Einkaufstourismus – wo liegt die Lösung?

Soll Einkaufen im Ausland unattraktiver gemacht werden, oder soll der Schweiz-Zuschlag verschwinden? Diskutieren Sie mit.

Viele Schweizer bringen vollgepackte Einkaufstaschen mit über die Grenze.

Viele Schweizer bringen vollgepackte Einkaufstaschen mit über die Grenze. Bild: Georgios Kefalas/Keystone

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Schweizer Einkaufstouristen geben im Ausland mittlerweile 11 Milliarden Franken pro Jahr aus – Geld, das in der Schweiz fehlt. Dem Bund, dem dadurch 500 Millionen Franken Mehrwertsteuer entgehen, wie auch der Wirtschaft, insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen in Grenzregionen.

Politiker und Detailhändler suchen seit Jahren nach Wegen, um Schweizerinnen und Schweizer davon abzuhalten, im Ausland einzukaufen. Die meisten Vorstösse zielen darauf ab, das Einkaufen im Ausland unattraktiver zu machen. Erst letzte Woche überwies der Ständerat einen Vorstoss von Werner Hösli (SVP). Ihm ist es ein Dorn im Auge, dass Einkaufstouristen Waren bis zu einem Wert von 300 Franken mehrwertsteuerfrei von Deutschland in die Schweiz schaffen können. Er will den Betrag auf 50 Franken senken.

Runter mit den Preisen?

Es ginge aber auch anders: runter mit den Preisen. Wären die Preise in der Schweiz nur noch um 20 Prozent oder auch 30 Prozent höher als in Deutschland, würden nie so viele Schweizer nach Konstanz oder Waldshut fahren wie heute. Tatsächlich bezahlen sie für manche Produkte sogar dreimal mehr als im Ausland.

Es sind jedoch nicht nur die Zölle oder die höheren Einstandspreise in der Schweiz, was die Preise massgeblich in die Höhe treibt. Es ist der sogenannte Schweiz-Zuschlag: Internationale Markenhersteller sind überaus kreativ in der Preisgestaltung und berücksichtigen dabei nicht nur Zölle oder Löhne, sondern schöpfen auch grosszügig die hohe Kaufkraft in der Schweiz in die eigene Tasche ab.

Was denken Sie?

Wie soll der Bund den Einkaufstourismus eindämmen? Soll er das Einkaufen im Ausland unattraktiver machen und nur noch Waren im Wert von 50 statt wie bis anhin 300 Franken mehrwertsteuerfrei von Deutschland in die Schweiz bringen lassen?

Oder soll er sich dafür einsetzen, dass der Schweiz-Zuschlag vermindert wird? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.06.2017, 18:13 Uhr

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