist, als ‹Bilder zu teilen› und ‹mit Freunden in Kontakt zu sein›. Social Media bedeutet Wachstum und Arbeitsplätze», sagt die Facebook-Managerin Sheryl Sandberg an der DLD-Konferenz. Sandberg macht für den Boom folgende Trends verantwortlich: Zum einen versteckten sich Internetanwender nicht mehr in der Anonymität, was dazu führe, dass man nicht mehr von der «Weisheit der Masse», sondern von der «Weisheit der Freunde» sprechen müsse. Zum anderen gewinne das Social Web an Bedeutung, weil die User nicht nur Informationen empfangen, sondern auch senden.

Untermauert wird die Studie von Deloitte durch eine aktuelle repräsentative Umfrage des deutschen Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Der Verband befragte KMU zu ihren Social-Media-Aktivitäten. 38 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie ein klares Wirtschaftswachstum aufgrund ihrer Facebook-Präsenz verzeichnen konnten. 69 Prozent erklärten, ihren Bekanntheitsgrad durch Facebook signifikant gesteigert zu haben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.01.2012, 14:45 Uhr

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23 Kommentare

thomas maluk

26.01.2012, 17:20 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Facebook ist etwas was überhaupt nichts bringt. Ausser die Möglichkeit, virtuelle Freunde zu haben+ jeden "Hafenkäse" ins Netz zu stellen. (Eventuell zum Nachteil bei einer Stellensuche.Einzig Zuckerberg macht die Kohle mit den Informationen. Diese Studie ist zum Lachen, weil ich keinen kenne der wegen Facebook eine Stelle bekommen hat! Antworten


Stefan Flüeler

25.01.2012, 22:41 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Es ist mir ein Rätsel, wie TA online auf die Idee kommt, Facebook schaffe Jobs in Europa.
Beispielsweise gibt es in ganz Deutschland gerade mal einen einzigen (kleinen) Ableger von Facebook.
Die Firma ist in Hamburg domiziliert und nennt sich 'Facebook Germany GmbH'.
Sie hat weniger als zehn Mitarbeiter und es gibt sie erst seit 2010.
Diese Studie ist doch völlig unglaubwürdig.
Antworten


Hans müller

26.01.2012, 06:22 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Die Idee: durch die Auswertung der User über ihr Verhalten werden diesen die "richtige" Werbung angezeigt.
Es gibt Herrscharen von Social Media Mitarbeitern welche diese Dinge pflegen.
M. Meinung wird das aber gnadenlos überschätzt oder schön geredet, kaum einer kauft ein zusätzliches Auto nur weil z.B. Mini vermehrt auf Social Media setzt.
Erschreckend was die Jugend im FB von sich preisgibt.


Stefan Flüeler

25.01.2012, 23:10 Uhr
Melden

Noch was: Facebook verfügt über drei Rechenzentren. Nur ein einziges davon ist in Europa, und zwar in Lulea in Schweden. Auch ist es noch gar nicht in Betrieb. Es wird in 3 Etappen gebaut und die 1. Etappe soll 2012 in Betrieb gehen. Auch dort entstehen nicht viele Arbeitsplätze. Im Vollausbau sollen dereinst 30-50 Leute dort arbeiten.


Adrian Zwahlen

25.01.2012, 22:25 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Ich verstehe den Sinn dieses Artikels nicht ganz. Denn er gibt unkritisch die Ergebnisse einer Studie wieder, die ganz offensichtlich im Auftrag von Facebook den Zweck hatte, Werbung zu machen. Oder wie sind die Autoren zu diesen Ergebnissen gekommen (die nur hochrechnen, nicht abziehen)? Antworten


Stefan Hostettler

25.01.2012, 20:42 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Mit Studien verhält es sich in etwa gleich, wie mit Statistiken: Trau nie einer Studie, die Du nicht selbst geschrieben hast. Klar erscheinen im Vorlauf eines möglichen Going Public plötzlich positive Studien über Facebook. Die Pre-Investments von wohlhabenden WM-Kunden von US Banken sollen sich ja schliesslich auch bezahlt machen, und das geht nur, wenn man eine Blase entstehen lässt. Antworten


Thomas Staub

25.01.2012, 18:33 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Sind das nicht ganz einfach Kosten? Vom realen Nutzen dieser zusätzlichen Ausgaben(neue Stellen zB.) sollte man eine Studie machen. Antworten


daniel brosi

25.01.2012, 18:29 Uhr
Melden 9 Empfehlung

ich frage mich, warum man da mitmacht... Antworten


Parvaneh Ferhadi

25.01.2012, 18:20 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Ich dachte Facebook sei ein soziales Netzwerk, kein kommerzielles? Nun lesen wir von der Verkommerzialisierung der sozialen Beziehungen und Interaktionen. Dann liest man auch noch dies in der Studie: Der ökonomische Effekt von Facebook besteht zu 36% darin, dass europäische Benutzer neue Geräte und mehr Bandbreite anschaffen mussten um Facebook überhaupt benuzten zu können - sehr witzig. Antworten


Kurt Knubel-Schürch

25.01.2012, 18:17 Uhr
Melden 2 Empfehlung

sei falsch. Dann ist auch falsch. Da handelt es sich fast zu 100 % um eine Kameradschaft. Es müsste richtig also heissen Erst die dritte Phase einer Kameradschaft bedeutet Freundschaft (Psychologe Herb Goldberg). Antworten


phil barbier

25.01.2012, 18:05 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Leben wir nicht in der perfektesten aller Welten? Ist nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen? Allein mir fehlt der Glaube. Klar hat der Zuckerberg kein Interesse daran, seine Server auszuschalten und klar wird er nicht eMails versenden, in denen er um einen netten Unkostenbeitrag bittet, damit Deine Internet-Präsenz bei ihm online bleibt. Er nicht. Andere werden dies aber schon mal ins Auge fassen. Antworten


Bruno Bernasconi

25.01.2012, 16:34 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Wer wird denn wohl einer Facebook-Studie von Facebook misstrauen? Antworten


Tobias E. Muff

25.01.2012, 15:41 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Fragt sich nur, was der pflegliche Umgang mit Politikern bringen würde. Treffen sie deshalb bessere Entscheide? Sind sie ehrlicher? Wenn nicht die Täter die Probleme benennen können, müssen dies halt das Volk, die Medien oder auch irgendwelche marktmacht-unabhängigen Weisen tun. Zweckpessimisten sind jedenfalls um ein Vielfaches realistischer als all die Beschönigungsoptimisten. Antworten


Thomas Läubli

25.01.2012, 15:28 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Wie die Wirtschaft von der Freundschaftsbörse profitiert: Früher nannte man dies "Vitamin B", heute sagt man "Filz"... Antworten


Fredy Berger

25.01.2012, 15:10 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Spannend zu sehen, wie sich mit Facebook ein eigenes "Internet" innerhalb des Internets entwickelt und dadurch Abhängigkeiten zu schaffen glaubt. Antworten


Theo Steiner

25.01.2012, 15:07 Uhr
Melden 20 Empfehlung

Wenn ich so die Inhalte in Facebook selber mit eigenen Augen sehe, andere Reports lese, wie Unternehmen mit Facebook nur Geld verlieren und Facebook auch bei der Gewinnung neuer Mitarbeitern oft nur eine Randrolle spiele, so habe ich meine allergrössten Zweifel an solchen Studien. Studien bringen in der Regel die Resulate, die der Auftraggeber will. Antworten


Oliver van der Waerden

25.01.2012, 15:05 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Der Inhalt des Artikels, etwas anders ausgedrückt: Facebook ist für die einen Nutzer (die Fische) ein Spielplatz/Freizeitclub. Für die anderen Nutzer (die Angler) ein lukratives Becken, weil sie die Fischlein hier so gut beobachten können.
Würden alle nur kaufen, was sie von sich aus wollen und die Werbeleute einer produktiven Arbeit nachgehen, müssten wir wohl alle weniger arbeiten...
Antworten


Oliver van der Waerden

25.01.2012, 20:37 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Ja, wenn Werbung nur Angebote bekannt macht, mag sie ja sinnvoll sein. Sobald sie aber darauf abzielt, Dinge zu verkaufen, die ohne sie nicht gekauft würden ("Bedürfnisse zu wecken" - was ja wohl meistens ihre Aufgabe ist), produziert sie im engeren Sinne Leerlauf, auch bei den Produzenten der Waren - diese "müssen" dann nämlich Dinge herstellen, die nur scheinbar erwünscht sind.
.


Peter Spahr

25.01.2012, 15:52 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Werbeleute produzieren Werbung, gehen also einer produktiven Arbeit nach. Das beste Produkt hilft Ihnen als Erfinder, Unternehmer, Mitarbeiter, Investor, Konsument nichts, wenn dieses nicht durch Bekanntmachung im Markt sichtbar gemacht wird. Über die Art und Weise (und Effektivität) der Werbung lässt sich durchaus streiten, die Dienstleistung an sich ist aber unbedingt sinnvoll.


Joni Zürcher

25.01.2012, 14:43 Uhr
Melden

@Monte: Tja, das ist halt die Entwicklung der Menschen. Wir definieren uns über die Kommunikation und orientieren uns darum nach den verschiedenen Medien. Aufgrund der digitalisierung ist das eine logische Folge, das wir vermehrt Online sind. Was das ganze mit dem Wald zu tun hat... Naja, da findet halt auch ein gewisser Wertewandel statt. Ihre Eltern haben sich früher bestimmt auch über das Verhalten der Jungen aufgeregt. Es ist schade, aber naja, gewissermassen eine normale Entwicklung. Antworten


reto monte

25.01.2012, 14:01 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Das wir soviel für die allgemeine Volksverblödung und mehr Zeit in der virtuellen Welt bezahlen ist überraschend. Ein spaziergang im Grünen kostet nichts, ist gesünder und man wird nicht von Dauerwerbung gestresst. Kenne die jungen Leute von heute noch den Wald?
P.S. Warum unterstützt die Welt einen Zuckerberg der Ideen klaut und kopiert?
Antworten


Bernhard Vontobel

25.01.2012, 13:54 Uhr
Melden 33 Empfehlung

Na ja... viele Stellen müssen wohl auch geschaffen werden, weil die Angestellten einen Teil ihrer Arbeitszeit mit Facebook verbrauchen. Facebook ist also auch für die Reduktion der Leistung verantwortlich zu machen. Und wer hat die Studie bezahlt? Genau es war Facebook selber! Antworten


Samuel Keller

25.01.2012, 16:35 Uhr
Melden 12 Empfehlung

sind das die gleichen Personen, die auch während der Arbeitszeit ins Forum schreiben?



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