Das grosse Versagen
und Verdrängen

Blaues Neonlicht gegen Fixer: Bild aus der Fotoserie der Zürcher Künstlerin Francoise Caraco.

In einer Hauruckaktion schloss der Stadtrat 1992 den Platzspitz – und schuf den Letten, die brutalste Fixer- Szene Europas. Es war eine fatale Niederlage auf dem Weg zur Lösung des Drogenproblems.

Es war ein kühler, trockener Abend im November 1993. Lange hatte der Stadtrat sich um den hohen Besuch bemüht, und jetzt war Bundesrätin Ruth Dreifuss da. Es war bereits dunkel, als sie an der Seite von Andres Oehler, damals Informationsbeauftragter der Zürcher Drogendelegation, den Uferweg der Limmat entlangschritt. Ziel war der Letten, die grösste und brutalste offene Drogenszene Europas. Der Besuch war inkognito, kein Medienvertreter wusste davon. Einzig drei nervöse Stadtpolizisten mit Krawatte und einer Pistole unter dem Anzug waren dabei. Unter dem Bogen der Kornhausbrücke drängte sich der harte Kern der Szene. Im flackernden Feuerschein zeichneten sich schemenhaft Gestalten ab, vorn kauerte eine Gruppe Junkies, die einen suchten nach noch zugänglichen Venen, andere dösten eingehüllt in Wolldecken vor sich hin. Ganz anders die Szene vorn auf dem Lettensteg, wo Dealer-Clans aus dem Libanon, aus Albanien und Nordafrika das Sagen hatten. Dicht standen sie an diesem Abend auf dem Steg, es wurde gerufen und gestikuliert. Keiner wich freiwillig aus. Die Delegation musste sich durch die starrende Menge drängen. «Die Stimmung war sehr bedrohlich», sagt Oehler. «Uns brach unter den Winterjacken der Schweiss aus.»

Gut möglich, dass an jenem Abend auch Alain dort war. Sein Leben bestand aus der freudlosen Routine eines Drogensüchtigen, die ihn gegen Dreck, Gefahr und Langeweile unempfindlich machte. Aber er hätte Ruth Dreifuss Geschichten erzählen können. Jene von Amanda etwa, einem Mädchen, 16 Jahre alt, vierzig Kilo schwer. Aufgewachsen im Heim, mit 13 auf Heroin abgestürzt, immer wieder von der Polizei aufgelesen und in den Entzug gesteckt. Niemand vermisste sie, wenn sie sich jeweils bei der erstbesten Gelegenheit davonstahl und zum Letten zurückkehrte. Oder die Geschichte des Vaters, der mit dem Sturmgewehr auf dem Letten stand und herumbrüllte. Wer seinem Sohn die tödliche Dosis verkauft habe, wollte er wissen, bevor er über ihre Köpfe hinweg das Magazin leerte. Oder die Geschichte vom Jungen, der im August 1993 oberhalb des Letten in die Krone einer Eibe geklettert und dort verstorben war; wenige Meter entfernt von den Gleisen, auf denen Hunderte Junkies ihrer Sucht frönten. Mehrere Tage dauerte es, bis ein Spaziergänger die in der Augusthitze schon halb verweste Leiche entdeckte. Endstation Letten, Ende der Zivilisation.

Zwei Jahre zuvor, am 30. Oktober 1991 hatte sich der Stadtrat im eichengetäferten Stadtratssaal zu einer Sitzung versammelt. Die Debatte wurde heftig geführt, denn es ging um die offene Drogenszene am Platzspitz. Niemand wollte mehr einen Sommer wie den von 1991 erleben. Mit den warmen Temperaturen kamen mehr Junkies und mehr Dealer, es gab mehr Prostitution, mehr Überfälle, mehr Schmutz und

Der PfarrerErnst Sieber

«Die Spitze des Eisbergs»

Der protestantische Pfarrer Ernst Sieber (87) setzt sich seit Jahrzehnten für Drogensüchtige und Randständige in Zürich ein. Er organisierte unter anderem Notschlafstellen, gründete ein Aids-Hospiz und kümmert sich um die Wiedereingliederung.

Die neu zusammengesetzte Stadtregierung im April 1994: Hans Wehrli (ganz links), Willy Kueng, Thomas Wagner, Stadtpräsident Josef Estermann, Wolfgang Nigg und Robert Neukomm; Kathrin Martelli (vorne links), Ursula Koch und Monika Stocker.

Andres Oehler

«Jahrelang hatte ich den Geruch der Drogenszene in der Nase»: Andres Oehler, von 1991 bis 1994 Informationsbeauftragter der Drogendelegation.

Elend, das in den Kreis 5 schwappte. Das sollte nun ein Ende haben. Gegen den Widerstand von Sozialvorsteherin Emilie Lieberherr, der Verfechterin einer humanen, auf Hilfe und nicht auf Druck fussenden Drogenpolitik, wurden neue drogenpolitische Grundsätze verabschiedet. Darin hielt der Stadtrat fest, dass «die Sicherheitsbedürfnisse und Gefühle anderer Menschen nicht in unverhältnismässiger Weise durch Suchtmittelabhängige beeinflusst werden» dürften. Und der Platzspitz sollte bis zum nächsten Sommer geräumt werden.

Auch der Kanton machte inzwischen Druck, die Szene zu schliessen – betrachtete die Angelegenheit aber weiter als eine ausschliesslich städtische. Und so bereitete die Stadt die Schliessung des Platzspitz in aller Eile vor, stellte Betten für den Entzug und Betten in den Notschlafstellen bereit, rüstete Spritzenbusse aus und richtete Therapie-, Arbeits- und Wohnplätze für Entzugswillige ein. Stichtag war der 5. Februar 1992.

Von den Junkies erwartete die Stadt, dass sie die neuen Regeln so willig schlucken würden wie das Methadon, das man mittlerweile abgab. Auffällig oft ist in den Sitzungsprotokollen jener Zeit von Eigenverantwortung die Rede: «Eigenverantwortung heisst auch, dass der Konsument seine Fixerutensilien stets auf sich trägt.» Oder: «Es ist denkbar, dass der Druck auf das Selbstverantwortungsbewusstsein der Drogenabhängigen einen weniger sorglosen Suchtmittelkonsum bewirken wird.» Es gab auch Kritik am Vorgehen. Nicht nur von ganz links, auch von Fachleuten. Der Termin sei überhastet gewählt, und es kursierten Gerüchte über einen vom Stadtrat unter Verschluss gehaltenen Expertenbericht, der eine versprengte Szene für unkontrollierbar hielt. Diese Einschätzung sollte sich als zutreffend erweisen.

Drogentote in der Schweiz

Drogenhandel in der Stadt Zürich

Mit dem näher rückenden Tag X heizte sich die Stimmung auf. Am Samstagnachmittag des 1. Februar flogen an der Bahnhofstrasse Steine und Molotowcocktails. «Aktivisten aus der Hausbesetzerszene», schrieb die NZZ, «demonstrierten gegen Anpassungszwang und repressive Drogenpolitik.» Und, wie die Zeitung verwundert bemerkte, «offensichtlich gegen den linken Stadtrat». Die Kantonspolizei eilte der Stadt mit Kastenwagen und Polizisten in Kampfmontur zu Hilfe. Nach mehreren Stunden Scharmützel sei es der Kapo gelungen, die Pestalozziwiese zu halten, gab Polizeidirektor Ernst Homberger stolz zu Protokoll. Die Stadtpolizei unter Sozialdemokrat Robert Neukomm beeindruckte das wenig. Immerhin war es ein Anfang für die künftige Zusammenarbeit.

Am Mittwoch darauf war es so weit. Der Platzspitz wurde geschlossen. Es war ein Desaster. Die Szene flutete die ganze Stadt, vor allem aber den Kreis 5. Die vorbereitete Infrastruktur reichte bei weitem nicht. Gehetzte Drogensüchtige jagten sich den Stoff nun auf offener Strasse in die Venen, immer in Angst vor der Polizei, die ihnen die Spritzen, wenn sie sie erwischten, aus den Venen riss. Ihren Stress liessen die Junkies an den Sozialarbeitern aus, drohten und schlugen zu. Die Dealer standen auf der Suche nach Kundschaft überall im Quartier, sprachen Buben auf dem Schulweg an, ob sie Kurierdienste leisten wollten oder forderten Mädchen auf, sich zu prostituieren.

Die Polizei wusste nicht, wo mit Aufräumen anfangen. Das zeigt folgender Vermerk einer Projektsitzung vom April 1992: «Das Sozialamt sagt, die Bevölkerung habe Angst vor der Entwicklung an der Langstrasse. Die Polizei kennt das Problem Langstrasse, sagt aber, erst müsse das Gebiet Hotel Arc en Ville, Carparkplatz und Parkhaus Sihlquai beruhigt werden. Erst dann könne man sich um Langstrasse, Stauffacher etc. kümmern.» Die Stadtpolizei sammelte auswärtige Junkies kastenwagenweise ein und deponierte sie vor den Gemeindehäusern ihrer Heimatdörfer. Nicht selten kauften ihnen die dortigen Beamten dann ein Ticket zurück nach Zürich – einfach.

Zu allem Elend traf 1992 eine Immobilien- und Finanzkrise Stadt und Kanton. Zehn Prozent der Arbeitsplätze gingen verloren, die Arbeitslosigkeit schnellte auf zehn Prozent hoch, die Sozialkosten rissen ein immer grösseres Loch in die Kasse der Verwaltung, während die Einnahmen dahinschmolzen. Zugleich waren die Bezirksgefängnisse so überbelegt, dass der Kanton Notentlassungen veranlasste und das Polizeikorps anwies, nur in schweren Fällen Verhaftungen vorzunehmen.

Zeitweise versammelten sich Tausende Menschen auf dem Letten, hier 1993.

Die offene Drogenszene verschob sich bereits im Oktober 1990 vom Platzspitz Richtung Letten.

In dieser Krisenstimmung zog der Sommer ins Land. Im Herbst beschloss die Stadt, eine neue offene Szene am Letten zuzulassen, um den schwer gebeutelten Kreis 5 zu entlasten. Sie war noch brutaler als der Platzspitz, erzählt Alain. «Auf dem Platzspitz herrschte anfangs eine fast familiäre Stimmung. Dann kamen jeden Tag mehr Leute. Auf dem Letten ging es gnadenlos ums Business.» Mit aggressiven Preisstrategien versuchten sich die Dealer-Clans gegenseitig zu verdrängen. Weil die Kleindealer früher oder später selber snifften und spritzten, führten Beschaffungsstress und Rivalität zunehmend zu Messerstechereien und Schiessereien mit Verletzten und Toten.

Im Spätsommer 1994 eskalierte die Situation. Innerhalb eines Monats kam es zu vier Tötungsdelikten auf dem Letten. Im August wurde ein Dealer von hinten erschossen – mit Polizeimunition, so ging das Gerücht. Während der Spurensuche der Polizei kippten Dealer und Junkies auf der Kornhausbrücke ein Polizeifahrzeug um. Die Polizei verhaftete einen 16-jährigen Libanesen, worauf die libanesischen Dealer in einen zweitägigen Verkaufsstreik traten und versuchten, den Verhafteten mit einer Bombendrohung freizupressen. Junkies und Dealer, aber auch Polizei und Bevölkerung vibrierten vor Anspannung und Paranoia.

Aber nicht nur. In jenem Sommer wurde auch Fussball gespielt – die Weltmeisterschaft in den USA. Und Zürich fieberte mit. Bars und Kneipen zeigten die Spiele auf Grossleinwand, wenn die Schweizer siegten, feierten die Fans in bunten Corsos auf den Strassen, erinnert sich Student Jacky. «Die WM markierte ein neues Lebensgefühl, es herrschte Aufbruchstimmung. ,I schänke dir mis Härz’ war der Sommerhit, in dem Kuno Lauener sich in eine Stripperin verliebt. Die grauen Achtzigerjahre waren vorbei.» Und damit auch die Geduld gegenüber Dealern und Junkies. Jacky, nach eigenen Aussagen ein friedliebender Mensch, hatte die Nase voll. Im selben Waffengeschäft, in dem er wenige Wochen zuvor schon die Stahlrute gekauft hatte, erstand er eine Hochleistungssteinschleuder mit zwei Dutzend Stahlkugeln. Vom Estrichfenster seines Wohnhauses an der Neugasse im Kreis 5 sah man direkt auf die gegenüberliegende Strassenecke. Dort stand seit Wochen derselbe albanische Dealer. Der Kerl, der sich ihm jedes Mal in den Weg stellte, wenn er aus dem Haus ging oder nach Hause kam und ihm Drogen verkaufen wollte. «Ich hab dem Typen mehrfach versucht zu erklären, dass er sich endlich mein Gesicht merken solle und dass er sich die Mühe sparen könne. Aber der verhielt sich wie ein auf Drogenverkauf programmierter Automat.» Da die Polizei der Dealerei im Quartier ohnmächtig zusah, beschloss Jacky, das Problem selbst zu lösen. Keine Spuren sollte es hinterlassen, lautlos sein und vor allem: sehr schmerzvoll. Eines Abends schlich er mit Steinschleuder und Stahlkugeln in den Estrich, öffnete das Fenster und begann zu warten. Der Dealer kreuzte nicht auf in dieser Nacht.

Im Oktober 1994 stellte die Bürgerwehr ABA dem Stadtrat ein Ultimatum. Sollte er die Drogenszene am Letten bis Ende Jahr nicht aufgelöst haben, würde man sie eigenhändig räumen. Rund 4000 Sympathisanten sammelten für das Vorhaben Geld. Es kamen 200’000 Franken zusammen. Nachdem der Stadtrat die ABA detailliert über ihren Plan zur Schliessung des Letten informiert hatte, sah sie von ihrer Aktion ab. Mit Hochdruck arbeitete die Stadt an den Vorbereitungen. Die Strategie war klar, nun brauchte er noch die richtige Taktik, um Kanton, Gemeinden und Bund einzuspannen. Gewalt und Elend am Letten waren inzwischen ein grosses Medienthema im In- und Ausland, und das nutzte man aus. Als der Kanton der Stadt verbieten wollte, Polizeistatistiken zu publizieren, welche die Herkunft der aufgegriffenen Drogensüchtigen auswiesen, gab sie der Stadtrat an den «SonntagsBlick» weiter. Beamte führten Lokalpolitiker, National- und Ständeräte über das Lettenareal und liessen Schüler in Bundesbern Gedichte über ihren Lebensalltag zwischen Stacheldraht und blutigen Spritzen vortragen.

Die Originaldokumente

Kampf gegen die Drogenszene: Vor der Auflösung der offenen Drogenszene erstellt die Stadtpolizei einen vertraulichen Aktionsplan (8. Dezember 1994).

Angst vor «renitenten und exhibitionistischen Abhängigen»: Die Stadtpolizei schildert mögliche Folgen der Repression.

Die Farbe der Venen: Ein Foto-Essay zur Vertreibung der Süchtigen.

  • Tiefgarage Neugasse, Kreis 5. Bild: Françoise Caraco/Kunstsammlung Kanton Zürich

  • Hinterhof Neugasse, Kreis 5. Bild: Françoise Caraco/Kunstsammlung Kanton Zürich

  • Hinterhof Luisenstrasse, Kreis 5. Bild: Françoise Caraco

  • Hinterhof Bäckerstrasse, Kreis 4. Bild: Françoise Caraco

  • Türeingang Luisenstrasse, Kreis 4. Bild: Françoise Caraco

  • Wasserwekstrasse, Kreis 10. Bild: Françoise Caraco

  • Bahnhofunterführung Wipkingen, Bild: Françoise Caraco

Auch in den Kampf um die kontrollierte Drogenabgabe kam Bewegung. Der vormalige Innenminister Flavio Cotti hatte für die Probleme der Stadt Zürich keinerlei Gehör gezeigt, erinnert sich Josef Estermann. «Immer und immer wieder habe ich um einen Termin gebeten. Und er sagte immer: Jaja, machen wir. Und dann kam ihm immer etwas dazwischen – obschon ich ihn bei zahlreichen Empfängen antraf.» Doch dann begann die ausländische Presse über den «Needle Park» zu schreiben, der Platzspitz wurde für die Schweiz zum Imageproblem. Wie auf der parteipolitischen Ebene der Stadt lag auch hier die Lösung darin, alle Beteiligten, nämlich Stadt, Kanton und Bund an einen Tisch zu holen, damit jeder die Probleme in seinem Zuständigkeitsbereich identifizieren und Lösungen suchen konnte.

1993 hatte Ruth Dreifuss von Flavio Cotti das Innenministerium übernommen. Seit ihrem Erlebnis auf dem Letten hatte die Stadt in ihr eine Verbündete gefunden. In der Folge setzte sie sich für die kontrollierte Drogenabgabe ein und sorgte dafür, dass die Schweiz als eines der ersten Länder das kontrolliert Heroin an Süchtige abgab. Und sie zeigte den Zürchern, dass man ihre Probleme auch in Bern ernst nahm. Andres Oehler erinnert sich an einen Besuch im Quartierzentrum, ganz ohne Presse. Zwei Quartiervertreterinnen brachten ihr einen grossen, selber gebackenen Zopf als Geschenk. «Frau Dreifuss nahm ihn und sagte: ‹Wir machen das jetzt, wie man es bei uns Juden macht.› Dann brach sie den Zopf und verteilte ihn unter den Anwesenden. Das war sehr berührend und enorm wichtig. Die Leute merkten: Jetzt ist es in Bern angekommen.»

Als die Stadt die Schliessung des Letten für den 14. Februar 1995 ansetzte, war sie besser vorbereitet als drei Jahre zuvor. Die kontrollierte Drogenabgabe war angelaufen, in der Zivilschutzanlage Waid gab es ein Notgefängnis, eine Rückführungsinfrastruktur für die auswärtigen Junkies stand bereit. Oehler erinnert sich: «Am Morgen, als der Letten geschlossen wurde, war dort kein einziger Dealer oder Junkie mehr anzutreffen.» Der Aufwand für die Schliessung war dennoch enorm. Hunderte Süchtige wurden aufgegriffen, heimgebracht und in Methadonprogramme gesteckt. Die offene Szene wurde zerschlagen. Ihr harter Kern zog sich zurück und nistete sich versteckt in Wohnungen an der Langstrasse ein.

Alain entschloss sich in dieser Zeit, ans Aufhören zu denken. Nach und nach setzte er alles ab. Heroin, Methadon, Barbiturate und zuletzt den Alkohol, Gifte, die er seinem Körper über Jahre stetig zugeführt hatte. So lange, bis er überzeugt war, dass in Zürich alles nur grau war und niemals die Sonne schien. «Als ich mein nüchternes Leben anfing, staunte ich, wie farbig und lebendig die Stadt ist, in der ich lebe.»

Fast ein Jahrzehnt offene Drogenszene hat Zürich verändert. Zunächst die Politik, sagt Oehler: «Heute noch sagt man über die Stadtzürcher Verwaltung, wie gut wir zusammenarbeiten, dass es wenig Gartenzaundenken in den Departementen gibt. Das ist eine Folge dieser Geschichte.» Ohne diese sähe auch der Kreis 5 anders aus, ist Josef Estermann überzeugt. «Ich war überrascht, wie schnell sich das Quartier erholte.» Zuerst kamen die Kulturschaffenden zurück, dann die Familien. Heute tummeln sich auf der Josefwiese sonntags Eltern mit Kleinkindern, weiter im Westen werden Büros und Wohnungen gebaut, die Kulturunternehmer drängen in die Nischen. Nicht wenige davon haben diese ganze Geschichte miterlebt.

Nur noch die mit kunstvoll geschweissten Gittern versperrten Eingänge zu den Hinterhöfen erinnern daran, dass es hier einmal ganz anders zu und her ging.

Autorin: Michèle Binswanger

Bildredaktion: Petra Baumann, Jutta Duft

Bildrecherche, Projektassistenz: Lea Koch

Videos: Jan Derrer, Melanie Finschi

Infografiken: Timo Grossenbacher, Michael Rüegg, Micha Treuthardt

Datenrecherche: Mario Stäuble

Redaktion: Hannes Nussbaumer

Produktion: Michael Marti

Korrektorat: Weronika Lieberherr-Janczak, Andrea Schumacher

 

Art Direction: Sanerstudio.com

Programmierung: srsly.ch

Projektleitung: Jan Derrer, Michael Marti

Impressum

Stabstelle Digitale Innovation
Michael Marti (Leitung), Jan Derrer, Matthias Saner, Lea Koch, Anja Metzger, Jean-Yves Mertenat

Video & Bilder

Intro: Reto Oeschger, Dominique Meienberg, Keystone, Jan Derrer, Pascal Le Segretain/Corbis

Kapitel 1: Pascal Le Segretain/Corbis; Videoausschnitt «Bericht von der Drogenfront» (1994), Regie: Felix Karrer, SRF

Kapitel 2: Keystone, Peter Schlegel/Keystone

Kapitel 3: Comet, Romano Cagnoni, Keystone, Karl-Heinz Hug

Kapitel 4: Françoise Caraco, Keystone, Alessandro Della Bella/Keystone, Dominic Büttner/Pixsil, Dominique Meienberg

Intakte urbane Erholungszone: Platzspitzpark, im Frühling 2014.